Chris Wood als Profiteur

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Bourdy verpatzt Lyoness-Finaltag, Wood profitiert

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Spannender Finaltag bei den Lyoness Open in Atzenbrugg, sowohl vom Ergebnis als auch vom Wetter her.

Der drei Tage lang souverän spielende Gregory Bourdy (FRA) verpatzt den Finaltag bei den Lyoness Open in Atzenbrugg völlig. Das nutzt Chris Wood (ENG) eiskalt aus. Der Engländer spielt am Sonntag eine starke 67 (-5) und sichert sich seinen zweiten Titel auf der European Tour.

"Der Sieg bedeutet mir viel, ich habe sehr hart gearbeitet und es fühlt sich verdient an, hier zu gewinnen. Natürlich werde ich nächstes Jahr wieder kommen, um meinen Titel zu verteidigen", sagt der Triumphator nach der Überreichung der Trophäe.

Der Siegerscheck für den Triumph ist 250.000 Euro schwer. Und auch das Wetter spielte mit. Wenige Minuten nach dem letzten Schlag öffneten sich die Himmelsschleusen und ein heftiges Gewitter ging nieder. Weltuntergansstimmung im Tullnerfeld.

Bourdy verpatzt Sonntag

Bourdy scort am Finaltag des European-Tour-Events im Tullnerfeld nur eine 78 (+6) und fällt auf den geteilten sechsten Rang zurück. Auch Rafa Cabrera-Bello (ESP) kann am Finaltag nicht mit Wood mithalten. Der Spanier bringt nur eine 72 (Even) ins Klubhaus und hat schlussendlich zwei Schläge Rückstand auf Wood. Cabrera-Bello verpasst somit auch den dritten Titel auf österreichischem Boden.

Der belgische Ex-Ryder-Cup-Spieler Nicolas Colsaerts spielt ein durchwachsenes Wochenende und beendet das Turnier auf Rang 66. Besser ergeht es da dem Titelverteidiger Mikael Lundberg (SWE). Der Schwede scort eine abschließende 68 (-4) und belegt den 22. Rang.

Die Schlussrunden der beiden Österreicher, die den Sprung ins Finalwochenende geschafft haben, verlaufen sehr unterschiedlich. Florian Prägant spielt eine 69 (-3) und beendet das Turnier auf dem 22. Rang. Lukas Nemecz fällt nach einer 80 (+8) ans Ende des Klassements zurück.

Prägant bester Österreicher

Florian Prägant sagt nach seiner Runde: „Ich habe heute cooles Golf auf den ersten Neun gespielt. Am sechsten Loch habe ich fast ein Hole-in-One geschafft. Auf der Zehn habe ich eine falsche Entscheidung getroffen und Doppelbogey gespielt. Insgesamt war es für mich ein lässiges Turnier.“

Nach seiner Verletzungspause ist er auf Einladungen angewiesen. „Das ist ein bisschen zach, weil ich nichts Konkretes planen kann. Dieses Ergebnis ist aber für den Kopf, das Selbstvertrauen und auch das Konto gut. Es ist für mich auch wichtig zu sehen, dass ich auf der European Tour mitspielen kann.“

Beim Kärntner, der in der Steiermark wohnt und trainiert, läuten auch bald die Hochzeitsglocken. Da kommt ein Preisgeldscheck über ca. 15.000 Euro gelegen. Es ist sein höchstes Preisgeld auf der European Tour.

Gedanken an Karriere-Ende

Dabei war Prägant schon kurz davor die Schläger für immer in die Ecke zu stellen: „Letztes Jahr nach meinem Bandscheibenvorfall sind auch Gedanken ans Aufhören gekommen.“

Aber er hat den Spaß beim Golfen wieder für sich entdeckt. Er verzichtet auf einen Techniktrainer und fokussiert sich darauf Golf zu „spielen“.

Nach einer Saison auf der European Tour 2008 folgten einigen Jahre mit Auf und Abs auf der Challenge Tour. Sein Ziel ist es wieder den Sprung auf die höchste europäische Ebene zu schaffen, und wenn er so weiterspielt wird es nicht mehr lange dauern.

"Rabenschwarzer Tag"

Lukas Nemecz resümiert nach seiner Runde: „Mit meiner heutigen Runde bin ich gar nicht zufrieden, heute habe ich einen rabenschwarzen Tag erwischt. Auf den ersten Löchern sind mit ein paar schlechte Schläge passiert, danach war das Selbstvertrauen auch weg.“

Jetzt macht der Steirer Pause: „Für mich war es jetzt das sechste Turnier in Folge und ich habe heute auch die Müdigkeit gespürt, anders kann ich mir meine Leistung nicht erklären. Ich bin aber natürlich zufrieden, dass ich mein Minimalziel – den Cut zu schaffen – erreicht habe. Jetzt werde ich ein oder zwei Wochen pausieren und dann vier Turniere auf der Challenge Tour spielen.“

Gespaltene Turnier-Bilanz

Gespalten fällt die Bilanz der Turnier-Verantwortlichen aus. Diamond-Country-Club-Präsident Christian Guzy sagt: „Von unserer Seite bin ich mit allem zufrieden.“

Aber er übt Kritik an einigen österreichischen Spieler: „Wir bieten den österreichischen Spielern die Chance hier teilzunehmen und ich verstehe nicht, warum manche Challenge-Tour-Spieler nicht kommen. Es ist für mich auch unverständlich, dass die besten Amateure nicht hier sind, weil sie nächste Woche die British Amateur spielen. Das ist nicht nachvollziehbar.“

Ali Al-Khaffaf, Geschäftsführer der veranstaltenden Golf Open Event GmbH meint zum überschaubaren Zuschauerinteresse nach dem verpassten Cut von Bernd Wiesberger: „Ein nationaler Event lebt von seinem National Hero. Wenn dieser um den Sieg mitspielt, zieht man natürlich viel mehr Menschen an, als wenn er den Cut nicht schafft.“

Kritik an Nachwuchsarbeit

Er kritisiert auch die Nachwuchsarbeit des heimischen Golf-Verbandes: „Es ist noch viel Arbeit im österreichischen Golf notwendig, vor allem im Bereich Jugendarbeit. Das Loch zwischen Bernd Wiesberger und dem Rest ist zu groß. Wir wollen in Zukunft auch mehr Österreicher zu diesem Turnier bringen.“

Zur Dominanz von Bernd Wiesberger im österreichischen Golf meint Prägant: „Wir sind alle weit weg vom Bernd. Der Unterschied ist, dass er mit Drucksituationen noch viel besser umgeht als wir anderen.“

Vereinbarung mit Wiesberger

Zur Termin-Problematik, dass das Turnier eine Woche vor dem zweiten Saison-Major stattfindet und dementsprechend kaum klingende Namen den Weg ins Tullnerfeld finden kommentiert Al-Khaffaf so:

„Wir haben uns seit drei Jahren darauf geeinigt, dass wir Kontinuität auch beim Termin wollen. Wir wissen, dass es die Woche vor den US Open ist. Es ist uns bewusst, dass Top-50 Spieler ihre Turniere selektieren. Wir setzen auf gute Beziehungen zu den Spielern und hoffen, dass das Turnier so beliebter wird und auch mehr Top-Spieler kommen.“

Das Antreten des rot-weiß-roten Aushängeschildes ist jedenfalls für die nächsten Jahre gesichert: „Bernd Wiesberger hat ein langfristiges Vereinbarung mit uns getroffen, er wird auch in den nächsten Jahren Botschafter des Turnieres sein.“

 

Philipp Seelmann

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