Fivers auf dem richtigen Weg

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Guter Start der Fivers in das Jahr 2013. Nach harter Vorbereitung und damit verbundenen Testspielen gewinnen die Wiener ihr erstes Pflichtspiel des Jahres gegen Langzeit-Konkurrent Bregenz mit 38:30 (15:17).

Durch den Erfolg im ÖHB-Cup-Viertelfinale sichert sich der amtierende Titelverteidiger die Teilnahme am Final Four und bewahrt sich somit die Chance auf zwei Titel in diesem Jahr.

Luft nach oben

Trotz des deutlichen Sieges über die Vorarlberger verfallen die Wiener nach dem Spiel nicht in überschwängliche Euphorie, sondern analysieren die Partie kritisch und sehen Steigerungspotenzial.

„In der ersten Halbzeit waren wir ein ganzes Stück von dem entfernt, was wir spielen können. Bei allem Respekt vor den Bregenzern, aber 17 Tore sind einfach zu viel. Das müssen und können wir deutlich verbessern“, analysiert Kapitän Christoph Edelmüller.

„Im Endeffekt war es kein gutes Spiel und man hat gesehen, dass die Winterpause doch recht lang war. Beide Mannschaften haben sehr viele technische Fehler gemacht, aber im Endeffekt hat sich die Bank bei uns durchgesetzt“, erklärt Martin Abadir, der im Gespräch mit LAOLA1 ein mögliches Karriere-Ende in Aussicht stellt.

„Ich spiele derzeit mit einem eingerissenen Meniskus, diesmal im gesunden Knie. Meine Knie geben so langsam w.o. Diese Saison auf jeden Fall noch und dann werde ich wahrscheinlich aufhören“, so der 31-jährige Linkshänder, der seit 2001 für die Margaretner spielt.

Jugendarbeitet fruchtet

Doch auch wenn der Rückraum-Hüne nur sporadisch und Tomas Eitutis aufgrund einer Grippe gar nicht zum Einsatz kommt, verfügen die Wiener über zahlreiche junge und hungrige Spieler, die für die routinierten Akteure in die Bresche springen. Während den Bregenzern nach 40 Minuten die Luft ausgeht und die Alternativen aufgrund zahlreicher Verletzter rar sind, können die Fivers mit frischen Spielern das Spiel zu ihren Gunsten drehen.

„Wir arbeiten seit 15 Jahren intensiv an unserer Jugend und jetzt, seit circa fünf Jahren, kommen die jungen Spieler nach oben. Das sind dann nicht nur ein oder zwei Spieler, sondern gleich sechs oder sieben“, spricht Trainer Peter Eckl die gute Jugendarbeit im Verein an.

Nur weil die Spieler mit der ersten Mannschaft mittrainieren, heißt das aber noch lange nicht, dass sie auch das Zeug zum HLA-Spieler haben. Oftmals sitzen die Talente nur auf der Bank und warten aufgrund der starken Konkurrenz vergeblich auf einen Einsatz. Da ist Durchhaltevermögen gefragt.

„Von denen, die aufgrund der Entwicklung für die Kampfmannschaft in Frage kommen, gibt es wenige talentierte, die auch tatsächlich HLA spielen können. Die müssen dann auch noch die Chance bekommen, in der ersten Mannschaft zu spielen, ohne frustriert zu sein, wenn sie mal nicht zum Einsatz kommen“, spricht Eckl die Geduldsprobe für die aufstrebenden Talente an.

Eckl ist mit der Nachwuchs-Arbeit zufrieden

Hollgasse nicht voll

Die Fivers haben in den letzten Jahren bewiesen, dass die Einbindung der Eigenbauspieler funktioniert. Spieler wie Martin Fuger, David Brandfellner, Bastian Molecz, Markus Bezucha oder Mathias Nikolic haben ihren Platz in der Kampfmannschaft gefunden.

Sie sind bereits ein „Teil des Fivers-Ungetüms“, wie es Trainer Eckl nennt. Dazu zählen die Wiener auch ihre treue Anhängerschaft, die gegen Bregenz aber noch nicht so zahlreich in die Hollgasse geströmt ist, wie das auch schon der Fall war. Den Grund dafür sehen Spieler und Trainer in den beginnenden Semesterferien. Dass es einen Interessens-Schwund in Sachen Handball in Österreich gibt, glaubt Eckl nicht, dennoch müssen langfristig gesehen, internationale Erfolge her.

„Für die Stimmung im Land sind nationale Bewerbe schön, aber um die Leute in die Halle zu locken, müssen wir international erfolgreich sein. Dies gilt nicht nur für die Fivers, das gilt für alle, egal ob Hard, Bregenz, die Nationalmannschaft oder eben uns. Wenn die Erfolge kommen, sind wir in den Medien präsenter und erreichen wir eventuell auch Leute, die Handball noch nicht kennen.“

Neue Fans gewinnen

Ziel ist es eine Fanbase zu erarbeiten und aufgrund guter Ergebnisse auch den Nicht-Handball-Fan vor den Fernseher oder in die Halle zu locken.

„Tennis oder Skifahren sind gute Beispiele. Dort sind wir auch nicht immer erfolgreich und trotzdem wissen alle, wann eine Abfahrt ist. Diese schaut sich die Oma dann an, hat aber genauso wenig Ahnung vom Skifahren wie vom Handball. Handball ist ein technischer Sport und viele Leute, die das Spiel zum ersten Mal sehen, wissen nicht, was sie damit anfangen sollen. Es ist schwierig zu folgen. Fußball ist einfach, bis auf die Abseitsfalle“, zieht Eckl mit einem Lächeln den Vergleich zu anderen Sportarten.

Mit dem Beginn des Meister-Playoffs hoffen die Fivers wieder auf eine volle Halle und die Unterstützung von den Rängen, um das Double erstmals in der Vereinsgeschichte nach Wien zu holen.

Mit dem Sieg gegen Bregenz ist zumindest sportlich ein guter Anfang gemacht.

Sebastian Rauch

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