"Wir haben zu wenig gelocht"

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Weltmeisterlich - US-Golfer gewinnen Amateur-WM

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Alle zwei Jahre finden die World Amateur Team Championships unter dem Deckmantel der International Golf Federation statt. In diesem Jahr war die Türkei Schauplatz des Spektakels.

Nachdem die Damen in der Vorwoche den Sieg bei der Espirito Santo Trophy ausspielten, ging es letzte Woche für 72 Herren-Teams um die vielbegehrte Eisen­hower Trophy.

Favoritensieg

Als klare Favoriten gingen die US-Amerikaner ins Turnier, die mit der aktuellen Nummer eins der Amateur-Weltrangliste, Chris Williams, dem frischgebackenen US-Amateur-Champion Steven Fox und dem talentierten Justin Thomas in Bestbesetzung antraten.

Und die US-Boys wurden ihrer Favoritenrolle mehr als gerecht und siegten überlegen bei dem wegen Wetterkapriolen auf 54 Loch verkürzten Event. Von insgesamt 28 Eisenhower-Trophy-Wettbewerben konnten die US-Amerikaner nun bereits den 14. Sieg verbuchen.

„2004 war das letzte Mal, dass die Trophy den Weg in die USA fand, und es ist großartig, dass es nun endlich wieder so weit ist“, freute sich USA-Captain Jim Vernon, der frühere Präsident der USGA.

„Wir hatten drei Jungs, die sich toll verstanden und als Team auftraten.“ Geführt wurde das Team von Chris Williams, der nur hauchdünn den Einzeltitel verpasste. „Es macht Spaß, alleine zu gewinnen“, so der Senior an der University of Washington.

„Aber es gibt nichts Besseres, als mit dem Team zu gewinnen, noch dazu als Vertreter der USA.“ Um einen Schlag besser als Williams schnitt der Mexikaner Sebastian Vazquez ab, der bei seinem letzten Turnier als Amateur auch maßgeblich dazu beitrug, dass die Mexikaner die erste Medaille in der Geschichte des Events erringen konnten.

Bronze glänzt wie Gold

Auf dem geteilten dritten Platz landeten die Titelverteidiger aus Frankreich, das Team aus Korea und sensationell die deutsche Mannschaft rund um Bundestrainer Ulrich Zilg. Moritz Lampert, Maximilian Rottluff und Marcel Schneider ließen sich von den schwierigen Bedingungen nicht beeindrucken.

Vor allem Lampert spielte herausragend, machte etliche Birdies und sogar zwei Eagles. Mit Scores von 70, 66 und 65 wurde er Dritter der Einzelwertung.

DGV-Präsident Hans Joachim Nothelfer war vom Erfolg der DGV-Teams überwältigt: „Ich bin sprachlos. Die WM-Medaillen unserer Damen und Herren untermauern, dass die Vision Gold Gestalt annehmen  kann. Die Vorfreude auf die Olympischen Spiele 2016 steigt!“

Zu wenig gelocht

Zwiespältig wie das gewittrige Wetter in Antalya fiel hingegen Österreichs Resümee bei der Herren-Team-WM aus. Mit Platz 22 erreichten Manuel Trappel, Lukas Nemecz und Tobias Nemecz zumindest das angepeilte Minimalziel bei der Eisenhower Trophy.

In Abwesenheit des Frontrunners Matthias Schwab, der in der Woche zuvor noch den Junior Ryder Cup in den USA spielte, kämpften die Österreicher tapfer, aber glücklos. „Ich bin sehr stolz darauf, wie sich die Burschen hier präsentiert und gekämpft haben“, resümierte ÖGV-Sportdirektor Niki Zitny.  

„Leider haben sie zu wenig gelocht, auch weil sie oft nicht nah genug zu den Fahnen gekommen sind. Wir haben aber nie das so wichtige Momentum bekommen, wie es ein Chip-in oder Ähnliches im Team bewirkt hätte.“

In zwei Jahren gibt es eine neue Chance, dann geht es nach Japan.

Markus J. Scheck

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