Selbstvertrauen-Tanken geht anders

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Es war der erste Paukenschlag der noch jungen HLA-Saison (LIVE-Stream von Bärnbach/K.-Westwien, Fr. 19:30 Uhr).

Der HC Hard, seines Zeichens Meister der vergangenen vier Spielzeiten, wird bei seiner Heim-Premiere am Mittwoch vor über 1.000 Zuschauern in der heimischen Sporthalle am See von Außenseiter Leoben mit 28:26 (20:12) bezwungen.

Von „peinlich“ und „unglaublicher Abwehrleistung“ spricht Hard-Coach Markus Burger. Wohlwissend, dass auf die „Roten Teufel“ mit dem Qualifikations-Turnier für die EHF Champions League am Wochenende in Banja Luka (BIH) einer der Saison-Höhepunkte wartet.

Österreichs Vertreter trifft im Halbfinale am Samstag (20 Uhr) auf den aufgerüsteten Gastgeber RK Borac. In der zweiten Paarung stehen einander Elverum (NOR) und die OCI Lions (NED) gegenüber. Der Sieger dieses Turniers bekommt einen Platz in der CL-Vorrunde. Ob bei Hard der zuletzt am Rücken angeschlagene Marko Tanaskovic rechtzeitig fit wird, ist noch offen.

Hard-Trainer Markus Burger

Im LAOLA1-Interview geht Burger auf die Ursachen der Leoben-Pleite ein und erklärt, was der Dämpfer für das Quali-Turnier bedeutet:

LAOLA1: Herr Burger, wie ordnen Sie die überraschende Niederlage beim Heim-Auftakt gegen Leoben mit etwas Abstand ein?

Markus Burger: Die schlimmste Befürchtung ist eingetroffen. Nämlich, dass einige Spieler diesen Gegner einfach nicht ernst genommen haben. Vor allem nach den trügerischen Ergebnissen der ersten Runde. Das Problem war, dass meine Spieler die notwendige Spannung nicht aufbauen konnten. Ich kann mich gar nicht erinnern, wann wir jemals in einer Halbzeit 20 Tore bekommen haben. Seit Jahren haben wir mit Abstand die beste Verteidigung der Liga und dann liefern wir so eine schlechte Leistung ab?! Unglaublich! Nichtsdestoweniger gratuliere ich Leoben zu ihrer Trotz-Reaktion: Hut ab!

LAOLA1: Nach dem Seitenwechsel war die Leistung besser. Haben Sie in der Kabine dementsprechend Gas gegeben?

Burger: Ich habe eigentlich gar nicht viel gesagt, weil mir klar war, dass die Spieler jetzt selbst diese Spannung aufbauen müssen. Von außen habe ich es mit dem Timeout und anderen Kommandos versucht. Das klappte aber nicht. Von daher wusste ich, dass ich sie jetzt nur noch an der Ehre packen kann. Es war klar, dass da jetzt etwas passieren muss, weil es nicht sein kann, dass man sich im ersten Heimspiel als neuer Meister in einer Halle mit 1.080 Leuten so präsentiert. Dementsprechend peinlich war die Vorstellung in der ersten Halbzeit.

LAOLA1: Inwiefern hat das bevorstehende CL-Quali-Turnier in den Köpfen der Spieler bereits eine Rolle gespielt?

Burger: Am Montag werden dann alle gescheiter sein. Entweder es heißt „Hurra, es war nur ein Warnschuss“ oder „Selbstvertrauen endgültig angeknackst“. Es kommt auf den Prozess in der Mannschaft an. Wenn sie sagen „Jetzt erst recht“, wäre das das einzig Positive, das ich der Niederlage abgewinnen könnte. Ansonsten ist so eine Niederlage so unnötig wie ein Kropf.

LAOLA1: Wie sehen Sie die Kräfteverhältnisse im CL-Quali-Turnier?

Burger: Wie ich auf der EHF-Liste gesehen habe, hat Borac noch sechs Spieler nachnominiert. Darunter befindet sich als „Late Transfer“ auch ein Mladen Bojinovic, der mit 38 Jahren zwar nicht mehr der Jüngste ist, aber den man von seiner Zeit aus Barcelona oder Montpellier natürlich kennt. Da sind einige Hochkaräter dabei. Dazu kommt noch die Halle, wo es stimmungsmäßig richtig zur Sache gehen wird. Uns erwartet ein Hexenkessel.

>>> LIVE-Stream: Bärnbach/K.-Westwien, Fr. 19:30 Uhr <<<

 

Das Interview führte Reinhold Pühringer

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