Tie me a River!

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Tie me a River - nach vier Jahren wieder ein Remis!

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Es ist Dienstag - oder wie ihn die NFL-Redaktion von LAOLA1 nennt: Touchdown Tuesday!

Der zehnte Spieltag der National Football League ist in den Geschichtsbüchern - Zeit darauf zurückzublicken!

Die Ergebnisse sind bekannt, doch die größte und teuerste Profiliga der Welt hat viele Stories zu erzählen.

Wer ist Winner? Wer ist Loser? Wer oder was war awesome? Wer oder was war awful? Wer sorgte noch für Aufsehen? 

Das ist die Endzone von LAOLA1 - Episode 10:

WINNER OF THE WEEK

"Oh, die AFC ist so schlecht. Oh, die NFC wird sicher den Super-Bowl-Sieger stellen." Liebe AFC-Kritiker, den Ball 'mal ordentlich flach halten. Denn auch wenn die Wahrscheinlichkeit nach wie vor höher ist, dass sich ein Team aus der National Football Conference den Titel sichern wird - eines aus der American FC wird sich zumindest nicht vorzeitig geschlagen geben. Die Houston Texans setzten mit dem 13:6 bei den Chicago Bears ein Statement, gewannen das Turnover-Festival der absoluten Defensiv-Mächte ihrer jeweiligen Conference 4:2 und halten nun bei einer Bilanz von 8:1. Die Mischung stimmt, Quarterback Matt Schaub ist fit, Arian Foster der Top-Scorer der Liga und J.J. Watt eine Maschine in der Defense. Auch wenn Baltimore hartnäckig bleibt, die Nummer 1 der AFC wird Houston heißen.

LOSER OF THE WEEK

In den nächsten Tagen sollte man in Florida die Augen offen halten. Vor allem in Bars. Denn irgendwo sind sie und stoßen an. Irgendwo kommen sie zusammen und feiern sich selbst. Es könnte als Klassentreffen getarnt sein, doch es ist ein Teamtreffen. Die 72er Miami Dolphins haben Grund zu jubeln. Denn die Atlanta Falcons haben verloren. Wie das kausal zusammenhängt? Ganz einfach: Miami hat 1972 kein Spiel verloren, eine Perfect Season hingelegt. Die Falcons waren bis Woche 10 die einzige ungeschlagene Mannschaft, aber eben nur bis Sonntag. Somit werden die Dolphins zumindest ein weiteres Jahr als einzige über ihre Perfect Season jubeln (New England gewann 2007 alle Spiele bis auf die Super Bowl). Wem haben sie das zu verdanken? Den Saints, jenes Team das 0-4 gestartet war und mittlerweile schon bei 4-5 hält. Auf Brees und den Superdome ist eben Verlass. Atlanta ist der Verlierer der Woche, denn eine Perfect Regular Season wäre zumindest drinnen gewesen, sieht man sich sich den weiteren Spielplan an. Die 72er freuen sich!

PLAY OF THE WEEK

Tie me a river! Da wollten aber zwei Teams wirklich um jeden Preis - nicht - gewinnen. Mit 24:24 lieferten San Francisco und St. Louis das erste NFL-Remis seit 2008 ab. Diese Partie hatte so viele Wendungen der Dramaturgie zu bieten, quasi ein "Selbstbedienungsladen" für diese Kategorie. Stellvertretend seien deshalb die beiden Fake-Punts der Rams erwähnt. Dass Rookie-Punter Johnny Hekker in brenzligen Situationen gleich zwei Pässe an den Mann bringen durfte, hat erstens Seltenheitswert, spricht zweitens gegen die Special Teams der 49ers, drittens jedoch für das in diesem Match ausgesprochen mutige Playcalling von Head Coach Jeff Fisher. Mehr davon!

PICTURE OF THE WEEK

 

                                 IN BALTIMORE WURDE DEN RAIDERS SCHWINDLIG

THE AWESOME / THE AWFUL

Ja, wir geben zu, Adrian Peterson wurde hier bislang nicht so gewürdigt, wie es ihm eigentlich zustünde. Dafür jetzt umso mehr: Was für eine Comeback-Saison des Elite-Running-Backs der Minnesota Vikings. Mit 1128 Yards führt der 27-Jährige, der sich vergangene Spielzeit das Kreuzband riss, die Rushing-Wertung der Liga an, beim wichtigen 34:24-Sieg zu Hause gegen Division-Rivalen Detroit sorgte er für 171 Yards, darunter fällt auch der 61-Yard-Touchdown-Run in seiner unnachahmlichen Art. Die Vikings bleiben voll im Playoff-Rennen - und das nicht zuletzt dank A.P.!

 Damit war nicht zu rechnen, umso mehr darf es als awesome bezeichnet werden: Die Cincinnati Bengals, die bis zum letzten Wochenende mit 3-5 eine mehr schlechte als rechte erste Saisonhälfte gespielt haben, fuhren mit dem Super-Bowl-Sieger aber sowas von Schlitten. Die New York Giants um Eli Manning brachten aber auch gar nichts zu Wege, erzielten den einzigen Touchdown erst drei Minuten vor Schluss, wo es schon herzlich egal war. 31:13 lautete der Endstand, für die Bengals ein mehr als ordentlicher Schritt nach vorne.

 Ja, ist denn das zu glauben? Lasset die Tauben steigen! Das schier Unglaubliche ist eingetreten. Die Kansas City Chiefs - Achtung, festhalten, hinsetzen, anschnallen, zurücklehnen - sind am zehnten Spieltag (!) dieser Saison in einem Spiel als erstes Team in Führung gegangen. Trööööt! Gut, am Ende stand mit dem 13:16 nach Overtime bei den Pittsburgh Steelers die siebte Niederlage im achten Spiel. Aber hey, was wären die großen Erfolge ohne die kleinen?

Aua! Autsch! Das tat weh! Es war ein bitteres Wochenende für die Krankenversicherungen der Starting-Quarterbacks - und für ihre Fans natürlich auch. In Pittsburgh zittert man um Ben Roethlisberger. Sollte sich dessen Schulterverletzung als schwer erweisen, wäre man mit Backup Byron Leftwich nicht übertrieben gut bedient. Ein Trio erlitt Gehirnerschütterungen: Michael Vick wurde durch das Versagen der eigenen O-Line "endlich" so weich geklopft, dass die Eagles nun die Gelegenheit haben, das Zepter an Rookie Nick Foles weiterzugeben. In San Francisco warf Alex Smith benebelt zwar noch einen Touchdown-Pass, musste dann aber Colin Kaepermick weichen. Und in Chicago hat man Angst vor dem Vorjahres-Trauma, als man Jay Cutlers Verletzung nach Traumstart nicht kompensieren konnte. Wäre diesmal Jason Campbell die Lösung? Kurios: Der Monday-Night-Schlager 49ers gegen Bears könnte also mit Backup-QBs über die Bühne gehen...

 Flipper würde sich schämen. Und womit? Mit Recht. Denn die Dolphins scheinen nicht wirklich um die Playoffs mitspielen zu wollen. Vor zwei Wochen schießen sie die Jets aus deren Stadion, um sieben Tage später knapp in Indy zu verlieren. Das ist noch verständlich, aber ein 3:37 zu Hause gegen Tennessee? Völig unerklärlich! Rookie-Quarterback Ryan Tannehill wurde drei Mal intercepted, in der Rushing Offense klappte gar nichts. Reggie Bush entschuldigte sich gar: "Meine Performance in den letzten Wochen war armselig, ich schäme mich!" Aufwachen, liebe Flipper-Freunde!

 Es scheint immer mehr und mehr konkret zu werden, nämlich dass eine große Ära in Philadelphia zu Ende geht. Andy Reid, seit 1999 Head Coach der Eagles, verlor mit seinem Team zum fünften Mal en suite. Auch wenn er seinen Quarterback Michael Vick durch Verletzung (siehe oben) früh verlor, zu Hause gegen die ebenso anfälligen Dallas Cowboys kann man auch schon mal gewinnen. Doch weniger ist es diese Partie, als vielmehr die ganze zerfahrene Saison. Reid scheint das Ruder nicht mehr herumreißen zu können, und das scheint ihm im 13. Jahr zum Verhängnis zu werden.

Manning hat nur noch einen vor sich: Brett Favre

STATS OF THE WEEK

  • Peyton Manning warf seinen 420 Karriere-Touchdown und zog damit mit seinem Jugend-Idol Dan Marino gleich, nur Brett Favre hat mehr (508). In einer anderen Liste zog er auch mit der Miami-Legende gleich: 147 Siege als Starter - Platz drei!
  • Das letzte Unentschieden in einem NFL-Spiel gab es 2008 beim 13:13 zwischen den Bengals und Eagles. Seit 1974, als die Overtime in der Regular Season eingeführt wurde, gab es erst 18 Mal Remis, seit 1989 überhaupt erst fünf Mal.
  • Die Falcons sind das vierte Team, das Spiel neun nach 8-0 verliert - zuvor: 1977 Cowboys, 1931 Spartans, 1930 Packers.
  • Trost für Falcons-Tight-End Tony Gonzalez: Mit seinem 100. Touchdown ist er der erste Spieler der NFL-Geschichte, dem das auf seiner Position gelingt.
  • Der Head Coach der Kansas City Chiefs, Romeo Crennel, verlor zum neunten Mal gegen die Pittsburgh Steelers. Er hat allerdings noch nie gegen sie gewonnen. Das ist die schlechteste Bilanz eines aktiven Trainers gegen einen Gegner.
  • Mark Sanchez' Red-Zone-Interception in Seattle war seine zweite heuer, die er warf, nachdem er unmittelbar Tim Tebow am Feld ersetzte.
  • 29 Jahre ist es her, dass beide New Yorker Teams an einem Tag mit zumindest 18 Punkten Differenz verloren. Es war der 16. Oktober 1983.
  • Ja, die Bears und Texans sind Defensivmächte. Das hat man im direkten Duell gesehen. Denn in keiner Partie gab es bislang weniger Raumgewinn - zusammen nur 222 Yards.
  • Arian Foster jagt LaDainian Tomlinson: Letzterer hatte 2000/01 für die San Diego Chargers hintereinander in 18 Spielen jeweils einen Touchdown erzielt. Houston-RB Foster ist mit elf nun Zweiter.
  • Marshawn Lynch schaffte sein viertes Spiel in Folge, in dem er für über 100 Yards rushte. Persönlicher Rekord!
  • Tom Brady ist der zweite Quarterback, der 20 Siege in seinen ersten 22 Spielen gegen ein Team einfährt, nämlich gegen die Buffalo Bills. Der andere heißt Len Dawson, ein Hall-of-Famer, und schaffte das gegen die Broncos.

BOLD PREDICTIONS

In dieser Kategorie lassen sich die NFL-Redakteure von LAOLA1 zu Prognosen für Woche sechs hinreißen. Es kann genauso ernst wie weniger gemeint sein, eines ist klar - ohne Gewähr!

BERNHARD KASTLER über Week 11

  • Miami zu Gast in Buffalo, ein Duell zweier AFC-Teams, die mehr von Frust als Lust getragen werden. Einer fliegt vom Platz!
     
  • Die Jets gastieren bei den Rams, Mark Sanchez als 5er-Pick 2009 also bei Sam Bradford, dem 1er-Pick 2009. 5-1, ja so könnte das Interception-Verhältnis ausgehen.
  • Denver wird zu Hause 24:0 gegen die Chargers zur Pause führen und San Diego am Ende 35:24 gewinnen. Rache für Week 6 (Ja, genau...)
 
 PETER ALTMANN über Week 11
  • Im Rahmen eines dann doch recht kurzweiligen 48:45-Siegs von New Orleans in Oakland übertreffen Drew Brees und Carson Palmer gemeinsam locker 900 Passing Yards, vorsichtig geschätzt... Nichtsnutzige Defenses haben auch ihr Gutes!

  • Byron Leftwich gewinnt den Showdown mit Baltimore für Pittsburgh mit links.
  • Upset Alert: Indy gewinnt in New England. Wobei: Ist das in Zeiten wie diesen überhaupt noch eine Sensation...?

DER WEISHEIT LETZTER SCHLUSS...

HEUTE NACH WEEK 10

"Wenn es nach 15 Minuten in der Overtime weiterhin remis steht, dann gibt es auch ein Remis" - man sollte meinen, das wissen alle NFL-Spieler. Nein, tun sie nicht: Rams-Receiver Danny Amendola wunderte sich, warum keine Entscheidung herbeigeführt wurde! Übrigens: Donovan McNabb 2008 auch schon...

 

Bernhard Kastler / Peter Altmann

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