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Wiegele mit Top-Platz

Inverness - Martin Wiegele hat mit einem dritten Platz bei den hoch dotierten Scottish Golf-Open einen Riesenerfolg auf der europäischen Profigolf-Tour gelandet.

Der Steirer musste sich nach einer 65er-Schlussrunde mit 14 unter Par zusammen mit sechs anderen Spielern nur dem englischen Weltranglisten-Führenden Luke Donald (-19) sowie dem Schweden Fredrik Andersen Hed (-15) geschlagen geben und kassierte einen Tag vor seinem 33. Geburtstag mit 126.117 Euro den größten Preisgeld-Scheck seiner Karriere.

Wiegele verpasst British Open knapp

Gleichzeitig verpasste Wiegele aber das letzte Ticket für die British Open hauchdünn.

Wegen der vorangegangenen Unwetter hatte das eine Woche vor der 140. Open Championship erstklassig besetzte Turnier in Schottland auf drei Runden verkürzt werden müssen.

So wurde der finale Sonntag auf dem wieder sehr score-freundlichen Links-Kurs ein Kampf auf Biegen und Brechen.

Wiegele aber auch Brier erwischten zunächst gute Starts. Während Brier aber nach und nach zurückfiel und am Ende 42. wurde, steigerte sich Wiegele immer mehr und lag zwischendurch mit nur noch einem Schlag Rückstand auf Donald sogar auf Platz zwei.

Donald souverän

Im Finish legte der Engländer aber noch einmal nach und zementierte mit seinem letztlich klaren Sieg seine Führung in der Weltrangliste. Auch Wiegele strahlte, obwohl er einen Open-Startplatz um nur einen Schlag verpasst hatte.

"Das Ganze ist ein Traum. Ich habe mehr verdient als bei meinem Sieg in St. Omer, das ist wirklich etwas Riesiges, auch für den Kopf. Sechs der acht besten Golfer der Welt waren da und am Ende war nur einer vor mir", freute sich der Grazer darüber, dass er in der entscheidenden Phase sein bestes Golf abgerufen hatte.

Nachdem er schon in der Regional-Ausscheidung eine Platz bei den "Open" verpasst hatte, wähnte er sich am Sonntag dank seines Spitzenergebnisses endlich beim dritten Saison-Major, das am kommenden Donnerstag im Royal St. George von Sandwich beginnt.

Kein British Open Ticket

Das letzte Ticket war für den besten aus den Top 5 vorgesehen, der noch nicht andersweitig qualifiziert ist.

Das war dann aber der wie Wiegele drittplatzierte Mark Tullo, weil der Chilene in der Weltrangliste vor dem Österreicher liegt.

"Schade. Ich dachte zuerst, dass es ohnehin noch zwei Tickets für die Open gibt. Offenbar will es einfach nicht sein", bedauerte Wiegele auf der Fahrt zum Flughafen nach Aberdeen, auf der ihn bereits wieder strömender Regen begleitete, das knappe Scheitern.

"Die Open um einen Schlag zu verpassen, ist bitter. Andererseits habe ich heute praktisch schon die Tourkarte für 2012 abgesichert", so Wiegele.

Sollte er wegen eines Ausfalls nicht doch noch zu den Open dürfen, wird der Steirer eine Woche pausieren. Das Preisgeld ist längst gut für einen Hausbau bei Graz verplant.

Sicher bei den Open ist Brier, der mit nur drei Schlägen Rückstand auf den Führenden in die Schlussrunde gegangen war. Dann gelangen gleich auch noch drei frühe Birdies, ehe es vor allem auf den langen Löchern mit drei Bogeys bergab ging.

"Mein Rezept ist, nicht zu viel über schwache Runden nachzudenken und mich auf die kommenden Aufgaben zu freuen", sagte Brier.
Zwar kassiert er als 42, "nur" 18.158 Euro, der Wiener freute sich aber sehr mit Wiegele. "Ich habe Martin kurz getroffen und ihm zu seiner Runde und dem Ergebnis gratuliert."

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