Die Auserwählten

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Ryan Moore ist ein Individualist. Einer, der sich nicht so einfach kaufen lässt – auch nicht für zigtausend Sponsorendollars. Er scheint Deals tatsächlich nur aus Überzeugung, nicht aus Berechnung einzugehen und ist damit tatsächlich ein Einzelfall auf der Tour.

Nicht dass er finanziell darauf angewiesen wäre – alleine 2010 verdiente Moore rund 1,7 Millionen USD mit seinen Turnieren. Sowohl Equipment als auch Klamotten und Schuhe sucht sich der 29-jährige PGA Professional ganz gezielt aus – und zwar lediglich nach seinem persönlichen Geschmack. Und der ist mittlerweile Kult.

Als einziger PGA- Tourprofessional zog Moore 2009 eine ganze Saison lang freiwillig ohne auch nur einen einzigen Schriftzug über die Fairways und hob sich dadurch stark von seinen Litfaß-Säulen ähnelnden Kollegen ab. „Alles, was ich auf dem Platz trage, habe ich selbst bezahlt“, gab er 2009 in einem Interview unverhohlen zu Protokoll.

Mit ungewöhnlichem Schlips, Retro-Weste und Trucker-Kappe prägte Moore seinen eigenen Stil und avancierte in kürzester Zeit zur Modeikone unter den Golf-Individualisten.

Tritt der standhafte Sponsorfreie dann doch mit einem Firmenlogo auf Stirn, Brust oder Fußsohle auf der Bühne der Eitelkeiten auf, sorgt dies natürlich für besondere Aufmerksamkeit für die auserwählten Partner.

Nicht zuletzt deshalb, weil Moore seine Überzeugung meist gleich in Stein meißelt: Bei seinem ersten Equipment-Hersteller Scratch Golf stieg Moore sogleich als Partner ein. Die Liebe währte jedoch nicht lange – 2010 trennte er sich von Scratch Golf und entschied sich für einen Vertrag mit Adams Golf.

Mit True linkswear wagt Moore nun ein zweites Mal die Partnerschaft mit einem Start-up-Unternehmen, auf das er im wahrsten Sinne des Wortes zu stehen scheint.

Investor & Botschafter

 Der True Tour Shoe ist das Initial-Produkt des in Dallas, Texas, beheimateten Start-up-Unternehmens True linkswear, dessen wichtigster Investor, Botschafter und Mitbegründer Ryan Moore ist.

Seit Mai 2010 trägt Moore den True Tour Shoe werbewirksam auf der PGA Tour, im Jänner diesen Jahres launchte das Unternehmen den Schuh offiziell bei der PGA Merchandise Show in Orlando.

Seitdem hat der Sneaker-ähnliche Golfschuh mit der breiten Nase durch Moore einiges an Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Nicht zuletzt aufgrund seines perfekt zu Moores individuellem Styling passenden Designs.

Sieht der True Tour Shoe doch alles andere als wie ein Golf-Tour-Schuh aus, sondern eher wie ein Freizeit-Sneaker, den Teens und Twens in der Disco tragen.

Dem Boden ganz nah sein

Ganz dem derzeitigen US-Trend folgend, setzt der True Tour Shoe auf eine sogenannte „Barfuß-Plattform“, die dem Träger ein möglichst authentisches Barfuß-Gefühl vermitteln soll. So lautet auch der Werbeslogan des Labels schlicht und einfach  „Feel the Course“.

Die Barfuß-Plattform und der extra breite Zehenbereich – der unweigerlich an das Design der Alternativmarke Camper erinnert, deren Motto ebenso lautet, anders, kreativ und mit einem Plus an Persönlichkeit aufzutreten – soll für mehr Stabilität und Bodenhaftung beim Golfschwung sorgen.

„Die größere Oberfläche bietet mehr Kontakt mit dem Boden“, erklärt True-linkswear-Präsident Rob Rigg, „Für gewöhnlich sind Golfschuhe im Zehenbereich schmäler und haben eine Zwischensohle, dadurch ist der Fuß mindestens 20 Millimeter über dem Boden. Der True Tour hat lediglich eine 2,5 Millimeter dünne Außensohle und keine Zwischensohle.“

Sinnliche Verbindung

Die Schuhe verzichten auf Soft-Spikes und haben stattdessen ein sogenanntes „Ergo-Traction“-Profil mit vier Millimeter hohen Stoppeln, die in der Sohle integriert sind und dank ihrer besonders guten Bodenhaftung bereits den Spitznamen „traction slippers“ haben.

Zusätzliche horizontale Balken im Sohlenprofil bieten beim Bergauf- und Bergabgehen Halt,  während vertikale Balken während des Golfschwungs Halt liefern.

Die freien Stellen zwischen diesen Stoppeln und Balken der flexiblen Sohle sollen den Golfer sensorisch mit dem Boden verbinden.

 „Erster echter Hybrid-Schuh“

„Das ist der erste echte Hybrid-Golfschuh, der jemals kreiert wurde“, versichert Rigg. „Hybrid-Golfschuh bedeutet, man kann die Schuhe ‚on and off the course‘ tragen, d.h. man kann buchstäblich morgens in diesen Schuhen aufwachen, mit ihnen zur Arbeit gehen, anschließend eine 9-Loch-Runde Golf spielen, Abendessen gehen, heimkommen und sie erst dann wieder ausziehen – und deine Füße werden die ganze Zeit glücklich sein.“

Die Idee des „on and off the course“-Golfschuhs ist allerdings nicht neu und konnte sich zumindest bei guten Spielern  bis dato nicht wirklich durchsetzen. Der True-linkswear-Präsident Rob Rigg verleiht der Idee dennoch besondere Glaubwürdigkeit, denn er gilt als Begründer der The Walking Golfers Society (www.thewalkinggolfer.com), die sich seit Jahren der Förderung der vielen Vorteile des Gehens beim Golfen widmet.

Riggs Leidenschaft für den Golfsport als „Sport zu Fuß“ war der Auslöser für seine Beteiligung bei True linkswear, nachdem er jahrelang bei Nike gearbeitet hatte.

Auch Sean Eidson, CEO und zweiter Begründer des Unternehmens, hat sich der „Barfuß-Idee“ verschrieben. Die Kooperation mit Ryan Moore bezeichnet Rigg – durchaus zu Recht –  als „Glücksfall“: „Ryans Ehrlichkeit und Authentizität sind so erfrischend.

Wir wussten: Wenn Ryan unsere Schuh tragen würde, dann nur, weil er es wollte und weil er von unserem Konzept überzeugt wäre – nicht weil wir ihn dafür bezahlten“, so Rigg in einem Interview mit sirshanksalot.„Die meis­ten Golfschuhe vertrauen auf Spikes für eine optimale Bodenhaftung, als ob es für die Inspiration für Golfschuhe einen unumstößlichen Dresscode gäbe.

Unsere Inspiration für einen Golfschuh ist der menschliche Fuß. Und wir haben festgestellt, dass der Schlüssel zu optimaler Bodenhaftung eine große Kontaktfläche zum Boden ist.“

Memory Funktion im Schuh

Ganz ohne Hightech kommt der Barfuß-Golfgedanke aber dann doch nicht aus. Denn auch wenn Barfußgehen als das gesündeste Gehen schlechthin gilt, braucht der Fuß des Golfers Halt und Stabilität über mehrere, ermüdende Stunden hinweg.  Der in der Ferse des True Tour eingesetzte „Memory Foam“ soll für die perfekte Passform sorgen – der oftmals in Sportschuhen zum Einsatz gebrachte Spezialschaumstoff „merkt“ sich die Fußform und passt sich dadurch optimal den individuellen Besonderheiten des Fußes an. Dies bedeutet wiederum weniger Anfälligkeit für Blasen im sensiblen Fersenbereich.

360° Wasserfest

Das Golfschuhe wasserfest sein müssen, steht außer Frage, die True-linkswear-Schuhe rühmen sich jedoch einer sogenannten 360°-Imprägnierung.

Dabei soll auch die oftmalige Schwachstelle – die Zunge des Schuhs – rundum dicht sein. Und das sogar bei starken, stundenlangen Regengüssen. 

Farbauswahl

Die True Tours sind derzeit in sechs verschiedenen Modellen erhältlich – in Schwarz, in Weiß, in Braun oder in den Kombinationen Schwarz/Weiß, Weiß/Schwarz und Braun/Weiß –, für Herren in Größen 39 bis 49,5.

Seit einigen Wochen gibt es nun auch die lange angekündigte limitierte Sommer-Edition in Rot/Weiß.

Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers liegt bei 159 USD, erhältlich sind die True Tours im Internet unter www.truelinkswear.com. Für Damen gibt’s die True Tours derzeit noch nicht.

Kunde entscheidet

„Wir freuen uns auf das Kundenfeedback über die Bodenhaftung der True Tours und die  Ergo-Traction-Sohle aus TPU-Kunststoff im direkten Vergleich mit Schuhen mit herkömmlichen Soft-Spikes“, so der Präsident des Start-ups. „Die ersten Rückmeldungen von Ryan Moore und unseren Produkttestern waren sehr positiv, aber im Endeffekt entscheidet der Verbraucher. Und wir hoffen, dass die Verbraucher uns eine Chance geben.“

Nina Weidinger

www.truelinkswear.com

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