Eine Runde zum Vergessen

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Wiesberger verpatzt Auftakt-Runde bei Heim-Event

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Nach Tag eins der Lyoness-Golf-Open 2015 in Atzenbrugg liegt der Franzose Gregory Bourdy dank einer 65er-Runde solo in Führung.

Hinter Bourdy folgen vier Spieler mit 67 Schlägen.

Während Turnierfavorit Bernd Wiesberger, der nächste Woche die US Open spielen wird, nach einer schwachen 79 als 136. am Ende des Feldes liegt, ist mit Sepp Straka ein Amateur mit 70 Schlägen und Platz 22 überraschend bester Österreicher. Freitag folgt Runde zwei.

Frühes Aus droht

Und da muss Wiesberger wohl eine 65er-Runde spielen und gleich 14 Schläge besser sein als am ersten Tag, sollte der vermutliche Cut tatsächlich bei Even Par liegen.

Sonst würde dem Favoriten dieses mit 1,5 Mio. Euro dotierten Events der European Tour das vorzeitige Aus drohen.

Wiesbergers zweite Runde beginnt am Freitag um 13.00 Uhr, er spielt wieder mit dem Belgier Nicolas Colsaerts und dem Franzosen Gary Stal.

Nemecz schließt mit Bogey ab

Insgesamt lag nach der bei perfektem Sommer-Wetter gespielten, ersten Runde von den insgesamt 14 Österreichern neben Straka (-2/22.) nur noch Florian Prägant (-1/37.) innerhalb der prophezeiten Cut-Marke.

Lukas Nemecz (+1/73.) vergab die Chance auf eine Even-Par-Runde mit einem Bogey auf dem Schlussloch.

Zufrieden war der Führende nach dem ersten Tag. "Ich habe mit zwei Birdies begonnen, das hat Selbstvertrauen gegeben", sagte Bourdy. "Der Platz war großartig, der Tag perfekt", ergänzte er. Bourdy wäre der erste französische Sieger der Open von Österreich.

Straka ist zufrieden

Straka führt die österreichische Riege an

"Bis auf die beiden Dreiputts habe ich sehr solide gespielt", sagte Straka nach seiner 70er-Runde am Donnerstag auf dem Diamond Course des GCC, die ihn vor den Nachmittag-Flights sogar in die Top-15 dieses Europa-Tour-Events brachte. "Es ist einfach super, bester Österreicher zu sein."

Aufgewachsen ist Josef "Sepp" Leonhard Straka zusammen mit seinem um zwei Minuten älteren Zwillingsbruder Sam in Wien und im Fontana GC. Als Sepp 14 war, zog die Familie - Mutter Mary ist eine ehemalige Pro-Shop-Managerin aus South Georgia - in die USA, wo Sepp an der University of Georgia dann auch studierte.

Den "Bachelor" in Business Management hat er bereits, jetzt folgt der "Master" im Sport Management.

Sich das nötige Selbstvertrauen geholt

In der NCAA trifft man auch die Mannschaft des in Vanderbilt studierenden Landsmannes Matthias Schwab. Straka ist aber schon "Red Shirt Senior". "Sophomore" Schwab hatte auf seinen geplant gewesenen Atzenbrugg-Start zugunsten des Palmer-Cups (Ryder Cup für Studenten) verzichtet.

Beim Finale der Uni-Meisterschaft hat sich Straka ("Ein Riesen-Turnier mit vielen Zuschauern und TV-Übertragung") kürzlich auch das Selbstvertrauen geholt, das ihn am Donnerstag in Atzenbrugg über eine solide Runde trug.

Im April war er zusammen mit Bruder Sam, der seine Golfkarriere mittlerweile beendet hat, noch begeisterter Zuschauer beim Masters in Augusta gewesen.

Zuerst Studium, dann Profi

Bei den Lyoness Open war er nun sieben Schläge besser als Idol Wiesberger. "Bernd hatte einen schwarzen Tag. Aber es ist geil, im selben Feld wie er zu spielen und ihn auch noch geschlagen zu haben", freute sich Straka.

Im Gegensatz zu vielen anderen Meinungen ist Doppel-Staatsbürger Straka mit dem Modell, in den USA zu studieren und Golf zu spielen, hoch zufrieden.

"Es ist perfekt. Wo sonst kann auf den besten Plätzen Amerikas und gegen die Besten der Welt spielen? Das macht mein Golf besser", erklärte er. Der mittelfristige Plan lautet: "Studium im kommenden Jahr abschließen, dann Profi werden und auf die Tour-School. Mein Ziel ist, auf die PGA-Tour zu kommen."

Hohes Ziel

Zunächst galt es aber, bei den heimischen Open den Platz an der Sonne zu verteidigen. "Man muss hier vom Tee sehr gerade sein", weiß der Longhitter, der aber an sich das Putten zu seinen Stärken zählt.

Strakas Ziel für die Lyoness Open ist unbescheiden. "Top-Ten wäre richtig cool!"

Gespielt wird in Golfschuhen mit dem Logo der "Bulldogs". Er sei im Inneren halb Österreicher, halb Amerikaner, betonte Straka. Die Frage, ob er Ryder Cup für Europa oder die USA spielen würde, beantwortet er lachend so: "Für den, der mich zuerst fragt."

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