Die drei Top-Stars der Austrian Open

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Dicke Zigarren und edler Rotwein. Bunte Hosen, mächtige Abschläge und selbstzerstörerische Exzesse.

Mit drei Majors erfolgreichster aktiver Europäer auf der Tour: Der Spanier Miguel Angel Jimenez, der US-Exzentriker John Daly und der Ire Padraig Harrington machen die Austrian GolfOpen 2011 sportlich zu einem schillernden Weltklasse-Event.

Die drei könnten freilich unterschiedlicher kaum sein.

Gemein ist den drei Herren zumindest, dass sie schon etwas in die Jahre gekommen sind. Harrington ist mit 40 der "Jungspund", Daly ist 45, Jimenez gar schon 47 Jahre alt. Dass der Älteste der momentan klar Beste dieses Trios ist, zeigt einmal mehr, dass die Uhren im Golfsport anders ticken.

Jimenez der Genussmensch

Jimenez ist als 42. der Weltrangliste und Zwölfter der Jahresrangliste (Race to Dubai) mit fast 900.000 Euro bei jedem Turnier an dem er teilnimmt, Mitfavorit. Der selbst ernannte "Genussmensch" Jimenez, der neben Zigarren und Rioja auch schnelle Autos liebt, spielte schon im Vorjahr in Atzenbrugg lange um den Sieg mit.

Zudem kennt der wegen seiner gleichmäßigen Spielweise "The Mechanic" gerufene Spanier den Kurs im Tullnerfeld auswendig, Loch acht hat er sogar selbst mitgestaltet. Er genießt damit wie der Österreicher Markus Brier, der im Diamond Country Club Mitglied ist, "Heimvorteil".

Daly der Exzentriker

Daly ist wiederum der Spieler, dessen Namen man am ehesten auch außerhalb der Golfszene kennt. Der groß gewachsene Kalifornier ist wegen seiner kompromisslosen Haudrauf-Spielweise einerseits ein extrem beliebter Spieler, der einstige Kettenraucher hat sich durch Alkoholabhängigkeit und Spielsucht aber auch zum "enfant terrible" der Szene gemacht.

In den Ranglisten spielt Daly daher kaum noch eine Rolle. Dass "The Wild Thing" trotzdem 18 Turniersiege inklusive zwei Majors, darunter 1995 die British Open, geschafft hat, macht ihn aber offenbar besonders beliebt. Obwohl er nur noch selten Cuts schafft, ist der große Blonde immer noch eine große Zugnummer und vor allem ein Ticketseller.

Nach Österreich kam Daly aber brav mit Lebensgefährtin, Sohn, seinen bunten Hosen und als "typischer" Amerikaner. Für den Gala-Abend im Kloster UND bestellte er nach der Landung in Wien gleich Essen nach amerikanischer Art. Beim "Super-Tuesday" war er im Promi-Flight u.a. an der Seite von DJ Ötzi eingeteilt.

Der Comebacker

Der Mann mit der sportlich größten Reputation ist in Atzenbrugg sicherlich Harrington. 26 Turniersiege auf der Europa- und US-Tour, drei Majorsiege - darunter 2007 und 2008 die British Open - und vier Siege mit dem Ryder-Cup-Team haben "Patrick" Harrington an Majorsiegen zum erfolgreichsten europäischen Golfer gemacht. Harrington ist lebenslanges Ehrenmitglied der Europa-Tour und war dreimal irischer Sportler des Jahres.

Die Golf-Fans könnten in den kommenden Tagen Zeugen einer "Wiedergeburt" Harringtons werden. Denn seit zwei Jahren läuft es für den in einfachen Verhältnissen aufgewachsenen Mann aus Dublin so schlecht, dass er in der Weltrangliste auf Platz 78 zurückgefallen ist und als 87. im Race sogar hinter den beiden Österreichern Bernd Wiesberger (74.) und Martin Wiegele (82.) liegt.

Als er zuletzt bei den Irish Open sogar den Cut verpasste, musste eine Wende her. Harrington entließ seinen Langzeit-Coach, den 79-jährigen Bob Torrance (Vater von Sam Torrance) und wird nun von Peter Cowen betreut, der sich u.a. auch um Lee Westwood kümmert. Zudem wurde der Schwung umgestellt.

Platz 13 beim Barclays hielt ihn prompt im hoch dotierten FedEx-Cup und der Aufwärtstrend soll nun weitergehen. "Meine Ergebnisse in den USA waren zuletzt gut, ich hoffe es geht in Österreich so weiter. Ich bin jedenfalls bereit, meinen neuen Schwung unter Wettkampfbedingungen zu testen", sagte Harrington in einer Tour-Aussendung.

Für Harrington steht viel auf dem Spiel. Er will nicht nur auch 2012 am Ryder Cup teilnehmen, er will sich auch noch für das aktuelle Saisonfinale in Dubai (Top 60 Race) qualifizieren. "Dazu braucht es ein Top-Ergebnis, am besten einen Sieg", hat sich der Ire daher für die mit 1 Mio. Euro dotierten Austrian GolfOpen viel vorgenommen.

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