Aushängeschilder im Tullnerfeld

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Heimischer Topfavorit und ein belgischer Bomber

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Ab Donnerstag schlagen die Golf-Profis der European-Tour bei den „Lyoness Open“ im niederösterreichischen Tullnerfeld ab, genauer gesagt im Diamond Country Club in Atzenbrugg.

Die ganz großen Namen fehlen dieses Jahr, denn eine Woche nach dem größten Golfturnier auf heimischem Boden findet das zweite Major der Saison, die US Open, im Chambers Bay Golf Club unweit von Seattle statt. Neun Stunden Zeitverschiebung hält viele klingende Namen von einem Auftritt in Atzenbrugg ab, da hilft auch die aufgebesserte Preisgelddotierung von 1,5 Millionen Euro nichts.

Österreichs bester Golfer Bernd Wiesberger ist der einzige aus dem Teilnehmerfeld, der nach dem Heimevent die Reise in die USA antritt. Der Burgenländer ist als 37. der Golf-Weltrangliste der mit Abstand beste im Feld, deshalb gilt der 29-Jährige auch als Topfavorit. LAOLA1 stellt die wichtigsten Akteure der Lyoness Open 2015 vor:

Der Titelverteidiger: Mikael Lundberg spielte letztes Jahr eine starke 65er-Finalrunde im Diamond Country Club. Er setzte sich im Stechen gegen Lokalmatador Bernd Wiesberger mit einem gelochten Birdieputt aus 18 Metern durch und sicherte sich seinen dritten Sieg auf der European Tour. Dieses Jahr kommt der 41-jährige Schwede nicht richtig in die Gänge, ein dritter Rang bei der „Trophee Hassan II“ im März in Marokko sticht dabei positiv heraus. Heuer hat Lundberg im Tullnerfeld wohl eher nur Außenseiterchancen.

Der Geheimfavorit: Maximilian Kieffer hat derzeit einen Lauf. Der 24-jährige Deutsche beendete drei seiner letzten vier Turniere in den Top-10. Bei den letzten beiden Events, den „Irish Open“ und den „Nordea Masters“, hatte er am Finaltag sogar eine realistische Siegchance, beide Male verpatzte er aber die Schlussrunde. Vielleicht gelingt es dem Deutschen bei seinem zweiten Auftritt in Atzenbrugg, vier gleichmäßige Runden abzuspulen und sich seinen ersten Titel auf der European Tour zu sichern.

Der Ex-Champion: Rafael Cabrera-Bello gewann die Austrian Open 2009, damals wurde das Turnier noch im Fontana Golfclub in Oberwaltersdorf ausgetragen. Der 31-jährige Spanier kommt mit zwei guten Ergebnissen ins Tullnerfeld. Bei den Irish Open wurde er Vierter, in der Vorwoche belegte Cabrera-Bello in Schweden Rang 13. Für den Spanier wäre es bei einem Sieg der dritte Triumph auf österreichischem Boden: Neben den Austrian Open 2009 entschied er auch das Challenge-Tour-Turnier „NÖ Open“ 2006 für sich. Der Spanier ist definitiv wieder einmal reif für einen Turniersieg, seinen letzten holte er 2012.

Der belgische Bomber: Nicolas Colsaerts ist wohl der klingendste Name der diesjährigen Lyoness Open. Der 32-jährige Belgier, dessen Spitzname „Belgian Bomber“ auf seine phänomenale Drivelänge schließen lässt, erreichte vergangene Woche bei den „Nordea Masters“ mit Platz sieben sein bestes Saisonergebnis. Letztes Jahr wurde Colsaerts zwei Mal Zweiter, sein letzter Sieg datiert allerdings aus dem Jahr 2012. In diesem Jahr gehörte er als erster Belgier der europäischen Ryder-Cup-Mannschaft an und steuerte zum „Wunder von Medinah“ einen Punkt bei. Colsaerts könnte einer der härtesten Herausforderer von Wiesberger um den Turniersieg sein.

Der italienische Jungstar: Matteo Manassero gewann im Alter von 17 Jahren und 188 Tagen die „Castello Masters 2010“ und ist bis heute der jüngste Turniersieger der European Tour. Der 22-jährige Italiener hat schon vier Siege auf der European Tour zu Buche stehen, aber er ist seit über zwei Jahren sieglos. Der zuletzt kriselnde Jungstar hat in diesem Jahr nur einen Top-20-Platz (China Open) erreicht, vielleicht findet Manassero aber genau in Atzenbrugg zu alter Stärke zurück.

Der Topfavorit: Bernd Wiesberger ist der unumstrittene Topfavorit der Lyoness Open 2015. Der 29-jährige Burgenländer hat 2015 schon über 1 Million Euro Preisgeld verdient, in der europäischen Geldrangliste rangiert er auf dem fünften Platz und in der Weltrangliste belegt er Rang 37. Bei den Irish Open vor zwei Wochen musste er sich erst im Stechen dem Dänen Soren Kjeldsen geschlagen geben. Es war seine insgesamt fünfte Top-6-Platzierung in diesem Jahr. Der Diamond Country Club liegt ihm. Er war bei den Lyoness Open noch nie schlechter als 14., 2012 gelang Wiesberger der Heimsieg, vergangenes Jahr unterlag er Lundberg erst im Stechen. Vieles spricht für seinen zweiten Triumph in Atzenbrugg.


Philipp Seelmann

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