Packers haben gegen Cowboys das glücklichere Ende

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GREEN BAY PACKERS (2)      26:21   DALLAS COWBOYS (3)

Es war bei weitem nicht so kalt wie bei Ice Bowl I, aber die Neuauflage war ähnlich heiß und spannend wie jenes legendäre Duell zwischen den Green Bay Packers und den Dallas Cowboys 1967.

Die beiden Traditions-Franchises lieferten sich den erhofften spannenden Schlagabtausch im NFC-Divisional-Matchup. Playoffs, Pack, Boys, Lambeau Field – Football-Herz, was willst du mehr?

Dazu trafen noch nie zwei bis dahin ungeschlagene Heim- bzw. Auswärtsteams in den Playoffs aufeinander. Es war angerichtet und enttäuschte vor allem hinsichtlich der Spannung nicht.

Am Ende blieben die Packers mit 26:21 erfolgreich – auch weil kurz vor Schluss ein Referee-Call im Mittelpunkt stand.

Green Bay gastiert am kommenden Sonntag im NFC-Championship-Game bei Titelverteidiger Seattle Seahawks. Der Sieger spielt am 1. Februar in Super Bowl XLIX in Glendale um die NFL-Krone.

Spannung von Anfang bis Ende

Nachdem die Cowboys ihren Opening Drive jäh abbrechen mussten, kam erstmals Aaron Rodgers mit seiner Offensiv-Armada auf das im Jänner so typisch grün-braune Feld im legendären Lambeau Field.

Die Packers liefen schnell warm. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn Running Back Eddie Lacy trug den Ball mit sieben Carries de facto über das ganze Feld. Am Ende bediente Superstar-Quarterback Rodgers Tight End Andrew Quarless per 4-Yards-Pass in der Endzone und zur 7:0-Führung.

Die Antwort der Gäste ließ aber nicht lange auf sich warten. Quarterback Tony Romo und Running Back DeMarco Murray bewegten das Ei für 62 Yards.

Am Ende durfte sich Tyler Clutts - auch wegen eines umstrittenen Pass-Interference-Calls zuvor - nach einem 1-Yard-Pass über den ersten Touchdown seiner NFL-Karriere freuen. Guter Ort und Zeitpunkt dafür.

Die Packers, bei denen Rodgers ob seiner Oberschenkelprobleme offensichtlich angeschlagen war, brachten sich beim nächsten Drive in gute Field Position.

Doch weitere Punkte folgten vorerst keine. Nach einem verfrühten Snap von Center Corey Linsley wurde dem überraschten Quarterback schließlich der Ball aus der Hand geschlagen. Jeremy Mincey warf sich auf den Ball und sorgte für den ersten Turnover in dieser Partie.

Cowboys gingen in Führung

Das nutzen die Cowboys gekonnt aus. Romo passte zu Receiver Terrance Williams, der sich schließlich für 38 Yards den Weg in die Endzone bahnte. Dallas führte erstmals in dieser Partie.

Das änderte sich vor der Pause auch nicht mehr. Denn obwohl die Texaner einen hoffnungsvollen Drive durch einen gescheiterten Field-Goal-Versuch Dan Baileys aus 50 Yards in den Sand – oder besser Acker – setzten, machte es dessen Konterpart Mason Crosby aus 40 Yards zum 10:14 besser.

Es war vor der Pause eine enge Partie und sie sollte es auch nach der Halbzeit bleiben.

Green Bay, das ob der Eingeschränktheit von Rodgers nicht sein komplettes Playbook auspacken konnte, musste zunächst wieder auf Punkte warten. Nach einem Fumble von Murray bekamen die Hausherren den Ball aber zurück und konnten per Crosbys 30-Yards-Field-Goal auf 13:14 verkürzen.

Die Cowboys aus Texas zeigten sich in Folge des Turnovers unbeeindruckt und legten wieder nach.

Rodgers angeschlagen und trotzdem unwiderstehlich

Murray, der beste Running Back der abgelaufenen Saison, machte seinen Fehler wieder gut, lief erst für 26 Yards bis knapp vor die Endzone und dann in selbige zum 21:13. Danach war Packers-Time.

Erst hatten die Gastgeber noch Glück, als Quarless den verlorenen Ball von Returner Randall Cobb sichern konnte. Mit Können scorten die Packers dann das 20:21. Rodgers fand Rookie Davante Adams (117 Yards), der am Ende für 46 Yards alle hinter sich ließ und so die Spannung hoch hielt.

Und nicht nur das. Nachdem die Cowboys im nächsten Drive von der Packers-Defensive gestoppt werden konnten, übernahm Green Bay erstmals seit dem ersten Viertel wieder die Führung.

Rodgers, aus der Pocket heraus unwiderstehlich, führte sein Team mit sechs Pässen zum 26:21. Rookie-Tight-End Richard Rodgers fing das traumhafte 13-Yards-Zuspiel seines Namens-Vetters.

Die Two-Point-Conversion misslang, doch das sollte keine Folgen mehr haben. Denn im Gegenzug reichte es für Dallas zu keinen weiteren Punkten– und das auf spektakuläre Art und Weise.

Bitterer Referee-Call gegen Dallas

Ein 31-Yards-Pass von Romo beim vierten Versuch auf Dez Bryant wurde vom Star-Receiver zwar sehenswert gefangen und anfangs von den Referees auch gegeben, doch erstmals in dieser Saison war Packers-Head-Coach Mike McCarthy mit einer Challenge erfolgreich. Guter Zeitpunkt dafür.

Die Crew um Referee Geno Steratore nahm die Entscheidung zurück, da Bryant beim Catch nicht vollends die Kontrolle über das Ei hatte. Eine richtige Entscheidung, die bittere Konsequenzen für Dallas hatte.

Denn danach bekamen die Gäste den Ball nicht mehr zurück, wegen Rodgers. Green Bay steht zum ersten Mal seit 2011 wieder im NFC-Championship-Game, damals setzte man sich in Chicago durch.

Nun geht es zum Spitzenduell nach Seattle – der Titelverteidiger als an Nummer 1 gesetztes Team der NFC gegen das an Nummer zwei gesetzte. Kommenden Sonntag: Seahawks gegen Packers.

Football-Herz, was willst du mehr?

 

Bernhard Kastler

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