Vier Mannschaften mit einem Ziel

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Es sind die üblichen Verdächtigen, die auch in diesem Jahr den Meistertitel unter sich aus machen.

Auch wenn im letzten Jahr HIT Tirol die Phalanx der großen Vier in der Handball Liga Austria kurzzeitig durchbrochen hat, so stehen in dieser Saison mit Titelverteidiger Hard, Cupsieger Fivers, Rekordmeister Bregenz und Halbfinal-Dauergast Krems die etatmäßig besten Mannschaften der letzten Jahre im Halbfinale der höchsten österreichischen Spielklasse.

In einer „best-of-three“-Serie werden in den Duelle Hard gegen Krems und Fivers gegen Bregenz die Final-Teilnehmer ermittelt, wobei das erste Spiel bereits am Samstag über die Bühne geht.

Nicht nur aufgrund der bisherigen Saison-Leistungen gehen die „Roten Teufel“ und die Wiener als klare Favoriten auf ein Weiterkommen in ihre Serien. Auch das Heimrecht in einem möglichen dritten Spiel spricht für die beiden besten Mannschaften des Grunddurchgangs und des Meisterplayoffs.

LAOLA1 hat alle vier Teams unter die Lupe genommen und weiß, um die Stärken und Schwächen der Halbfinalisten.

HC Hard


Die Vorarlberger haben sich im letzten Spiel des MPO mit einem 29:27-Sieg über die Fivers den ersten Platz gesichert und hätten somit auch in einem möglichen Finale im dritten Spiel Heimvorteil. Zwar wirkte die Mannschaft nicht immer so souverän, wie noch im letzten Jahr, am Ende geht man aber als bestes Team des Meister-Playoffs (MPO) in die Playoff-Duelle.

Stärken: Die Harder verfügen über einen sehr ausgeglichenen Kader, in welchem vor allem der Rückraum mit Dominik Schmid, Marko Tanaskovich und Marko Krsmancic zu überzeugen weiß. Mit Bernd Friede haben sie außerdem den besten Spieler der abgelaufenen Saison noch in der Hinterhand. Im Tor haben die Vorarlberger mit Golub Doknic, den besten Keeper der Liga in ihren Reihen.

Schwächen: Die starken Paraden von Doknic, könnte auch zur Schwäche der Harder werden. Die Mannschaft von Markus Burger hat in den letzten zwei Jahren eine gewisse Abhängigkeit entwickelt und verlässt sich in der Deckung vielleicht ein wenig zu sehr auf ihren Hexer. Sollte er einen schlechten Tag erwischen, könnte das den Hardern zum Verhängnis werden. Weiter tut der Ausfall von Janis Glusaks am Kreis weh, denn Ersatzmann Mario Bjelis konnte bisher nicht wirklich überzeugen.

UHK Krems

Die Niederösterreicher blicken auf eine mehr als durchwachsene bisherige Saison zurück. Einem absolut desolaten Saisonstart folgte eine beeindruckende Phase je näher das Meister-Playoff rückte. Zu Beginn im MPO noch top, war es danach war aber auch schon wieder vorbei mit der Herrlichkeit. Vor allem in den letzten Spielen vor dem Halbfinale wirkten die Wachauer unkonzentriert und die in den letzten Jahren gut funktionierende Abwehr, war nicht mehr sattelfest.

Stärken: Auch wenn die Defensive zuletzt nicht gut aussah, muss dies in den folgenden Spielen zum Trumpf der Kremser avancieren. Es gilt sich auf das Konterspiels zu besinnen und aus einer gesicherten Abwehr und die schnellen, treffsicheren Flügel einzusetzen. Dass die Mannschaft von Stefan Szilagyi das kann, hat sie heuer schon bewiesen. Außerdem könnte der beschlossene Abschied des Trainers eine zusätzlich Motivation sein, endlich einmal ins Finale einzuziehen.

Schwächen: Wie in den letzten Jahren schon, wirkt es, als fehle den Kremsern ein wenig der Glaube an die eigene Stärke. Vor allem der Auftritt zu Hause gegen Bregenz als man im Meister-Playoff immerhin um den dritten Platz und somit die Europacup-Teilname kämpfte, war überraschend emotionslos und ohne wirklichen Biss. Die mentale Schwäche ist das große Defizit des Halbfinalisten. Der Mannschaft fehlt ein bisschen das Siegergen.

Aussicht: Im Prinzip dürfte das Duell bereits entschieden sein, bevor die beiden Mannschaften sich überhaupt zum ersten Mal gegenüberstehen. Die Harder verfügen individuell über die größere Klasse, haben die längere Bank und bereits bewiesen, dass sie wichtige Spiele gewinnen können. Hinzu kommt der Heimvorteil in einem möglichen dritten Spiel, den sie wahrscheinlich nicht einmal brauchen werden.

Fivers WAT Margareten

Die Wiener wollten sich unbedingt den ersten Platz nach dem MPO sichern, was am Ende durch die Auswärtsniederlage in Hard aber nicht klappte. Dennoch präsentieren sich die Fivers in diesem Jahr wieder stark und als gutes Kollektiv. Mit dem Cupsieg hat man bereits einen Titel eingefahren und bewiesen, dass man die Harder in Endspielen schlagen kann. Weiter ist die Art und Weise, wie die Mannschaft von Peter Eckl zu Hause auftritt, äußerst beeindruckend.

Stärken: Die Liste der Vorzüge ist lang. Mit Vytas Ziura haben sie einen geschickten Einfädler auf der Mitte, der Wurfmaschine Romas Kiveliavicius und Kreisläufer Christoph Edelmüller einzusetzen weiß. Die Abwehr um Sergyi Biliyk funktioniert gut und der alternde Tormann erlebt seinen x-ten Frühling. Außerdem verfügt der ehemalige Champion über eine außerordentliche Tiefe im Kader. Der Fundus an jungen Spieler scheint in Wien unerschöpflich.

Schwächen: Die Sperre von Markus Kolar könnte den Wiener, trotz der guten Besetzung, weh tun. Der Nationalspieler zeigte im Spiel gegen Hard dem Unparteiischen den Vogel und wurde dafür für zwei Spiele aus dem Verkehr gezogen. Kolar präsentiert sich in dieser Saison in bestechender Form, schaffte den Weg zurück in die ÖHB-Auswahl und ist sowohl in der Verteidigung als auch im Angriff nur schwer zu ersetzen.

Bregenz Handball

Der ehemalige Liga-Dominator hat sich nach Startschwierigkeiten und einigen Querelen gefangen und mittlerweile seinen seinen Spielstil gefunden. Mit der Qualifikation für das internationale Geschäft hat man in Bregenz ein wichtiges Ziel erreicht. Aufgrund der letzten Saison, als man als Sechster das Halbfinale klar verpasste, ist das Erreichen der letzten Vier bereits als Erfolg zu werten. Mittlerweile scheinen die Neuzugänge Poilas Barbarskas und vor allem Spielmacher Mrjalevic akklimatisiert und an die Gangart des Trainers Geir Sveinsson gewöhnt zu haben.

Stärken: Wenn Drasko Mrvaljevic Lust auf Handball verspürt und die zwickende Wade keine Probleme bereitet, gehört er zweifelsohne zu den besten Rückraumspielern der Liga. Mit Keeper Goran Alexis verfügt man über einen sehr starken Schlussmann, der bereits des öfteren in dieser Saison die Kohlen aus dem Feuer geholt hat.

Schwächen: Nicht nur beim Spielmacher aus Montenegro fehlt es in dieser Saison an Konstanz. Die Bregenzer sind im Stande tolle Partien zu liefern, die Regelmäßigkeit lässt aber schwer zu wünschen übrig. Die Mannschaft befindet sich ein wenig im Umbruch, wodurch der Kader die Tiefe, über welche Hard oder die Fivers verfügen, vermissen lässt.

Aussicht: Wie im ersten Duell wird sich auch hier der Favorit durchsetzen. Die Bregenzer haben seit dem Meistertitel in der Saison 2009/10 nicht mehr in Wien gewonnen und die letzten Auswärts-Auftritte der Vorarlberger in der Hollgasse waren allesamt eine klare Sache zugunsten der Hauptstädter. Die eingespielte Truppe von Coach Eckl ist außerdem im Stande in Bregenz durchaus gewinnen und verfügt im Vergleich über die größere individuelle Klasse.

Sebastian Rauch

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