Vorarlberger auf den Spuren von McIlroy und Garcia

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Nach Silber für die Mannschaft bei der U18-Team-EM hat Manuel Trappel nun für den nächsten Riesenerfolg auf Golf-Amateurebene gesorgt. D

Der 21-jährige Vorarlberger wurde am Samstag in Schweden nach einem Sieg im Stechen über den Engländer Steven Brown als erster Österreicher Einzel-Europameister. Nach vier Runden waren die beiden Kontrahenten mit jeweils 278 Schlägen gleichauf gelegen.

Krönung einer starken Saison

Der in Innsbruck lebende und Wirtschaftsrecht studierende Bregenzer, Sohn der ehemaligen Weltcup-Skirennläuferin Ingrid Eberle (1980 in Lake Placid Olympia-Dritte in der Kombi), krönte damit ein schon bisher höchst erfolgreiches Jahr.

Im Juni hatte er die Nationalen offenen Meisterschaften gewonnen und dabei auch alle in Österreich tätigen Professionals geschlagen.

Erst vergangene Woche musste er sich bei den Internationalen Österreichischen Amateur-Meisterschaften im GC Adamstal erst im Stechen geschlagen geben.

Auf den Spuren der Stars

Aus Schweden nahm Trappel dafür freudestrahlend jenen Pokal für ein Jahr mit nach Hause, in den so prominente Namen wie Sergio Garcia oder Rory McIlroy eingraviert sind.

Garcia, mittlerweile Sieger von 20 Profi-Turnieren, hatte 1995 gewonnen. Damals hatte Markus Brier als Vierter für das bisdahin beste ÖGV-Ergebnis bei Einzel-Europameisterschaften gesorgt. 2005 zog Florian Prägant mit Platz vier nach.

McIlroy war 2006 Amateur-Europameister geworden, der Nordire hat vergangenen Juni mit den US Open sein erstes Major gewonnen.

Erste Majorluft darf durch den Sieg aber auch Trappel schnuppern, der für seinen Sieg mit einem Startplatz bei der British Open 2012 belohnt wird.

Er ist damit erst der dritte Österreicher nach Markus Brier und Martin Wiegele, der beim Open Championship teilnimmt.

"Noch nicht realisiert"

Für Österreichs Golfsport ist dies nun auf dem Amateur-Einzelsektor bei den Herren der bisher größte Erfolg.

"Es war eine Wahnsinns-Woche. Ich hab's noch nicht realisiert, aber für den Moment bin ich sehr zufrieden", sagte Trappel.

Im Dreiloch-Playoff hatte Brown gleich am ersten Loch ein Bogey produziert. "Danach war er unter Birdie-Druck. Ich habe nur noch versucht, die Grüns zu treffen und mit zwei Putts im Loch zu sein", erklärte der Vorarlberger, der sich zunächst dem Tennis zugewandt hatte und mit neun Jahren über einen "Tag der offenen Tür" zum Golf gekommen war, seine abgebrühte Spielweise.

Lob vom Sportdirektor

Der Leistungssprung war Trappel auch durch intensives Winter-Training mit dem Nationalteam unter dem schwedischen Coach Fred Jendelid gelungen.

"Manuel hat in den vergangenen Jahren eine unglaubliche Entwicklung durchgemacht", freute sich auch ÖGV-Sportdirektor Niki Zitny.

"Das zeigt, dass unser Weg mit den guten Coaches richtig ist. Derzeit gibt es fast jede Woche Erfolgserlebnisse und viele Europameister in einer der fünf Weltsportarten haben wir ja wirklich nicht", betonte der Ex-Profi.

"Nur fünf Bogeys auf 72 Löchern beweisen, dass Manuel kaum Fehler macht. Das zeichnet alle guten Golfer aus. Er versteht, worum's im Golf geht."

Austrian GolfOpen warten

Schon vor diesem Erfolg war festgestanden, dass Trappel eine Wild Card für Österreichs größtes Profiturnier, die im September stattfindenden Austrian GolfOpen in Atzenbrugg (1 Mio. Euro) erhalten wird.

Dort hatte im Vorjahr Trappels junger Teamkollege Matthias Schwab (verpasste in Schweden wie Philipp Fendt und Lukas Nemecz nach starkem Beginn den Cut) für Furore gesorgt.

Der Steirer, Mitglied des aktuellen U18-Vize-Europameister-Teams, sorgte damals als 32. für die beste Platzierung eines 15-Jährigen auf der European Tour.

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