Überraschungs-Duo an Masters-Spitze

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Es war angerichtet für das lange erwartete und erhoffte Super-Duell zwischen Tiger Woods und Rory McIlroy. Auf den ersten beiden Runden des US Masters in Augusta kam es dann aber anders.

Während McIlroy nach einem Fehlstart ins Turnier am zweiten Tag den Anschluss an die Spitze schaffte, kämpfte Tiger Woods 36 Löchern lang mit seiner Form. Die Folge: Der US-Superstar liegt mit drei über Par acht Schläge hinter dem Spitzen-Duo.

Das bilden überraschend Oldie Fred Couples und Jason Dufner, der noch kein PGA-Turnier gewinnen konnte.

Oldie an der Spitze

Der 52-Jährige Couples, der das Masters 1992 für sich entscheiden konnte, spielt mit fünf unter Par die beste Runde des zweiten Tages.

"Das ist ein kleiner Schock für mich. Es war ein großartiger Tag“, kommentiert Couples, angesprochen darauf, dass er der älteste Spieler der Masters-Geschichte ist, der das Leaderboard anführt. "Hier ist schon so viel passiert. Ein Teil davon zu sein, ist wirklich unglaublich."

Couples ist mit der Zwischenführung längst nicht zufrieden. „Kann ich gewinnen. Ja. Ich glaube, ich kann es.“

Der älteste Spieler, der das Masters jemals gewonnen hat, war Jack Nicklaus, der 1986 46 Jahre alt war.

Dufner wieder an der Spitze

Die Spitzen-Position nach 36 Löchern teilte sich der Oldie mit Dufner, den ein Doppel-Bogey auf Loch vier nicht aus der Bahn warf.

Die Führung zur Halbzeit ist für Dufner keine neue Situation, lag er doch auch beim PGA Championship im August 2011 nach 36 Löchern an der Spitze. Damals lag er vier Löcher vor Schluss fünf Schläge voran – und verlor letztlich im Stechen gegen Keegan Bradley.

Westwood vergibt Führung

Dass Couples und Dufner an der Spitze liegen, verdanken sie auch Lee Westwood. Der Brite, Führender nach Tag 1, spielt eine gute zweite Runde. Allerdings nur bis zum 18. Loch, wo er ein Doppel-Bogey hinnehmen muss. Statt der alleinigen Führung mit sechs unter Par, liegt er nun auf dem geteilten dritten Rang.

„Wenn du auf diesem Platz nur etwas die Position verlierst, kann er dich richtig bestrafen“, weiß Westwood. „Aber ich bin bereit für das Wochenende.“

Das gilt auch für Sergio Garcia oder Miguel Angel Jimenez, den zweiten Oldie in der Spitzengruppe.

McIlroy in Lauer-Position

Und auch für Rory McIlroy. Der Nord-Ire wurde vor dem Turnier neben Tiger Woods als Top-Favorit gehandelt. Nach einem kapitalen Fehlstart ins Turnier – Doppel-Bogey auf Loch eins – kämpft sich der US-Open-Sieger von 2011 zurück ins Turnier und liegt nach der zweiten Runde mit einem Schlag Rückstand auf dem geteilten dritten Rang.

„Ich kann nicht sagen, dass ich in einer Position bin, um zu gewinnen. Warten wir ab, was morgen passiert“, bleibt der Jungstar nach seiner zweiten Runde zurückhaltend.

„Ich denke, dass ich in den letzten beiden Tagen solides Golf gespielt habe. Es hätte aber einige Schläge besser sein können – das denken sich aber sicherlich einige Spieler im Feld. Aber ich bin in einer guten Position. Und nach dem Start gestern hätte ich das sofort genommen.“

Traumstart wird zum Alptraum

Das gilt nicht für den zweiten Top-Favorit. Für Tiger Woods ist das US Masters 2011 mehr Kampf, als Glanz. Sind es am ersten Tag die Abschläge, die den vierfachen Masters-Sieger ein besseres Ergebnis vermasseln, kämpft der 36-Jährige am zweiten Tag mit seinem Spiel im Allgemeinen.

Dabei beginnt es für Woods perfekt. Birdie auf der Eins, Birdie auf der Drei. Was wie eine Traumrunde beginnt, entwickelt sich in der Folge eher zum Alptraum.

Woods verzeichnet fünf Bogeys – und kann kein weiteres Birdie nachlegen. Der Frust ist dem ehemaligen Dominator der Szene  im Lauf der Runde immer mehr anzusehen.

Höhepunkt ist Loch 16, wo er den Abschlag am Par drei in den Bunker setzt. Der Schläger fängt den Frust ab. „Es ist nur ein 9er-Eisen, nicht so hart“, kommentiert Woods anschließend, um schließlich ernst zu werden: „Es ist ein einfacher Golf-Schlag. Und ich habe ihn einfach … getroffen.“

Es hätte mehrere Möglichkeiten gegeben: „Das einzige, was du nicht tun darfst, ist ihn rechts neben das Loch zu spielen. Und was mache ich? Ich spiele ihn rechts neben das Loch. Das war sehr frustrierend.“

Rückfall in alte Tendenzen

Er kann das Ergebnis aber nicht an einzelnen schlechten Entscheidungen festmachen. Vielmehr als Fülle von vergebenen Chancen. „Ich hatte einen schlechten Putt auf der vier, einen schlechten Schlag auf der sechs. Alles keine großen Sachen“, so Woods. „Dann haben ich einen Schlag auf der acht verfehlt, einen auf der neun. Und einige Dinge auf den Back 9.“

Frustrierend sei vor allem gewesen, dass er sich immer wieder Phasen erarbeiten konnte, wo es gelaufen sei. „Dann hat aber immer ein kleines Bisschen gefehlt“, so Tiger. „Das ist wirklich frustrierend.“

In einer ersten Analyse hat er das Problem auch schon ausgemacht: „Ich weiß eigentlich, was zu tun ist. Aber ich falle immer wieder in alte Tendenzen zurück.“

Sieg noch nicht abgeschrieben

Mit 8 Schlägen Rückstand ist Woods eigentlich aus dem Rennen um den Sieg. Geschlagen geben will sich der Tiger aber noch nicht. „Ich kann das schaffen. Ich muss nur geduldig bleiben.“

Zur Erinnerung: 2011 startete Woods mit sieben Schlägen Rückstand in die Schlussrunde und übernahm zwischenzeitlich sogar die Führung.

Pos Spieler 1.Rd 2.Rd Ges Total
1. Fred Couples (USA) 72 67 139 -5
1. Jason Dufner (USA) 69 70 139 -5
3. Louis Oosthuizen (RSA) 68 72 140 -4
. Lee Westwood (ENG) 67 73 140 -4
. Sergio Garcia (ESP) 72 68 140 -4
. Rory McIlroy (NIR) 71 69 140 -4
. Bubba Watson (USA) 69 71 140 -4
8. Paul Lawrie (SCO) 69 72 141 -3
. Miguel Angel Jimenez (ESP) 69 72 141 -3
. Matt Kuchar (USA) 71 70 141 -3
weiters:
11. Phil Mickelson (USA) 74 68 142 -2
40. Tiger Woods (USA) 72 75 147 +3
40. Charl Schwartzel (RSA/TV) 72 75 147 +3
47. Luke Donald (ENG) 75 73 148 +4
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