Phil, the Thrill!

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Phil Mickelson in der Hall of Fame

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„Du kannst nicht damit beginnen, dir deine Träume zu erfüllen, wenn du keine großen Träume hast“, begann Phil Mickelson diesen Montag seine Danksagung anlässlich der Aufnahme in die World Golf Hall of Fame.

Und der 41-Jährige schloss seine bewegende Rede mit den Worten: „Seit ich ein kleines Kind war und erstmals einen Golfschläger in die Hand nahm, lebe ich meinen Traum.“

Eine Kopie des Vaters

Mickelson wurde in San Diego, Kalifornien, geboren und wuchs sowohl hier als auch in Scottsdale, Arizona, auf. Obwohl er sonst in allen Lebenslagen Rechtshänder ist, spielt er Golf bis heute linkshändig, da er von klein auf den Schwung seines rechtshändigen Vaters als Art Spiegelbild kopierte.

Mickelsons Dad, der Pilot war, begann noch vor dem Schulalter mit seinem Sohnemann zu spielen und zu trainieren. Der kleine Phil tüftelte im Hinterhof des elterlichen Anwesens in San Diego an seinem kurzen Spiel, das ihn bis heute auszeichnet.

College-Dominator

Nach der Highschool ging „Lefty“ auf die Arizona State University (ASU) in Tempe. Er wurde dort zum „Gesicht des amerikanischen Amateurgolfsports“, mit drei NCAASiegen und drei Haskins Awards (1990, 1991, 1992) war er der herausstechendste Collegegolfer. Zusätzlich war er 1990 der erste Linkshänder, der sich den US-Amateur-Titel holen konnte.

Seine größte Leistung aber war mit Sicherheit 1991 im Alter von 20 Jahren, immer noch als Amateur, sein erster Sieg bei einem PGA-Tour-Event, der Northern Telecom Open in Tucson. Er war erst der sechste und bislang letzte Spieler in der Geschichte, dem es als Amateur gelang, einen PGA-Tour-Titel zu holen.

Rivalität mit Tiger

1992, nach seinem Universitätsabschluss, wechselte Mickelson ins Profilager. Dank seines Sieges in Tucson im Jahr zuvor musste er nicht in die Qualifying School und hatte seine Tourkarte in der Tasche. Schon kurz danach folgten weitere Siege, und im Laufe der Zeit kristallisierte sich PhillyMick immer mehr als Herausforderer des damals dominierenden Tiger Woods heraus.

Die Rivalität ging auch oft über den Golfplatz hinaus, vor allem in den Ryder-Cup-Matches wurde klar, dass die beiden sowohl menschlich als auch spielerisch nicht sonderlich harmonieren, was zu mehreren verlorenen Partien gegen die als stets einheitliches Team auftretenden Europäer führte.

Mickelsons Spiel kann als kraftvoll, aber oft ungenau bezeichnet werden. Sein Markenzeichen ist das exzellente kurze Spiel, vor allem seine „Phil Flop Shots“ genießen Kultstatus.

Vierfacher Major-Sieger

Trotz seiner Erfolge haftete Phil ewig das Label „Bester Golfer ohne Major“ an. Erst im Jahr 2004 beim Masters in Augusta ging der Knoten auf, danach holte sich der Lefty noch zwei weitere „Green Jackets“ (2006 und 2010) sowie eine PGA Championship (2005). Vor allem seine dramatischen Niederlagen bei den US Open haften aber immer noch als Makel an seiner sonst weißen Weste.

Insgesamt konnte Mickelson bis dato 40 PGA-Tour-Events gewinnen und mehr als 66 Mio. Dollar an Preisgeld einsacken. Als „ewiger Zweiter“ hinter Tiger Woods war es dem 41-Jährigen aber stets versagt geblieben, auch nur einmal die Nummer-eins-Position in der Weltrangliste zu übernehmen. Doch wer Mickelson kennt, der weiß: Sein Traum ist noch nicht ausgeträumt!

Markus J. Scheck

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