"Ich bin in meinen besten Jahren"

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Österreich braucht einen guten Keeper.

Um am Samstag im Rückspiel der WM-Qualifikation gegen Norwegen in Bergen bestehen zu können, ist eine starke Leistung des Torhüter-Gespanns bestehend aus Nikola Marinovic und Thomas Bauer unumgänglich.

Bereits das Hinspiel hat gezeigt, dass die Skandinavier mit österreichischen Tempogegenstößen ihre Probleme haben. Diese müssen aus einer sicheren Abwehr mit einem starken Torhüter lukriert werden.

Stärken im Eins-gegen-Eins

Aus diesem Grund sind die Augen auf Marinovic gerichtet. Der gebürtige Serbe ist die Nummer eins im ÖHB-Team und wird im Rückspiel von Beginn an auf dem Parkett stehen.

Da die Nordländer ebenso wie Österreich viele Tore aus der ersten und zweiten Welle erzielen, könnte der 37-Jährige zum alles entscheidenden Faktor werden.

„Ich weiß, dass ich besser in Eins-gegen-Eins-Situationen bin als bei Bällen aus dem Rückraum“, freut sich der Deutschland-Legionär auf die freien Würfe der Norweger.

Das Geheimnis seines Erfolgs ist simpel. „Man darf nicht vergessen, dass Handball ein Spiel ist. So habe ich es das damals in Serbien gelernt und so handhabe ich es immer noch. Ich kenne die Werfer sehr gut aus direkten Duellen oder der Video-Schulung. Ich spiele mit dem Gegenspieler, weiß genau, welche Würfe er gerne macht und biete ihm vielleicht eine Ecke an, um diese dann zuzumachen.“

Alter ist ein Vorteil

Die Erfahrung trägt dann das Übrige dazu bei. „Im Laufe deiner Karriere lernst du aus all deinen Spielen und Fehlern und kannst diese besser analysieren. Du kannst dich im Sport immer weiterentwickeln, egal wie alt du bist“, sagt Marinovic und verweist darauf, dass er im August bereits 38 Jahre alt wird. Seinem Engagement und seiner Begeisterung tut sein Alter aber keinen Abbruch. Im Gegenteil:

„Ich hatte Glück und bin vor größeren Verletzungen verschont geblieben. Ich fühle mich körperlich absolut fit. Ich habe immer noch Bock auf Handball“, lässt der ÖHB-Akteur keinen Zweifel aufkommen, dass er trotz seines fortgeschrittenen Alters nur leichte Verschleißerscheinungen verspürt.

Johannesson vertraut auf die Klasse seiner Torhüter

„Frühmorgens kann es schon einmal vorkommen, dass ich nicht mehr so leicht aus dem Bett komme oder manchmal auch was wehtut. Die Gelenke sind vielleicht nicht mehr so geschmiert, aber ich sehe mich in meinen besten Jahren“, so der Familienvater, der viel Kraft aus seinem intakten Privatleben und der Beziehung zu seiner Frau Susi schöpft.

„Wir haben uns 2004 in Bregenz kennengelernt. Sie ist seither eine tolle Unterstützung und sie hat mich zu einem kompletteren und besseren Menschen gemacht. Das sieht man auch auf dem Spielfeld. Ich bin sicherer und habe mich als Mensch und Handball-Torwart entwickelt.“

Qualifikation ein Muss

Diese Erfahrung und Sicherheit aus vielen Jahren als Profi muss Marinovic nun am Samstag gegen Norwegen in die Waagschale werfen. Die Qualifikation für die Weltmeisterschaft ist das große Ziel und für den ältesten Teamspieler auch ein weiterer wichtiger Schritt in der Entwicklung der Mannschaft.

„Ich spiele nun seit 2004 im Nationalteam und wir gehen in die richtige Richtung. Vor allem seit 2008 haben wir einen guten Weg eingeschlagen und daher ist die Qualifikation fast ein Muss. Eine WM kann uns noch eine Stufe höher bringen und es würde zeigen, dass wir mittlerweile wirklich konstant auf sehr hohem Niveau spielen.“

Auf hohem Niveau müssen am Samstag auch Marinovic und/oder Bauer agieren. Denn um den Traum von Katar möglich zu machen, braucht Österreicher zumindest einen guten Keeper.

Sebastian Rauch

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