„Wir müssen Australien haushoch schlagen“

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Wien – Die Football-WM ist in Innsbruck und Graz Geschichte. Alle acht Mannschaften sind mittlerweile nach Wien übersiedelt.

Im Happel-Stadion startet am Freitag mit den Platzierungsspielen das letzte Kapitel der vierten Ausgabe, das am Samstag mit dem Finale USA-Kanada seinen Höhepunkt findet.

Der US-amerikanische Botschafter William C. Eacho, III., lud am Donnerstag zum gemeinsamen Barbecue mit dem US-Team. Dort anzutreffen war auch AFBÖ-Präsident Michael Eschlböck.

„Falsche Frage“

Ihn mit „Wie geht es Ihnen nach gestern?“ anzureden, war auch nach einer Nacht Schlaf keine sonderlich gute Idee. „Falsche Frage“, antwortete der Verbandsboss etwas zerknirscht.

Österreichs 16:24 gegen Frankreich im letzten Gruppenspiel lag Eschlböck nicht nur sportlich im Magen, auch aus Sicht als Veranstalter.

„Deutschland gegen Österreich hätte noch einmal eine Euphorie ausgelöst. Das wird uns am Samstag wohl einige Zuschauer kosten.“

Während es am Samstag (15 Uhr) nun zwischen dem Europameister und Frankreich zur Neuauflage des EM-Finals von 2010 kommt, eröffnet der Gastgeber gegen Australien die Platzierungsspiele.

Die Kraft ist dahin

Nach der großen Enttäuschung gegen den Vize-Europameister will sich das Team von Rick Rhoades mit seinem ersten WM-Sieg verabschieden. Dafür will man alle Kraft aufwenden.

Das Problem? Man hat fast keine Kraft mehr.

Nach drei kräfteraubenden Spielen binnen sechs Tagen gehen die Spieler am sprichwörtlichen Zahnfleisch. „Mir tut vom Genick bis zu den Zehenspitzen alles weh“, lässt Armando Ponce de Leon wissen.

Der Wide Receiver wird allerdings im Gegensatz zu Quarterback Christoph Gross (Knochenabsplitterung in Mittelhand) und Running Back Florian Grein (Bänderriss) spielen.

"Ihr Einsatz ist sehr unwahrscheinlich", bestätigt AFBÖ-Sprecher Daniel Fettner.

„Müssen Österreich Sieg schenken“

Der Rest will alles geben, um sich mit einem Erfolg zu verabschieden. „Wir müssen Österreich noch einen Sieg schenken“, ist Ponce de Leon klar.

„Die Australier müssen wir haushoch schlagen“, setzt Running Back Mario Nerad noch einen drauf.

  • Die Offense muss in Schwung kommen. Das hat gegen Frankreich, als Thomas Haider den oftmals glücklosen Christoph Gross ablöste, besser funktioniert, aber letztlich etwas zu spät. Der Danube Dragon wird augrund der Verletzung von Gross erstmals bei der WM als Quarterback auflaufen.
  • Was unmittelbar damit zusammenhängt: Die Abschlussschwäche muss behoben werden. Wer in die Red Zone – also in den Bereich 20 Yards vor der gegnerischen Endzone – kommt und in der Regel daraus einen Field-Goal-Versuch lukriert, wird sich mit dem Gewinnen schwer tun. Dafür braucht es auch mehr erfolgreiche Third-Down-Conversions.
  •  „Wir können nicht nur im ersten und im letzten Viertel Gas geben“, hält Ponce de Leon fest. Noch in jedem Spiel waren die Österreicher in diesen Vierteln zumeist ebenbürtig. In den Mittel-Vierteln wurden Rückstände aufgerissen, die nicht mehr aufzuholen waren. Gegen Frankreich kassierte das AFBÖ-Team binnen weniger Minuten 17 Punkte im dritten Viertel.
  •  In noch jedem Spiel machten auch die Special Teams die Unterschiede. Während Österreich zumeist mit schlechter Feldposition einen Drive starten muss, haben es die Gegner hier leichter. Damit verbunden sind auch die teilweise unnötigen Strafen. Vor allem wegen übermäßiger Härte konnte die gegnerische Offense immer wieder Yards machen.
  •  Konzentration. Ponce de Leon merkte es nach dem dritten Spiel an: „Vielleicht haben einige Frankreich unterschätzt. Das darfst du bei einer WM nicht. Wenn du da einen unterschätzt, passiert genau das.“ Österreichs fahrlässiger Denkfehler ließ das erhoffte Deutschland-Duell platzen. In diesem Punkt ist die Chance aber auch am größten, dass sich das nicht wiederholt, und Australien in die Schranken gewiesen werden kann.

 

Bernhard Kastler

Die drastische Formulierung hat einen Grund: Für den Running Back wird es wie für einige andere, etwa Mario Rinner oder Jakob Dieplinger, seine letzte Partie sein und damit das Ende eines langen Projekts, das 2006 mit der Reaktivierung des Nationalteams begonnen hatte.

Damit es mit einem Sieg klappt, muss sich Österreich aber gegen die „Aussies“, die ebenfalls drei Niederlagen einfuhren, steigern.

Was zu tun ist, um den ersten WM-Sieg in der Geschichte einzufahren, schildert LAOLA1:

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