Durchwachsene Generalprobe für Russland-Spiel

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Österreich Handball-Herren verpassten den erhofften Sieg in Bosnien-Herzegowina und kamen gegen den Tabellen-Letzten der EM-Qualifikationsgruppe 6 nur zu einem 28:28 (13:15)-Unentschieden.

Die Mannen um Kapitän Viktor Szilagyi taten sich von Beginn an im Positionsangriff schwer, es fehlten die zündenden Ideen um die 6:0-Deckung der Gastgeber vor Probleme zu stellen und das Spiel des Rückraums war zu statisch. Die Bosnier setzten ihrerseits auf Tempo-Handball, profitierten von einigen Fehlern der rot-weiß-roten Auswahl und setzten sich Mitte des ersten Durchgangs mit drei Toren ab.

Schlechte Chancenauswertung

Durch die durchwachsene Vorstellung im Angriff sah sich Teamchef Patrekur Johannesson in der 22. Minute gezwungen, bereits sein zweites Timeout zu nehmen und brachte in der Folge auch Thomas Bauer für Nikola Marinovic im Tor. Die ganz große Wirkung blieb aber aus.

Vor allem die Chancenauswertung, insbesondere Raul Santos hatte seine liebe Mühe, blieb mangelhaft. Da aber auch die Hausherren gegen Ende der ersten Hälfte nicht gerade mit Effizienz glänzten, hielt sich der Schaden in Grenzen.

Mit der Pausensirene verbuchte Roland Schlinger seinen ersten Treffer und sorgte für den Pausenstand von 13:15.

Starker Beginn

Nach dem Seitenwechsel kamen die Österreich aber fulminant aus der Kabine, sicherten sich in der Defensive einige Bälle und verwerteten die Konter eiskalt. Binnen vier Minuten hatte man die Partie gedreht und die Führung (17:16) übernommen.

Die Gastgeber sahen sich gezwungen ein Timeout zu nehmen. Folglich konnte der Lauf der Österreicher unterbunden werden, auch weil die Chancenauswertung und die technischen Fehler der Johannesson-Sieben wieder das Ausmaß der ersten Hälfte angenommen hatten.

Doch auch die Bosnier hatten im Angriff ihre liebe Not, begingen ebenfalls zahlreiche Fehler und so konnte sich kein Team absetzen.   

Heiße Schlussphase

In der Schlussphase schwächten sich die Österreicher durch Zwei-Minuten-Strafen selbst und als die Bosnier eine halbe Minute vor dem Ende mit 28:27 in Führung gingen, schien die Niederlage besiegelt.

Im letzten Angriff der Partie übernahm Kapitän Szilagyi die Verantwortung, sein Wurf aus gut neun Metern war zwar nicht besonders scharf, fand aber dennoch den Weg ins gegnerische Gehäuse und besorgte den Endstand von 28:28.

Endspiel gegen Russland

Durch den Punktgewinn ändert sich an der Ausgangslage der Österreicher aber nichts. Am Sonntag kommt es in Innsbruck zum großen Showdown gegen Russland (19:00 Uhr).

Österreich würde im abschließenden Spiel gegen Russland in der EM-Qualifikation ein Remis reichen, um das Ticket für Dänemark 2014 zu lösen.

Das ÖHB-Team würde dann als bester Dritter aufsteigen. In dieser Wertung zählen nur die eingefahrenen Punkte gegen die besser platzierten Mannschaften, sprich die Zähler, die man gegen Serbien und Russland eingefahren hätte.

Bei einem Sieg wären Serbien und Österreich qualifiziert.

Bosnien-Herzegowina - Österreich 28:28 (15:13)
Visoko, SR Opava/Valek (CZE)
ÖHB-Tore: Szilagyi 7, Santos 5, Weber 5, Wilzcynski 3/1, Ziura 2, Schlinger 2, Mayer 2, Posch 1, Kolar 1

Stimmen:

Viktor Szilagyi (Kapitän Österreich): "Wir hatten uns viel vorgenommen, aber die Bosnier waren ebenbürtig und haben verdient ein Unentschieden erreicht. Ganz schwach war unser Rückzugsverhalten, dadurch haben wir die Bosnier stark gemacht. Natürlich müssen wir uns gegen Russland steigern, aber das ist ein ganz anderes Spiel."

Robert Weber (Flügelspieler Österreich): "Die Deckung war eines unserer Hauptprobleme, da müssen wir am Sonntag definitiv aggressiver stehen. Wir werden noch einmal unser ganzes Herzblut in dieser Partie werfen. Ich bin mir sicher, mit dem Heimpublikum im Rücken können wir das packen."

Patrekur Johannesson (Teamchef Österreich): "Ich war nicht zufrieden mit der Mannschaft. Natürlich kann man vorne Chancen vergeben, aber wir haben nicht das umgesetzt, was wir uns vorgestellt haben. Das muss sich für Sonntag ändern. Der Gruppensieg ist wahrscheinlich nicht mehr möglich, aber das wäre fast vermessen gewesen in dieser schweren Gruppe. Wir haben es immer noch selbst in der Hand, aus eigener Kraft die Quali zu schaffen. Nur das zählt für uns."

Sebastian Rauch

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