Zehn Jahre Warten sind genug

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Ernie Els triumphiert bei den British Open

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Der Sieger der 141. British-Golf-Open heißt überraschenderweise zum zweiten Mal nach 2002 Ernie Els.
 
Der 42-jährige Südafrikaner fing am Sonntag in einer dramatischen Schlussrunde den lange Zeit wie der sichere Sieger aussehenden Australier Adam Scott ab und gewann mit einem Schlag Vorsprung sein viertes Major.
 
Neben der berühmten silbernen Rotweinkanne (Claret Jug) sicherte sich Els 1,135 Mio. Euro Preisgeld. US-Superstar Tiger Woods verpasste seinen 15. Major Titel als geteilter Dritter um vier Schläge.
 
Els musste auf Scott warten
 
"Viele Leute haben schon lange auf meinen vierten Major-Erfolg gewartet", sagte Els, der wegen seines eleganten Schwunges den Spitznamen "The Big Easy" trägt.
 
Der Jubel im noblen Royal Lytham and St. Annes Golfclub war groß, auch wenn Els mit einem Gesamtscore von 273 Schlägen schon längst fertig war und auf den lange Zeit führenden Scott im Clubhaus warten musste.
 
Seine 68er-Schlussrunde reichte letztlich, weil Scott auf den letzten vier Löchern vier Schlagverluste (Bogeys) kassierte und am Ende nur eine 75 nach Hause brachte.
 
Die Einheimischen hatten auf einen Sieg des 32-jährigen Australiers gehofft, denn die Großeltern des Wahlschweizers (Crans Montana) stammen aus dem kleinen Seebad an der Westküste.
 
Els tröstet den Verlierer
 
Den hochgewachsenen Südafrikaner hingegen hatte keiner auf der Rechnung.
 
"Scottie ist ein guter Freund und wird diese Trophäe noch viele Male in den Händen halten", sagte Els und tröstete den Verlierer. Mit einem Birdie am letzten Loch hatte er Scott enorm in Zugzwang gebracht.

Dessen Abschlag an der 18 landete in einem der tiefen 206 Bunker. Der Putt zum Einzug ins Stechen gegen den wartenden Els rollte knapp am Loch vorbei - und die Niederlage war besiegelt.
 
Woods mit Querfeldein-Golf
 
Woods, der mit einem Triumph unbedingt wieder die Nummer eins der Welt werden wollte, hatte sich so viel vorgenommen.
 
Der Kalifornier wurde von tausenden Fans unermüdlich mit "Tiger, come on"-Rufen angefeuert. Doch der 36-Jährige spielte zum Abschluss Querfeldein-Golf und verzweifelte.
 
Alle Chancen auf eine Aufholjagd beendete er mit einem Triple-Bogey an der sechsten Bahn, als er sich aus einem tiefen Bunker vor dem Grün nicht befreien konnte.
 
Fast hätte ihn der Ball nach dem ersten Schlag noch an der Schulter getroffen, und er hätte einen Strafschlag kassiert. Sandschlag Nummer zwei aus dem Sitzen war zwar erfolgreich, aber die anschließenden Putts missrieten.
 
Woods schimpfte vor sich hin
 
Der Tiger, der sich 2000, 2005 und 2006 in der Siegerliste verewigt hatte, schüttelte immer wieder den Kopf und schimpfte vor sich hin.
 
Zuvor hatte er in der gesamten Woche kein einziges Bogey kassiert. Er gab sogar seinen Matchplan auf und griff zum Driver, wurde aber für das Risiko nicht belohnt.
 
Branchenführer Luke Donald beendete die Open auf Platz fünf (278), der Weltranglisten-Zweite Rory McIlroy aus Nordirland wurde nur 60. mit zehn Schlägen mehr. Der 23-Jährige gewann im Vorjahr die US Open, kann sich derzeit aber nicht aus seiner Formkrise herausspielen.
 
Els gehört zu den erfolgreichsten noch aktiven Golfern. Dennoch stellt sein Sieg eine Überraschung dar, denn in den vergangenen Jahren waren seine Erfolge auch an den normalen Turnieren der verschiedenen Touren spärlich geworden.
 
Mit dem Sieg von Els steht fest, dass die jüngsten 16 Golf-Majors von 16 verschiedenen Spielern gewonnen worden sind.

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