Davis Love IIII - Der talentierte Softie

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Kurz nachdem er am US Masters 1964 teilgenommen hatte, bekamen Davis M. Love Jr. und seine Frau Helen einen Sohn.

Davis Milton Love III erblickte am 13. April 1964 das Licht der Welt.

Als Jugendlicher gehörten Eishockey und Golf zu seinen großen Leidenschaften – als es darauf ankam, entschied er sich für Letzteres.

Bei seinem Vater, der sich als Profi wie auch als anerkannter Teachingpro einen Namen gemacht hatte, war er bestens aufgehoben.

Sowohl an der High School als auch später an der Universität von North Carolina machte Davis golferisch von sich reden.

Antrag am Stoppschild

Nach dem Sieg bei der Atlantic Coast Conference Championship wechselte Davis Love III 1985 ins Profilager und erspielte sich auf Anhieb die Tourkarte.

Schon in seinen ersten Tourjahren bestach Davis durch seine Power. 1986 konnte Love III zwar noch kein Turnier auf der PGA Tour gewinnen, führte als Rookie jedoch schon sensationell die Driving-Distance-Liste an.

Außerdem heiratete er seine Freundin Robin, die er mit einem Ring im Handschuhfach seines Auto überraschte.

„Wir standen unter einer Laterne an einem Stoppschild. Davis bat mich, eine Kassette aus dem Fach zu holen, da sah ich den Ring. Ich war geschockt, aber gleichzeitig die glücklichste Frau auf der Welt“, so Robin über den etwas unorthodoxen Antrag.

Schicksalsschlag

1987 gewann Davis bei der MCI Heritage (ein Turnier, bei dem er 1991, 1992 und 2003 drei weitere Male siegreich ist) seinen ersten PGA-Tour-Titel, im Juni 1988 wurde Tochter Lexi geboren.

Alles schien nach Plan zu laufen, als ein fürchterliches Unglück die Familie Love erschütterte.

Vater Davis Love Jr. kam am 13. November bei einem .Flugzeugabsturz in der Nähe von Jacksonville ums Leben – Davis fiel in der Folge auch golferisch in ein tiefes Loch.

Comeback

1990 fand er zu seinem Spiel zurück. Dank seinem neuen Coach Butch Harmon gehörte er in den 90er-Jahren zum Besten, was die Golfwelt zu bieten hatte.

Der Lohn neben zahlreichen Turniersiegen war ein 50­-Millionen-Dollar-Deal mit Titleist. Die Zukunft des passionierten Anglers und Jägers und seiner Familie war gesichert, jetzt fehlte noch nur ein Major-Sieg.

Nachdem er bei den US Open 1996 durch einen Dreiputt am letzten Loch ein Stechen verpasst hatte, gelang Love III bei der PGA Championship 1997 der ganz große Wurf.

Obwohl die 97er-Saison (Nierenstein und Disqualifikation von der Players Championship) alles andere als verheißungsvoll begonnen hatte, war Love III im Winged Foot Golf Club voll bei der Sache.

Erneut konnte er seinen Längenvorteil ausspielen und gewann am Ende mit fünf Schlägen Vorsprung auf seinen guten Freund Justin Leonard.

Nach dem Sieg konnte der sonst so ruhig wirkende Love III seine Emotionen nicht mehr verbergen, als er seine Mutter in die Arme schloss und beide Davis Jr. gedachten.

Es war viel mehr drinnen

Nach seinem ersten Major-Sieg gelangen Davis in der Folgezeit acht weitere Siege, ehe er mit seinem 20. und letzten Titel bei der Children’s Miracle Network Classic im Jahre 2008 die lebenslange Tourmitgliedschaft erlangte.

Trotz der vielen Siege und eines Majors werfen viele Golfexperten Davis Love III vor, dass er sein großes Potenzial nie zur Gänze ausgeschöpft hätte.

Bestätigt wird dies durch seinen Playoff-Rekord von 2-7 und die nicht gerade schmeichelhafte Ryder-Cup-Bilanz von 9-12-5 aus sechs Vergleichen.

Von 26 Führungen, die er vor der Schlussrunde innehatte, brachte er nur elf ins Ziel.

„Wenn Davis egoistischer gewesen wäre und mehr auf sich geachtet hätte, wäre Tiger Woods heute nicht so ein großes Thema“, brachte es der langjährige Manager von Love III, Mac Barnhardt, einmal auf den Punkt. 

Hubertus Tho Rahde

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