Sieg, Hochzeit, Sieg - Dufners Traum-Monat

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Was hat Jason Dufner innerhalb eines Jahres nun schon alles erlebt.

Vergangene Saison musste der Amerikaner noch mit ansehen, wie sein Landsmann Keegan Bradley ihm die schon sicher geglaubte PGA Championship vor der Nase wegschnappte.

Doch anstatt sich in sein Schicksal zu ergeben und weiterhin sieglos auf der Tour zu bleiben, schaffte Dufner 2012 den kompletten Turnaround seiner Karriere.

Sieg, Hochzeit, Sieg

Nach seinem ersten Toursieg Ende April in New Orleans nahm sich Jason eine Woche golffrei, um seine Freundin Amanda zu heiraten. Jetzt hat der frischgebackene Ehemann bei der Byron Nelson Championship erneut zugeschlagen und sich dank Karrieretitel Nummer zwei an die Spitze des FedEx Cups gesetzt.

„Dieser Monat ist schon unglaublich. Die Hochzeit war ja schon seit einem Jahr geplant, aber dass es mit dem Golf so gut klappt, freut mich und Amanda natürlich besonders“, so Dufner nach seinem Sieg.

Die 17 sortiert aus

Doch geschenkt wurde dieser dem 35-Jährigen bei der Byron Nelson Championship im TPC Four Seasons Resort natürlich nicht. Noch bis Mitte der Finalrunde hatte sich eine große Gruppe von Titelaspiranten geformt.

Publikumsliebling Phil Mickelson lag dank sechs Birdies bis zur 16 aussichtsreich im Rennen, ehe ihm mit Bogeys an 17 und 18 die Puste ausging. Die 17 wurde auch Jonas Blixt und J.J. Henry zum Verhängnis. Tourrookie Blixt (-9) zeigte die beste Vorstellung seiner Karriere, verfehlte seinen ersten möglichen PGA-Tourtitel durch das Bogey auf dem vorletzten Loch allerdings um zwei Schläge.

Noch bitterer traf es Henry (-9), der dank eines Hole-in-Ones auf Bahn fünf und Birdies auf 15 und 16 die Führung im Turnier übernahm, ehe ihn ein Doublebogey auf der ominösen 17 jäh aus der Bahn warf. Um die Bogey-Gruppe zu komplettieren, leistete sich auch noch der im Spitzenfeld liegende Australier Marc Leishman (-9) einen Schlagverlust auf der 17, um ebenfalls an Boden zu verlieren.

Als von den Titelaspiranten einer nach dem anderen kurz vor Schluss scheiterte, begann sich Tourveteran Joe Durant mit 9 unter Par im Clubhaus langsam Hoffnungen auf ein Stechen zu machen.

Dufner vs Pride

Doch er hatte die Rechnung nicht mit Dicky Pride und Jason Dufner gemacht. Pride, der in über 20 Jahren auf der Tour nur einen einzigen Titel (1994) gewinnen konnte, spielte das Turnier seines Lebens und zog dank einer unglaublichen Birdieserie von 15–17 mit dem bei mitlerweile 10 unter Par liegenden Jason Dufner gleich.

Voller positiver Gedanken machte sich Pride an seinen Abschlag auf der 18. Diesen schlug der Amerikaner allerdings zu weit links und musste so mit ansehen, wie sein Ball im Wasser landete. „Das war’s“, dachten sich wohl die meis­ten Zuschauer und klatschen verhalten Beifall, als Dicky Pride durch den Penalty erst mit dem dritten Schlag das Grün erreichte. 

Die Putts fallen

Schon den ganzen Tag über zeichnete sich das Grün der 18. Bahn durch seine extrem schwer zu lesenden Breaks aus, die die Spieler ein ums andere Mal vor ein Rätsel stellten.

Sieben Meter hatte Dicky Pride, um das Par zu retten – und schaffte tatsächlich die Sensation. Wie an der Schnur gezogen lief sein Ball Richtung Loch, um wenig später unter frenetischem Beifall der Fans darin zu verschwinden. Dank eines Pars hatte Pride nun bei 10 unter Par die alleinige Führung im Clubhaus inne.

Birdie bringt den Sieg

Jason Dufner beobachtete dieses Schauspiel nach seinem besten Drive des Tages gute 100 Meter vom Grün entfernt. Ein Birdie zum Sieg musste her, doch Dufners Approach war alles andere als gut.

Acht Meter mit schwierigem Break hieß nun die Aufgabe, um das Turnier zu gewinnen. Und als ob das alles das reinste Kinderspiel wäre, ließ Jason Dufner seinen Ball bergab zum Birdie ins Loch rollen.

Ganz gelassen nahm Dufner die Ovationen der Zuschauer für seine zweiten Toursieg entgegen – und man sah ihm an, dass er das Ganze wohl selbst kaum glauben konnte.

Hubertus Tho Rahde

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