Harvin-Trade: Profitieren Jets?

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Das Special zu Peytons Rekord und der "Coin Toss"

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Da sind wir auch schon wieder.

Die Ergebnisse sind euch allen freilich wie immer bekannt, doch die größte und teuerste Profiliga der Welt hat viele Stories zu erzählen.

Wie gewohnt widmet sich LAOLA1 den Auffälligkeiten des Spieltages.

Wer ist Winner? Wer ist Loser? Wer oder was war awesome? Wer oder was war awful? Wer sorgte noch für Aufsehen? 

Das ist der Touchdown Tuesday - die Endzone von LAOLA1 - Episode 7:

Manchmal schließt sich im Leben der Kreis. Irgendwie hatte es einen gewissen Charme, dass Peyton Manning seinen historischen TD-Rekord mit San Francisco ausgerechnet gegen jenes Team aufstellte, das von seinem Vorgänger als Quarterback der Indianapolis Colts, Jim Harbaugh, gecoacht wird. 510 TD-Pässe also. Wow, wow und nochmals wow! Die Hintergründe zum Rekord haben wir nach Spielende zusammengefasst, also gehen wir die Kür unseres Winners diesmal ein wenig anders an, indem wir Bilder anstatt von zu vielen Worten sprechen lassen. In nachfolgender Diashow findet ihr die Top-35-Quarterbacks der NFL-Geschichte an TD-Pässen (vier leider mangels Bildmaterial ohne Foto). Die Moral der Geschichte: 1.) Manning und Favre haben ihre Kollegen um Längen distanziert. 2.) Einige aktuelle QBs sind - mit Respektabstand - ganz gut unterwegs. Für Manning wird es jedoch nur mehr schwer reichen - auch für die Nummer 35 Aaron Rodgers...

So stellte man sich das bei den Cincinnati Bengals sicherlich nicht vor. Die Bengel wurden von den Indianapolis Colts gleich mit 0:27 wieder nach Haue geschickt und warten damit nach drei Erfolgen zum Start genau so lange auf einen vollen Erfolg. Nach der Abfuhr in New England verschenkte man den Sieg beim Unentschieden zu Hause gegen die Carolina Panthers und nun gab es diese Packung. Freilich sind die Colts nicht irgendwer, haben sie auch mit Andrew Luck neben Peyton Manning den heißesten Quarterback der AFC und eine nun offensichtlich bärenstarke Defense, aber die Offense der Bengals bräuchte sich (auch ohne AJ Green) deswegen nicht auf diese Weise zu verstecken. Elf Mal wurde gepuntet - Franchise-Rekord! Zudem wurden die Bengals in der Red Zone gestoppt. Long story short: Cincy sollte wieder in die Spur kommen, denn Baltimore (nächster Gegner) und Pittsburgh schlafen in der eigenen Division nicht - nur Cleveland halt wieder einmal...

"Eier, wir brauchen Eier!" Eine im Football ob der Form des Spielgeräts durchaus legtime Forderung. Aber das ist im konkreten Fall natürlich anders gemeint. Wir halten beeindruckt fest: In St. Louis tummeln sich jede Menge "Oliver Kahns". Sagt mal, geschätzte Rams, wie sehr muss man eigentlich irgendwo im mysteriösen Grenzbereich zwischen Genie und Wahnsinn pendeln, um diesen Fake-Punt zu callen?!?!?!?!? Wir müssen euch die Situation wohl nicht näher erläutern, diesen Spielzug hat vermutlich so gut wie jeder mitbekommen. Knapp drei Minuten vor Schluss entschieden sich die Rams bei viertem Versuch an der eigenen 18-Yard-Linie (!) - in 99,99999999999999 Prozent eine klassische Punt-Situation - Punter Johnny Hekker einen Pass auf Benny Cunningham werfen zu lassen, anstatt Seattle den Ball für einen potenziellen Game Winning Drive auszuhändigen. Die Übung gelang, der Raumgewinn betrug 18 Yards. Es ist ja nicht so, dass die Rams zum ersten Mal auf die Passer-Qualitäten des High-School-Quarterbacks Hekker zurückgegriffen hätten, aber in dieser Situation? Dafür braucht es definitiv Eier... Wenn es bloß das einzige originelle Special-Teams-Play von St. Louis in dieser Partie gewesen wäre. Schon der 90-Yard-Punt-Return-Touchdown von Stedman Bailey war ein Geniestreich, da man einen Return des auf der anderen Seite des Felds postierten Tavon Austin andeutete und die "etwas" orientierungslosen Seahawks tatsächlich auf diesen Trick reinfielen. Aus Seattle-Sicht heißt es wohl: "Augen, wir brauchen Augen!"

Fast ist zu wenig. Fast hätten die New Orleans Saints ihr erstes Auswärtsspiel in dieser Saison gewonnen. Fast hätten sie nach der Bye-Week die richtige Reaktion gezeigt und einen starken NFC-Gegner bezwungen. Fast ist eben zu wenig. Bei den Detroit Lions gaben die Gäste den sicher geglaubten Sieg in den letzten Minuten aus der Hand. Weniger als fünf Minuten vor Schluss führten die Saints um zwei Scores, dann ließ erst die (zuletzt ohnehin so anfällige) Defense einen 73-Yard-Touchdown durch Golden Tate zu - und bei der nächsten New-Orleans-Possession warf Quarterback Drew Brees die bittere Interception, die letztlich zum Sieg der Lions führte. Zum Haareraufen ist diese Saison für den einstigen Mitfavoriten auf den Super-Bowl-Titel. Hinzu kamen im Ford Field 134 Yards an Strafen - oh boy!

HISTORY WAS MADE

Traditionell möchte ich mit der "Leserpost" starten. Erstens DANKE für den Hinweis auf den "Sportsmanlike Conduct", der hier in den Diskussionen herrscht. Diesen gegenseitigen Respekt schätzen (und fordern!) wir genauso wie die fachlich stets höchst interessanten Diskussionen. Zweitens zur Frage bezüglich Powerranking auf der NFL-Seite: Eine Rückfrage bei Kollegen Kastler hat ergeben, dass wir selbiges beides nicht sonderlich häufig lesen, die Sache mit dem Erscheinungstermin ist also tatsächlich reiner Zufall. Oder orientiert sich die NFL inzwischen am "TT", hehe? Na, genug mit dem Größenwahn, dafür kann ich die Gelegenheit für Schleichwerbung nutzen: Im Laufe der Woche wird es wieder unser eigenes Powerranking geben. Und dies führt wiederum - roter wird der Faden nimma - zu meiner Oktober-Verpflichtung, Stammleser wissen Bescheid. Und da Chicago im #OctoBEAR" ausschließlich positiv betrachtet wird, gibt es nach diesem Wochenende zwei Dinge festzuhalten: Erstens ist die Diskussionkultur hervorzuheben. Das mutmaßliche Schreiduell zwischen Jay Cutler und Brandon Marshall in der Kabine nach der Miami-Pleite als emotionale Erörterung der schwierigen sportlichen Situation weist nur auf den Ehrgeiz dieser beiden Team-Leader hin. Zweitens hätte ich einen konstruktiven Vorschlag, der mir unter der Woche gekommen ist: Rex Ryan wird nach Saisonende als Head Coach der New York Jets gefeuert und in derselben Sekunde der begehrteste Kandidat als Defensive Coordinator auf dem NFL-Coaches-Markt. Ich bin kein Fan von ihm als Head Coach, aber sich um eine Defense kümmern, kann er wie kaum ein anderer. Chicago und Ryan? Na, klingelt's? Papa Buddy Ryan war der Mastermind hinter der heute noch legendären 85er-Defense der Bears. Würde wie die Faust aufs Auge passen... Think about it! Und nur so nebenbei, wann ist eigentlich endlich November?!?

How 'bout those Lions?!? Ich mag Detroit bekanntlich, und wenn ich einem Team solch einen Sieg wie gegen New Orleans nicht zugetraut hätte, dann diesen traditionell tolpatschigen Vermasslern. Aber wenn man mal von diesem wochenlangen Kicker-Schlamassel absieht, ist heuer irgendetwas anders. Dieser Killerinstinkt ist definitiv neu, und diese fantastische vom 73-Yard-TD Golden Tates eingeleitete Aufholjagd gegen New Orleans dient als Beleg dafür. Die Defense agiert 2014 ohnehin auf einem in Michigan lange nicht mehr erlebtem Niveau und trug mit ihrer Interception gegen Drew Brees das ihrige dazu bei. Bevor dies hier komplett zu Lobhudelei ausartet, sei jedoch erwähnt, dass mir die Offense nach wie vor ein wenig Bauchschmerzen bereitet. Das ist derzeit nicht das Feuerwerk der vergangenen Jahre. Auch ohne Calvin Johnson muss man mit diesem Personal gegen die wackelige-Saints-Defense früher mehr Punkte aufs Board bringen. Und nicht zum ersten Mal sei darauf hingewiesen, dass QB Matthew Stafford seine Fehleranfälligkeit in den Griff kriegen muss. In den Playoffs würde sie sich als Boomerang erweisen...

Wie oft wurden die Kansas City Chiefs in dieser Saison eigentlich schon abgeschrieben? Dieser Sieg in San Diego war das nächste Statement, dass mit diesem Team auch im Hinblick auf einen erneuten Playoff-Einzug zu rechnen ist. Die Chiefs sind ein von Andy Reid ausgezeichnet gecoachtes Team, anders ließen sich diverse verletzungsbedingte Rückschläge kaum verkraften. Wenn die Defense trotz allem irgendwie funktioniert, ist diese Offense mit von Jamaal Charles angeführtem Laufspiel und von "Game-Manager" Alex Smith gelenktem Passspiel in der Lage, vielen Gegnern weh zu tun. "Uns hat keiner eine Chance gegeben", beschreibt der QB die offenbar entstandene "Wir-gegen-den-Rest-der-Welt-Mentalität". Die hat im Sport noch nie geschadet. Apropos Smith und San Diego - nette Anekdote: Der 30-Jährige kennt sich im Qualcomm Stadium nämlich bestens aus, da er in der Nähe von San Diego aufwuchs und sein High-School-Team dort zu zwei Provinz-Titeln führte. Dieser Teenager-Erfolgs-Truppe gehörte wiederum ein gewisser Reggie Bush an, was mich zur Frage führt: Wie geil muss das Leben als High-School-Coach sein, wenn man einen späteren Nummer-1- und Nummer-2-NFL-Draft-Pick in einer Mannschaft hat? Ob man sich dann a bisserl unschlagbar fühlt? Aber zurück zu den Chiefs: Jetzt wartet das nicht unspannenden Matchup mit den St. Louis Rams. Die "Missouri-Bowl" gibt es zwangsläufig nur alle vier Jahre. Mal schauen, wer seinen Aufwärtstrend fortsetzt...

Mit Atlanta hat Baltimore bereits das dritte Team der NFC South in dieser Saison nach allen Regeln der Kunst auseinandergenommen, fehlt nur nur noch New Orleans. Das freut mich für "04gruenp", der uns hoffentlich wieder Genaueres darüber berichten wird, und mir bitte an dieser Stelle erklärt, warum es keine überragende Idee war, meinem "Liebling" Joe Flacco ein Mal zu vertrauen und ihn im Salary-Cap-Fantasy-Football zu kaufen, nur damit er weniger Punkte als erhofft liefert. Nein, Spaß beiseite, hier soll es um die NFC South gehen, und deren Performance nervt mich zunehmend. Mich ärgert es immer, wenn Teams nicht das Potenzial ausschöpfen, dass ich in ihnen sehe. Und ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass ich nicht der einzige bin, der New Orleans, Atlanta oder Tampa Bay ein wenig mehr zugetraut hätte. Am ehesten agiert noch Carolina im Rahmen des Erwartbaren, bei den in Green Bay fürchterlich abgewatschten Panthers war aus diversen Gründen damit zu rechnen, dass sie 2014 einen Rückschritt erleiden. Mit einer Bilanz von 3-3-1 führen sie dennoch ihre Division an. Soll heißen: Nicht ein einziges Team hat derzeit eine positive Bilanz! Die Gründe für das bisherige Scheitern jedes der vier Teams würden ein wenig den Rahmen sprengen, einen interessanten Ansatz dazu liefert jedoch Ravens-Receiver und Carolina-Legende Steve Smith: "The NFC South is a finesse division, the AFC North is a physical, downhill, blue-collar football division." Wohlgemerkt: "Finesse" ist in diesem Zusammenhang dann wohl eher kein Kompliment, man kann auch charmant als "Weichei" beschimpft werden. Aber ganz daneben ist dieser verbale Einwurf nicht. Mit "Schönspielerei" kommen Brees, Ryan und Co. derzeit nicht weit. Die Härte der AFC North aus ihren besten Tagen wäre kein schlechter Einfluss.

In 73 Sekunden kann man mehr erledigen, als man glaubt. Was man in dieser Zeitspanne normalerweise nicht hinkriegt, ist, drei Touchdowns zu kassieren. Zumindest als ernstzunehmendes NFL-Team. Oder wie seht ihr das, liebe Houston Texans? Bei der Two-Minute-Warning der ersten Halbzeit wart ihr gegen harmlose Steelers noch 13:3 in Führung (und in Ballbesitz). Pausenstand? 13:24! 1:27 Minuten vor der Halbzeit einen TD zu kassieren, okay - so Watt?! Aber erst ein Arian-Foster-Fumble nachlegen und 24 Sekunden später einen weiteren TD hinnehmen, und dann als Krönung des Einbruchs mit einer Ryan-Fitzpatrick-Interception einen weiteren Score 14 Sekunden vor Ende der Halbzeit vorzubereiten? Nie im Leben! No way! Geht nicht! Ausgeschlossen!

Gleich vorneweg: Ich bin immer noch relativ weit davon entfernt, mir Sorgen um die Seattle Seahawks zu machen. Jetzt gibt es drei Siege gegen Carolina, Oakland und die New York Giants, und "Winless in Seattle" gehört wieder der Vergangenheit an. Noch dazu mit all den Begleiterscheinung wie den Trade von Percy Harvin, den wir aus Jets-Sicht gleich im Anschluss thematisieren. So schnell kann es gehen, letzte Woche habe ich noch über den Ansatz, ihn mehr in die Offense einzubinden, philosophiert. Jetzt ist er weg. Und zu dieser Entscheidung kann man den Seahawks nur gratulieren, auch wenn die Trade-Bilanz des Harvin-Engagements unterm Strich natürlich negativ ausfällt. Aber der Superstar hat weder sportlich noch menschlich ins Team gepasst, dieses geht vor, und ein gutes Management steht erstens zu seinen Fehlern und behebt sie zweitens umgehend und konsequent. Soll ja Unternehmungen geben, wo quasi verabschiedete Personalien noch monatelang im Chefsessel sitzen bleiben dürfen... OMV, ähhh OMG! Und trotz Niederlage sei festgehalten: Ohne Harvin schaute die Offense in St. Louis wieder ein bisschen mehr wie sie selbst aus. Doug Baldwin wird eine größere Rolle einnehmen und mit Paul Richardson hat man einen interessanten Zweitrunden-Receiver in der Hinterhand. An der Offense lag es nicht, dass sich das Special Team zwei Mal gewaltig veräppeln ließ. Interessant ist zudem, dass die für gewöhnlich furchteinflößende Defense zuletzt nicht auf ihrem gewohnten Niveau agierte. Eine interessante Beobachtung: Als den Rams unmittelbar vor ihrem wahnsinnigen Fake-Punt nur das First Down zum Sieg fehlte, ging der Pass im dritten Versuch in Richtung Richard Sherman. Ich habe live meinen Augen nicht getraut, denn wer traut sich bitte so etwas? Es ging eh schief, sagt mir jedoch, dass das Ehrfurchts-Level vor der Seattle-D ein wenig gesunken ist, was ich wiederum für überschaubar schlau halte. Interessant jedoch auch folgender Fakt: Die Seahawks-Defense brachte es bislang erst auf sieben Sacks. Nur Oakland und St. Louis schafften weniger. 2013 befand sich Seattle in dieser Statistik noch im oberen NFL-Drittel. Auch ein Indiz, dass sich die Gegner ein wenig mehr auf das Spiel des Champions eingestellt haben...



THESE: Die New York Jets werden vom Harvin-Trade profitieren

PRO - von Bernhard Kastler

Der Move kommt für diese Saison zu spät und Percy Harvin ist ob seines berüchtigten Charakters ein riesiger Test für den Locker Room - ansonsten sollten die Jets vom Trade mit den Seattle Seahawks (Sechstrunder, der zum Viertrunder werden könnte) profitieren. Die viertschlechteste Passing Offense der Liga hat plötzlich gehörigen Speed und neben Eric Decker einen weiteren vernünftigen Receiver, was vor allem auch die eklatante Red-Zone-Efficiency verbessern sollte. Beim Super-Bowl-Champion hätte der frühere Minnesota-Passempfänger gerne mehr gespielt, darüber muss sich Harvin in East Rutherford keine Sorgen machen. Für ihn ist es ein frischer Start unter Head Coach Rex Ryan und OC Marty Mornhinweg. Backup-QB Michael Vick kennt Harvin aus gemeinsamen Zeiten in Virginia Beach, wo beide aufwuchsen und zu Freunden wurden. Dem streitsüchtigen NFL-Star, dessen enorme Returner-Qualitäten bei der Super Bowl im Stadion der Jets per Touchdown besonders zum Tragen kamen, wird klar sein, dass er in dieser Liga nicht mehr allzu viele Chancen bekommt, auch das könnte den Jets langfristig in die Hände spielen. Sollte es nicht klappen, kann man ihn zudem ohne herbe finanzielle Verluste nach Saisonende cutten. Plus: In den letzten neun Spielen werden die Jets auf diese Weise auch wissen, ob Geno Smith ihr Franchise-QB sein wird oder nicht. Sollte alles nach Plan laufen, rettet Harvin sich selbst und gleich auch seinen neuen QB - und vielleicht auch noch seinen Coach. Das wäre allerdings das Comeback des Jahrzehnts.

CONTRA - von Peter Altmann

Auf der einen Seite Drama, nicht erfüllte Ansprüche, große Worte und kleine Taten, auf der anderen Seite Percy Harvin. Ich liebe spektakuläre Personalentscheidungen, aber im konkreten Fall ist Skepsis erlaubt. Zählen wir eins und eins zusammen. Ein Team, das in den vergangenen Jahren nicht für den einfachsten Locker Room bekannt war, sportlich am Boden liegt, in einer explosiven Medienstadt beheimatet ist und dessen Entscheidungsträger mit dem Rücken zur Wand stehen, trifft auf einen Spieler, der als Diva gilt, eine Me-First-Attitüde pflegt, sich vor dem größten Spiel seines Lebens mit einem Mitspieler prügelte (am Tag vor der Super Bowl mit Golden Tate) und sich in dieser Saison bereits drei Mal selbst aus dem Spiel nahm, zuletzt bei Seattles Pleite gegen Dallas. Na dann viel Glück! Ich will diese Causa nicht zu einseitig betrachten. Ich sehe durchaus auch Potenzial. Harvin verfügt über großartige Fähigkeiten (und weiß dies leider auch). Ich bin mir auch relativ sicher, dass der 26-Jährige heuer funktionieren wird. Erstens ist es nicht so schwer, bester Jets-WR zu sein, zweitens aus einer simplen Motivation: Geld. Harvin sitzt auf einem Monster-Vertrag, der jedoch blöderweise nicht garantiert ist. Er wird alles daran setzen, seine 10,5 Millionen Dollar für 2015 einzucashen, denn solch einen Deal bekommt er nie mehr, wenn er in New York scheitert. Angesichts des 1-6-Starts ist es jedoch auch schon wurscht, wenn Harvin heuer aufgeht, würde in Wahrheit nur einen besseren Draft-Pick kosten. In Wahrheit gilt es die Erwartungen der Jets-Fans an diesen Move zu dämpfen. Dieser Trade sagt mir, dass neben Head Coach Rex Ryan bereits in seinem zweiten Jahr auch GM John Idzik auf dem heißen Stuhl sitzt. Fliegen beide, ist es fraglich, ob das neue Regime bereit ist, Harvins Vertrag zu übernehmen. Der teuerste Spieler am Roster sollte nämlich eher keine charakterlich fragwürdige, tickende Zeitbombe sein. So risikolos die Verpflichtung derzeit erscheint, so kurzfristig könnte das Vergnügen werden. Für mich riecht das nach populistischem Verzweiflungsakt von Entscheidungsträgern, die schlichtweg auf den Aufbau einer geeigneten Offense vergessen haben und deren Zeit unweigerlich abläuft. Und das hat in der NFL noch selten funktioniert.

 Dallas ist super, das wurde hier schon in den letzten Wochen des öfteren thematisiert. Aber das Wichtigste für die Fans von "America's Team": Dallas bleibt auch super, Sieg Nummer sechs und das en suite! Vor allem Running Back DeMarco Murray schwebt nur so über das Feld. Zum siebten Mal im siebten Saison-Spiel rusht der Cowboy für über 100 Yards - das ist alleiniger NFL-Rekord und damit bricht er Jim Browns Marke aus dem Jahr 1958. Well played!

Trööööööööööööööööt, da ist er, der erste Sieg der Jacksonville Jaguars! Damit ist nur noch ein Team ohne Sieg und zwar die Oakland Raiders. Jacksonville hat sich dieses W verdient, zumal sie eben nicht so schlecht sind, wie zuvor sechs Siege vermuten ließen. Rookie-QB Blake Bortles warf zwar drei Interceptions, aber hey, erster Sieg ist erster Sieg. Peyton Manning hat auch in seiner ersten Saison Interceptions en masse geworfen. Plus: Starke RB-Performance von Denard Robinson! Minus: Unsere Cleveland-Underdog-Sympathisanten haben eine wirklich unnötige Niederlage auf den Weg in die Playoffs hinnehmen müssen. Hoffentlich scheitern sie nicht deswegen!

Super Sammy Watkins! Der Rookie-Receiver der Buffallo Bills zeigte beim Last-Second-Sieg gegen die Minnesota Vikings, dass er ein Playmaker ist. Mit 122 Yards und zwei Touchdowns war der Orange-Bowl-MVP von Clemson der überragende Mann am Platz und die Bills (deren beiden RBs verletzt ausschieden) unterstrichen, dass mit ihnen heuer in de AFC East zu rechnen ist. Übrigens auch die Miami Dolphins, denen ich diesen Sieg bei den Bears in dieser Form sicherlich nicht zugetraut habe. Und auch die NY Jets überraschten mit einer sehr guten Leistung gegen die New England Patriots. Gewiss, die AFC East ist nicht die schlechteste in der Liga.

Wird es zum ersten Mal seit 2008 (Detroit Lions) wieder ein Imperfect Team geben? Es ist nicht auszuschließen, denn die Oakland Raiders halten ja bei 0-6 und sind nur selten (wie vergangene Woche) knapp am Sieg dabei. Der Schedule bringt zudem folgende Teams: Cleveland, Seattle, Denver, San Diego, Kansas City, St. Louis, San Francisco, Kansas City, Buffalo, Denver. Nur in wenigen Partien sind die Kalifornier nicht die ganz krassen Außenseiter. Auch wenn 0-16 nicht cool ist, sollte es so eintreten, dann haben es sich die Verantwortlichen nicht anders verdient. Denn diese Zusammenkauf-Politik von Altstars darf einfach nicht aufgehen. Trotzdem glaube ich noch an einen Sieg der Raiders in dieser Saison. Cleveland hat ja in Jacksonville schon vorgemacht wie es geht...

Armer Kirk Cousins! Grundsätzlich hoffe ich ja, dass RGIII bald wieder zurückkommt, weil er ein absoluter Liga-Star ist. In zweiter Linie hoffte ich aber schon, dass der Backup auf Dauer Werbung in eigener Sache machen würde. Aber, es kam genau das Gegenteil! Cousins wurde von Colt McCoy gegen die Titans gebenched! Ouch! Und er soll auch Starter sein, wenn RGIII nicht fit wird! Doppel-Ouch!

Verlieren wir auch einmal ein paar Worte über die Tennessee Titans:
Nach einem verheißungsvollen Start gegen die Kansas City Chiefs wurden vier Spiele verloren, drei gegen übermächtige Gegner (Dallas, Cincy und Indy) und eines gegen Cleveland, wo man 25 Punkte Vorsprung vergeigte. Nach dem knappen Sieg gegen Jacksonville, vergab man selbigen in Washington und hält nun bei 2-5. Die Titans werden mit QB Charlie Whitehurst weiter nicht am öffentlichen Radar der NFL zu sehen sein. ABER: Man möge Coach Ken Whisenhunt Zeit geben. 2015 mit einem neuen QB, mit RB Bishop Sankey und den Receivern Kendall Wright sowie Justin Hunter kann das auf Dauer schon was werden. In der Ruhe liegt die Kraft!

Wir picken jede Woche die Teilnehmer der Super Bowl XLIX, die am 1. Februar kommenden Jahres in Arizona stattfinden wird. Wir sind zuversichtlich, in irgendeiner Woche richtig zu liegen - spätestens nach den Conference Finals...

BERNHARD KASTLER und sein Super-Bowl-Pick nach Week 7:

INDIANAPOLIS COLTS vs. DALLAS COWBOYS

Beide Teams sind on fire, warum nicht bis zum Schluss? Das wird für die Colts vor allem gegen Peytons Denver natürlich schwierig, aber es wäre nicht die erste starke Defense, die Manning knackt. Und Dallas? "America's Team" lässt sich nicht stoppen, zeigt starke Konstanz - und die Konkurrenz in der NFC zeigt - sie ist schlagbar!

PETER ALTMANN und sein Super-Bowl-Pick nach Week 7:
 
DENVER BRONCOS vs. GREEN BAY PACKERS
 
Peyton vs Aaron! Noch Fragen?

Woche AFC NFC
Week 6 San Diego Chargers San Francisco 49ers
Week 5 San Diego Chargers Seattle Seahawks
Week 4 Cincinnati Bengals Arizona Cardinals
Week 3 San Diego Chargers Arizona Cardinals
Week 2 Denver Broncos Philaldelphia Eagles
Week 1 New England Patriots New Orleans Saints

  • Einmal geht es noch, damit wir auch den Formalakt hier vollziehen: Peyton Manning hat den All-Time-Rekord an TD-Passes von Brett Favre (508) gebrochen und hält bei 510.
  • Einmal geht es noch, damit wir auch den Formalakt hier vollziehen: DeMarco Murray hat als erster Spieler in den ersten sieben Spielen jeweils über 100 Yards gerusht und den 58 Jahre alten Rekord von Jim Brown gebrochen.
  • Andy Reid, Head Coach der Kansas City Chiefs hat mit dem Erfolg in San Diego seine Karriere-Bilanz in den Spielen nach Bye-Weeks auf 14-2 verbessert, das sind die meisten Siege eines NFL-Coaches in dieser Konstellation. Man gebe diesem Mann also nur genügend Zeit, um mit seinem Team zu arbeiten...
  • Und noch einmal Kansas City: Running Back Jamaal Charles hält nun bei 6113 Rushing Yards im Chiefs-Dress und hat damit den Franchise-Rekord des großartigen Priest Holmes gebrochen. Der brachte es auf 6070.
  • Die Pittsburgh Steelers sind eine MNF-Heimmacht - es war dies bereits der 16. Sieg en suite vor eigenem Publikum!
  • JJ Watt hat zum dritten Mal ein Spiel mit einem Sack und einem Fumble hinter sich gebracht - kein anderer Spieler hat das mehr als einmal zusammengebracht...

Woche AFC NFC
Week 6 Denver Broncos Dallas Cowboys
Week 5 Denver Broncos Seattle Seahawks
Week 4 San Diego Chargers Seattle Seahawks
Week 3 Cincinnati Bengals Seattle Seahawks
Week 2 San Diego Chargers Seattle Seahawks
Week 1 Denver Broncos Seattle Seahawks

In dieser Kategorie lassen sich die NFL-Redakteure von LAOLA1 zu "Bold Predictions" für Woche 8 hinreißen - wie immer ohne Gewähr!

BERNHARD KASTLER über Week 8

  • Houstons Ryan Fitzpatrick gegen Ex-Team Tennessee: Gegen  sein anderes Ex-Team aus Buffalo hat er schon gewonnen, also macht er das nun nicht. Whitehurst sticht ihn mit 4:1-TDs aus!
  • Florida-Derby in Jacksonville - und Miami wäre nicht Miami, wenn man nach dem Sieg in Chicago nicht wieder ordentlich verliert. Und QB Blake Bortles wirft erstmals mehr TDs als Interceptions!
  • Zum Abschluss der Auftakt: San Diego zu Gast in Denver. Wer sticht öfters? QB Phil Rivers und TE Antonio Gates oder QB Peyton Manning und TE Julius Thomas? Remis! 0 TDs beider Tandems!

PETER ALTMANN über Week 8
  • Die Tipps der Vorwoche sind ja alle gaaaanz super aufgegangen. Nicht. Naja, wenigstens die zwei TDs von Odell Beckham jr. haben gestimmt. Vielleicht liegen mir Rookie-Receiver, also probieren wir es einmal mit Brandin Cooks. Der wird mit zwei TDs der Difference Maker im in meinen Augen interessantesten Spiel der Woche: New Orleans vs. Green Bay. Die Saints gewinnen. Und ja, das wäre derzeit eine Überraschung.
  • Arme Buffalo Bills! Percy Harvin führt die New York Jets bei seinem Debüt für die Gang Green garantiert zum Sieg - mit je einem Punt-Return- und einem Receiving-Touchdown...
  • Wenn ich oben schon die "Missouri-Bowl" ankündige, sollte ich sie fast tippen. Ich behaupte, die Rams werden trotz Seattle-Sensation weiter unterschätzt, soll heißen: St. Louis gewinnt in Kansas City.

HEUTE NACH WEEK 7

Well deserved Peyton. Congratulations on breaking my record. #Onto600 (Tweet von Brett Favre)

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