Handball-Nationalteam qualifiziert sich für WM

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Österreichs Handball-Männer mischen weiterhin in der erweiteren Weltspitze mit.

Mit einem 28:28-(17:14)-Remis in Norwegen löste die Mannschaft von Patrekur Johannesson am Samstag das Ticket für die Weltmeisterschaft 2015 (11. bis 27. Jänner) in Katar und ist nach 1993 und 2011 zum dritten Mal bei einer WM vertreten.

Nach dem 28:26 im Heimhinspiel eine Woche zuvor lieferten Viktor Szilagyi und Co. in Bergen-Fillingsdalen über weite Strecken eine abgeklärte und starke Leistung ab, behielten in einem dramatischen Finish auch die Nerven und machten die Überraschung gegen die traditionell guten Skandinavier perfekt.

Österreich präsentiert sich stark

Nach der EM 2010 im eigenen Land (Platz 9), der WM 2011 in Schweden (18.) und der EM 2014 in Dänemark (11.) ist es die vierte Teilnahme an einem Großereignis innerhalb von sechs Jahren.

Österreich präsentierte sich vor rund 3.500 Zuschauern von Beginn an in starker Form. Sowohl im Angriff als auch in der Defensive hielt Rot-Weiß-Rot das Heft in der Hand, nach dem 0:1 setzte man sich schnell auf 5:2 (7.) bzw. 7:4 (10.) ab.

Norwegen, ohne den angeschlagenen Einsergoalie Ole Erevik, hatte dem nur wenig entgegenzusetzen, alleine Janko Bozovic, beim Hinspiel in Wien noch enttäuschend, traf in der ersten Hälfte bei sieben Versuchen fünf Mal.

Selbst drei Zweiminuten-Strafen brachten die ÖHB-Truppe nicht aus dem Konzept, diese kritischen Phasen überstand man mit 1:1, 1:1 und 0:0 ideal.

Norwegen hoch motiviert

Weil auch Goalie Nikola Marinovic mit mehreren Paraden der Abwehr zusätzliche Stabilität verlieh und nicht so viel wie zuletzt von Kapitän Viktor Szilagyi abhing, konnte man sich in der 23. (15:10) und 25. (16:11) Minute sogar jeweils einen Fünf-Tore-Vorsprung erarbeiten.

Schade nur, dass ausgerechnet in der einzigen rot-weiß-roten Überzahl kurz vor der Halbzeit ein 0:1 stand und die Pausenführung somit "nur" vier Treffer betrug.

Und das schien sich zu rächen. Denn die Norweger kamen hochmotiviert aus der Kabine. Mit einer aggressiveren Deckung und einem plötzlich hochwachen Goalie Christensen brachten die Gastgeber Österreich in Verlegenheit, kamen Tor um Tor heran.

Erst in der 37. Minute brach Szilagyi mit dem ersten Treffer zur 18:16-Führung den Bann in der zweiten Hälfte. Vitas Ziura legte zum 19:16 nach (38.), in der Folge parierte der eigens eingewechselte Thomas Bauer einen Siebener.

Überzahl blieb ungenützt

Österreich war zurück im Spiel, stellte den Vier-Tore-Vorsprung wieder her (20:16/39.), konnte die folgende Überzahl aber nicht nutzen, um sich weiter abzusetzen.

Nach einer Dreiviertelstunde waren die Skandinavier mit drei Treffern in Folge wieder auf 19:20 bzw. 20:21 herangekommen, die Partie blieb hochspannend. Österreichs Offensive kam ins Stocken, neuerlich blieb eine Zweiminutenstrafe gegen die Norweger ungenützt.

In der 53. Minute glich Norwegen erstmals aus und machte noch in derselben Minute die erstmalige Führung in der zweiten Hälfte perfekt (25:24). In der Folge hielt Österreich in Unterzahl ein 25:25, ging aber mit einem 25:26 in die letzten drei Minuten.

Bozovic vergab im Finish die Chance auf das 27:26 (59.), das stattdessen den Norwegern gelang. Doch die Nerven der ÖHB-Truppe hielten. Im letzten Angriff gelang Ziura sogar noch der 28:28-Ausgleich. Freilich hätte den Österreichern aufgrund der mehr geschossenen Auswärtstore sogar schon eine Niederlage mit zwei Toren gereicht.

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