Die besondere Frustbewältigung

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British-Open-Sieg als Frustbewältigung für Mickelson

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Einen Monat nach der herben Enttäuschung bei den US Open hat Phil Mickelson im schottischen Gullane einen emotionalen Sieg eingefahren.

Der 43-jährige US-Amerikaner holte sich am Sonntag bei seinem 20. Antreten bei den British Open zum ersten Mal die silberne Rotweinkanne "Claret Jug" und damit seinen fünften Major-Triumph.

Noch wenige Wochen zuvor hatte Mickelson beim US Open zum sechsten Mal in seiner Karriere mit Rang zwei vorlieb nehmen müssen.

Erfolg für "geprügelten Hund"

Nach seiner in der letzten Runde verspielten Führung war Mickelson damals wie ein geprügelter Hund vom Platz geschlichen.

Schottland erwies sich für den Profi aus Kalifornien aber nun als idealer Boden zur Frustkompensation.

Eine Woche nach seinem Titelgewinn bei den Scottish Open krönte sich Mickelson im Muirfield GC mit drei Schlägen Vorsprung auf den Schweden Henrik Stenson zum Sieger.

"Lefty" begeistert alle

"Nach der Enttäuschung bei den US Open war ich am Boden. Dies als Motivation, als Sprungbrett zu nutzen, fühlt sich unglaublich an. Heute ist ein Tag, an den ich immer festhalten und mich zurückerinnern kann", erklärte der strahlende Mickelson nach getaner Arbeit.

Nach drei Runden auf Rang neun liegend, legte "Lefty", wie der Rechtshänder mit dem Linksschwung liebevoll genannt wird, in der Entscheidung mit seinem exzellenten kurzen Spiel eine nahezu perfekte 66er-Runde hin. Diese konnte keiner kontern.

Zwar blutete den Briten ein wenig das Herz, weil der nach drei Runden führende Engländer Lee Westwood wieder einmal den Sprung nach ganz oben verpasst hatte. Doch die Art und Weise, wie der Familienmensch Mickelson den Sport lebt, imponiert allen.

US-Open-Sieg zur Unsterblichkeit

Nach seinen Erfolgen bei den US Masters (2004, 2006, 2010), der PGA Championship (2005) sowie nun bei den British Open fehlt ihm nun nur noch ein Erfolg bei den US Open, um den Grand Slam der Profi-Golfer zu vollenden.

Dieses Kunststück haben bis dato erst fünf Spieler - neben dem noch aktiven Tiger Woods auch Jack Nicklaus, Gary Player sowie die verstorbenen Ben Hogan und Gene Sarazen - vollbracht.

"Diese fünf Spieler sind die Größten aller Zeiten, die immer in einem speziellen Licht erscheinen", meinte Mickelson.

Er sei deshalb "sehr hoffnungsfroh", dies mit dem herbeigesehnten Erfolg bei den US Open auch zu schaffen.

Woods' Warten geht weiter

In der Weltrangliste schlug sich der Titelgewinn für ihn mit Platz zwei im Ranking nieder. An der Spitze steht ungefährdet der in Schottland als Sechstplatzerter enttäuschende Tiger Woods, der bereits seit 2008 auf seinen 15. Major-Sieg wartet.

Der mit Platz 64 ebenfalls nicht zufriedene Burgenländer Bernd Wiesberger ("Es war nicht meine Woche") ist nun auf dem 59. Rang zu finden.

Österreichs Nummer eins verpasst damit die Teilnahme am nächsten WGC-Event, dem Bridgestone Invitational. Bei der PGA Championship in Oak Hill im US-Staat New York im August ist Wiesberger aber wieder mit von der Partie.

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