Baltimore eliminiert Erzrivalen Pittsburgh aus Playoffs

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PITTSBURGH STEELERS (3)    17:30    BALTIMORE RAVENS (6)

Als ob Playoff-Siege nicht ohnehin süß genug schmecken würden. Feiert man einen beim erbitterten Erzrivalen, landet man erst recht auf der Schokolade-Seite des NFL-Lebens.

Man frage nach bei den Baltimore Ravens. Der Super-Bowl-Champion von 2013 eliminiert mit einem 30:17-Auswärtssieg in der Wild-Card-Runde der NFL-Playoffs die Pittsburgh Steelers.

Nächster Gegner der in der AFC an Nummer sechs gesetzten Franchise ist mit den New England Patriots das Top-Team der Conference.

Steelers vermissen Bell schmerzlich

Hilfreich am Weg zum Sieg war sicherlich, dass Pittsburgh den am Knie verletzten Le'Veon Bell an allen Ecken und Enden vermisste.

Weder der unter der Woche eilig verpflichtete Veteran Ben Tate noch Rookie Josh Harris vermochten den Ball effizient zu bewegen.

So konnte sich die Ravens-Defense darauf konzentrieren, die für gewöhnlich gut geölte Pass-Marschinerie der Steelers zu entschärfen.

Dies gelang vor allem vor der Pause zufriedenstellend. QB Ben Roethlisberger und seine Lieblings-Anspielstation Antonio Brown kamen kaum in die Gänge. Mehr als drei Field Goals von Shaun Suisham war für die Gastgeber in Halbzeit eins nicht drinnen.

Drittes Viertel im Zeichen von Baltimore

Auch Baltimore tat sich in den ersten 30 Minuten schwer, konnte aber nach einem wunderbaren Drive zumindest durch RB Bernard Pierce den einzigen Touchdown der ersten Hälfte erzielen. Kombiniert mit einem Field Goal von Justin Tucker ergab dies eine 10:9-Pausenführung.

Das dritte Viertel stand ganz im Zeichen der Ravens. Während Pittsburgh weiterhin keine Mittel gegen Baltimores Abwehr fand, brachten Tucker beziehungsweise ein schöner 11-Yard-TD-Pass von QB Joe Flacco auf Torrey Smith zehn weitere Punkte auf das Scoreboard.

Es brauchte einen Weckruf der Gäste, um Pittsburgh zurück ins Spiel zu bringen. Ravens-RB Justin Forsett fumbelte zwölf Minuten vor Schluss, die Steelers nahmen die Einladung dankend an.

Suggs mit akrobatischer Interception

Roethlisberger bediente gleich im nächsten Spielzug Brown mit einem herrlichen 40-Yard-Pass, der vermeintlich in der Endzone landete. Das Videostudium ergab jedoch, dass der Star-Receiver ein Yard vor der Goalline zu Fall kam.

Der Steelers-Spielmacher holte den TD mit einem Pass auf Martavis Bryant nach. Der Versuch einer Two-Point-Conversion scheiterte jedoch. Neuer Spielstand: 20:15 für Baltimore - alles wieder offen.

Nachdem Tucker Baltimores Führung mit drei weiteren Punkten ausbaute, war es das Play des Spiels, das die Vorentscheidung brachte.

Tate konnte einen Roethlisberger-Pass nicht fangen, der Ball landete bei Star-Linebacker Terrell Suggs, der ihn schließlich mit seinen Knien (!) unter Kontrolle brachte und so die Interception sicherte.

Flacco macht alles klar

Anstatt mit einem Laufspielzug die Uhr ins Laufen zu bringen, entschied sich Baltimore für eine aggressive Herangehensweise. Wiederum gleich im nächsten Spielzug gelang Flacco mit einem 21-Yard-Pass auf Crockett Gilmore sein zweiter TD-Pass.

An diesem 15:30-Rückstand biss sich Pittsburgh endgültig die Zähne aus. Nachdem Roethlisberger kurzzeitig wegen Verdachts auf Gehirnerschütterung aussetzen musste, warf er gleich im ersten Passversuch nach seiner Rückkehr eine Interception.

Mehr als ein Safety bei einem gescheiterten Ravens-Punt sollte für Pittsburgh an diesem durch und durch verkorksten Abend nicht mehr drinnen sein.

Wie zu befürchten war, konnte die Steelers-Offense ohne ihr vielleicht wichtigstes Puzzleteil Bell nicht wie gewohnt aufgeigen. Der RB ging sowohl als Ballträger als auch als Passempfänger ab.

Baltimores Auswärtsstärke

Für Baltimore wiederum war es nach einem Jahr Abstinenz im ersten Postseason-Match seit dem Super-Bowl-Triumph eine gelungene Rückkehr auf die Playoff-Bühne.

Einmal mehr stellte die Truppe von Head Coach John Harbaugh ihre Auswärtsstärke unter Beweis. Im 15. Playoff-Spiel in der Fremde feierten die Ravens ihren zehnten Sieg.

Auch nach New England reist man nun als krasser Außenseiter, was für Baltimore in dieser Form nicht zwangsläufig ein Hindernis darstellen muss.

Peter Altmann

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