Das Powerranking der NFL

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NFL-Powerranking nach Week 14

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Es wird ernst in der NFL!

Nur noch drei Spieltage stehen in der Regular Season auf dem Programm. Das Hauen und Stechen um die Playoff-Plätze beziehungsweise die Setzliste in der Postseason nähert sich dem Höhepunkt.

Drei Wochen nach der letzten Ausgabe ist es wieder höchste Zeit, rechtzeitig vor dem Schlussspurt im LAOLA1-Powerranking die aktuellen Kräfteverhältnisse einzuordnen.

(Anmerkung: In Klammer befindet sich die Platzierung des jeweiligen Teams im Powerranking nach Week 11)

1 (4) NEW ENGLAND PATRIOTS (10-3): Wow! Irgendjemand in New England muss eine Zeitmaschine für eine Reise in die Mitte des letzten Jahrzehnts gefunden haben. Angeführt von einem Tom Brady in Überform agieren die Patriots derart dominant, dass Erinnerungen an ihre Ära in den Nuller-Jahren wach werden. Sieben Siege in Folge, die drei Niederlagen in der ersten Saisonhälfte passierten mit einer kombinierten Differenz von vier (!) Punkten, im Monday Night Game AFC-Leader Houston zerstört – aktuell wirkt das Team von Head-Coach-Genie Bill Belichick unschlagbar. Nur so nebenbei: Fällt irgendjemandem auf, dass Rob Gronkowski fehlt?

2 (3) GREEN BAY PACKERS (9-4): Angeschlagene Gegner sind dem sportlichen Volksmund nach ja die gefährlichsten. Und die Packers sind richtig angeschlagen. Mit Clay Matthews, Charles Woodson und Jordy Nelson an der Spitze des Eisbergs fehlen Green Bay zahlreiche Schlüsselarbeitskräfte. Dies macht sich am Platz bemerkbar – allerdings nur leistungstechnisch und nicht an den Ergebnissen. Abseits des Blackouts bei den New York Giants gelangen in den vergangenen acht Begegnungen sieben Siege. Dass vom Glanz der Vorsaison nur wenig zu sehen ist, tut nichts zur Sache. Vieles erinnert an die Super-Bowl-Saison 2010/11. Auch damals häuften sich die Verletzungen. Das Ziel muss nun Platz zwei in der NFC sein, um durch die Playoff-Bye-Week Erholungszeit zu gewinnen.

3 (6) DENVER BRONCOS (10-3): John Elway lässt grüßen! Erstmals seit Mitte der 80er, 1986 und 1987 um genau zu sein, haben die Broncos zwei Mal in Folge die AFC West gewonnen. Gut, Peyton Manning ist auch der erste wirklich vernünftige Quarterback, der sich seit Elways Rücktritt in der „Mile-High City“ einen Wohnsitz zugelegt hat. Es beeindruckt, mit welcher Konsequenz und Präzision Denver derzeit einen Gegner nach dem anderen abmontiert. Im Zeitalter der Sensationen und Ausrutscher sind acht Siege en suite keine Selbstverständlichkeit. Müsste man ein Haar in der Suppe suchen, wäre es der Umstand, dass den Broncos zuletzt kaum hochklassige Konkurrenz gegenüberstand. So gesehen ist das Gastspiel in Baltimore am Wochenende ein guter Prüfstein.

4 (1) HOUSTON TEXANS (11-2): Mag sein, dass wir die Texans hier ein, zwei Plätze zu weit abstürzen lassen. Aber erstens sind die Eindrücke des MNG-Debakels in New England noch zu frisch (die zweite Abfuhr gegen ein Top-Team nach dem 24:42 gegen Green Bay), und zweitens bestätigte selbiges die Befürchtungen der vergangenen Wochen. Vor allem gegen den Pass ist Houstons hochgelobte Defense aktuell nicht sattelfest. Retten die Texans den Playoff-Heimvorteil über die Ziellinie, ist dort dennoch alles möglich.

5 (2) ATLANTA FALCONS (11-2): Irgendwann konnte es nicht mehr gut gehen. Wochenlang mogelten sich die Falcons von einem Sieg zum anderen und wussten dabei nicht immer genau, warum sie gewonnen haben. In Carolina zeigte Cam Newton Atlanta nun mehr oder weniger im Alleingang die Grenzen auf. Aber egal, der Fokus liegt ohnehin auf den Playoffs, wo Matt Ryan und Co. in den vergangenen Jahren keine gute Figur machten. Da die Falcons vermutlich Home-Field-Advantage genießen werden, muss sie erst einmal jemand schlagen. Vor Angst zittert die Konkurrenz aktuell jedoch nicht. Böse Zungen meinen, in Carolina agierte Atlanta bereits in gewohnter Playoff-Form…

49ers-Quarterback Colin Kaepernick betritt das Rampenlicht

6 (5) SAN FRANCISCO 49ERS (9-3-1): Unerfahrene QBs unterliegen Formschwankungen. Das ist nun mal so. Diese Erfahrung macht derzeit auch Colin Kaepernick. Der Youngster bekommt bei den 49ers den Vorzug gegenüber Alex Smith – in einer Woche zerlegt er New Orleans, in der anderen vergeigt er einen sicher geglaubten Sieg in St. Louis. Sein Potenzial ist jedoch unbestritten, seine Mobilität toll. Gestützt auf die imposante Defense, wo Aldon Smith einfach nur on fire ist, und das beständige Laufspiel verfügt nun auch der Passangriff in der Theorie über mehr Dynamik. Trotzdem spielt Coach Jim Harbaugh mit dem Feuer. „Kaep“ könnte in die Playoffs zünden, mit seiner Unbeständigkeit die Titel-Hoffnungen in der Bay Area aber auch ganz schnell im Alleingang auspusten.

7 (10) SEATTLE SEAHAWKS (8-5): Das an Dramatik zu überbietende 58:0-Schlachtfest gegen Arizona ist das eine, der Overtime-Erfolg in Chicago in der Woche davor das andere, nämlich wichtigere. Wenn die Heimmacht namens Seattle nämlich plötzlich beginnt, toughe Auswärtsspiele zu gewinnen, sollten bei der Konkurrenz alle Alarmglocken läuten. Zurzeit fliegen die Seahawks wohl zu Unrecht noch unter dem Radar – dabei ist im Falle eines Heimsiegs gegen San Francisco sogar der Division-Titel wahrscheinlich. Neben starker Defense und Laufspiel ist es zudem höchste Zeit, Russell Wilson in den höchsten Tönen zu loben. Der Rookie-QB tritt immer dominanter auf, erlaubt sich kaum Turnover. Ob es ein Fehler ist, dass es bei ihm im Vergleich zu den Jahrgangs-Kollegen Andrew Luck und Robert Griffin III meist nur zur einer Randnotiz reicht?

8 (9) NEW YORK GIANTS (8-5): Mit dem Rücken zur Wand, heißt es, sind die Giants besonders gut. Und der Titelverteidiger braucht diesen Nervenkitzel offenkundig. Gegen Green Bay und New Orleans hielt man dem im Vorfeld wachsenden Druck jedenfalls beeindruckend stand. Vor der Niederlage in Washington herrschte so gesehen wohl zu viel Ruhe im „Big Blue Apple“. Das Restprogramm ist mit Gastspielen in Atlanta und Baltimore knifflig, zu viele Ausrutscher sollte man sich mit den Redskins und Cowboys im Nacken nicht mehr leisten. Wie auch immer: Auch im Vorjahr liefen die Giants erst mit dem Rücken zur Wand zur Höchstform auf – die Moral der Geschichte ist bekannt…

9 (7) BALTIMORE RAVENS (9-4): Die Qualität der 2012er-Ausgabe ist von den goldenen Zeiten der Ravens-Defense so weit weg wie Jürgen Melzer von einem Gland-Slam-Sieg im Einzel. Bevor es zu dramatisch klingt: Das ist natürlich zu einem guten Teil Verletzungen geschuldet, einen Leader wie Ray Lewis ersetzt man nicht im Vorbeigehen. Zwei Niederlagen in Folge (und zuvor ein Glückssieg in San Diego) untermalen jedoch, wie verwundbar dieses Team zurzeit ist. Möchtegern-Elite-QB Joe Flacco zeigt bisher auch nichts, was diesen Status rechtfertigen würde. Gut für Baltimore ist zumindest das Unvermögen von Cincinnati und vor allem Pittsburgh.

10 (18) WASHINGTON REDSKINS (7-6): Sieg in Dallas, Sieg gegen die Giants, Sieg gegen Baltimore – es war nicht gerade Fallobst, das die Redskins in den vergangenen drei Wochen aus dem Weg räumten. Keine Frage, dieses Team ist absolut hot und wäre im Falle einer Playoff-Qualifikation ein unangenehmer Gegner. Oder auch nicht – denn in jeder Partie kann der Robert-Griffin-III-Wow-Faktor auch nicht die Unzulänglichkeiten der Defense kompensieren.

11 (13) DALLAS COWBOYS (7-6): Dass es Wichtigeres als Football gibt, mussten die Cowboys in den vergangenen Tagen erfahren. Practice-Squad-Mitglied Jerry Brown starb bei einem von Nose Tackle Josh Brent verursachten Unfall – mit einer Tragödie verloren Tony Romo und Co. zwei Kameraden. Unter diesen Umständen ist es schwierig, eine trockene sportliche Bilanz zu ziehen. Unser Grundvertrauen in die Konstanz der Cowboys ist nach wie vor enden wollend, nun fällt auch noch WR Dez Bryant aus. Die Siege gegen Philadelphia und vor allem jener in Cincinnati bewiesen jedoch, dass dieses Team Herz hat. So blöd es klingt: Vielleicht war gerade dieses gemeinsame Erfolgserlebnis bei den Bengals – unter diesen traurigen Umständen – der Kickstart in Richtung Playoffs.

12 (15) INDIANAPOLIS COLTS (9-4): Wir können nur den Hut ziehen!  Schön zu sehen, was mit unglaublichem Teamgeist zu erreichen ist. Denn mit einem qualitativ hochwertigen Kader hat dieser Erfolgslauf nur wenig zu tun. Die Kombination aus dem Siegergen des genialen Andrew Luck (Wer soll eigentlich Rookie of the Year werden – Luck oder „RGIII“? Knifflige Wahl!), der Mission, für den schwer erkrankten Coach Chuck Pagano zu fighten, und einem relativ soften Schedule spült die Colts vermutlich tatsächlich in die Playoffs. Wir wollen keine Spielverderber sein, aber dort ist gegen die „großen Jungs“ wohl Endstation. Wir lassen uns jedoch nur zu gern eines Besseren belehren – zwei ausstehende Regular-Season-Duelle mit Houston bieten eine erste Gelegenheit.

Cutler und die Bears drohen einzubrechen

13 (8) CHICAGO BEARS (8-5): Erleben wir gerade, wie Chicago erneut in der zweiten Saisonhälfte eine hoffnungsvolle Saison wegwirft? Vieles spricht dafür, vier der vergangenen fünf Partien gingen verloren – und jetzt wartet auch noch Erzfeind Green Bay. Vielleicht ist dieses Team auch einfach nicht so gut, wie es der anfangs einfache Schedule glauben ließ. Wir wiederholen uns: Gegen die wirklichen Top-Teams setzte es ausnahmslos Niederlagen. Die O-Line ist nach wie vor mangelhaft, das Laufspiel derzeit nur Durchschnitt, Quarterback Jay Cutler hat seinen Rhythmus verloren, die zwischenzeitlich so hammerharte Defense beklagt Verletzte – Herzstück Brian Urlacher könnte länger ausfallen. Kurzum: Jetzt ist Charakter gefragt!

14 (16) CINCINNATI BENGALS (7-6): Woran erkennt man Teams, die auf einem guten Weg sind, aber in ihrer Entwicklung noch die eine oder andere Bergetappe vor sich haben? Genau, sie vergeigen es im denkbar ungünstigsten Moment. So geschehen gegen Dallas – eine Partie, in der es den fünften Sieg in Folge geben hätte müssen. Nun dürfte es eng werden im Kampf um einen Playoff-Platz. Das Duell in Pittsburgh könnte aber eine Reifeprüfung für dieses junge und für die kommenden Jahre hochinteressante Team sein. Auffällig: Running Back BenJarvus Green-Ellis wacht zunehmend auf.

15 (17) MINNESOTA VIKINGS (7-6): Adrian Peterson, du bist ein Geschenk für diesen Sport! Man könnte unendliche Jubelarien auf diesen großartigen Running Back anstimmen. Blöd nur, dass er nicht im Alleingang gewinnen kann. Gut, er gibt sein Bestes, und manchmal – wie gegen Chicago – klappt es auch. Alles in allem sind die Vikings qualitativ jedoch noch nicht weit genug für den Sprung in die Playoffs. Dass mit Percy Harvin der mit Abstand beste Receiver seit Wochen (und die restliche Saison) fehlt, macht es nicht besser. Summa summarum: Das Restprogramm ist wohl zu schwer.

16 (24) ST. LOUIS RAMS (6-6-1): Hut ab, drei Siege in Serie – darunter die Überraschung gegen Division-Rivale San Francisco. Mit einem Erfolg gegen Minnesota könnten die Rams sogar noch im Hinblick auf die Playoffs laut werden. St. Louis gewinnt nicht mit explosiven Punkte-Festivals, agiert jedoch bemerkenswert effizient. Vor allem die Defense leistet sehr gute Arbeit. Findet man endlich konstant gute Anspielstationen, könnte Sam Bradford in Zukunft noch beweisen, warum er ein Nummer-1-Pick war.

17 (12) PITTSBURGH STEELERS (7-6): Also noch einmal zum Mitschreiben:  Mit „Opa“ Charlie Batch als QB gewinnen die Steelers in Baltimore (ja wirklich, mit Charlie Batch!), nur um eine Woche später beim Comeback von Superstar Ben Roethlisberger zu Hause gegen San Diego unterzugehen (ja wirklich, San Diego!)? Passt überhaupt nicht zusammen. Vielleicht liegt des Rätsels Lösung darin begründet, dass die 2012-Version der Steelers eben nur ein durchschnittliches Football-Team ist. 16 Turnover in den vergangenen vier Spielen (darunter drei Niederlagen) sagen alles. Noch hat man es in der eigenen Hand, aber in der aktuellen Form wird es verdammt eng mit den Playoffs.

18 (22) NEW YORK JETS (6-7): Um Missverständnissen vorzubeugen, nennen wir das Kind beim Namen: Die New York Jets haben in den Playoffs so viel verloren wie Lindsey Vonn auf einer Herren-Abfahrt – beide wären komplett chancenlos. Der Unterschied: Das Vonn-Experiment will jeder sehen, das Jets-Experiment außer der hartgesottenen (und zugegeben leidensfähigen) Jets-Gemeinde niemand. Das Problem: Der Kindergarten-Schedule und das Unvermögen der Konkurrenz aus Pittsburgh und Cincinnati könnte die „Gang Green“ tatsächlich noch in die Postseason spülen. Ein wahrlich entzückender Gedanke, Mark Sanchez in der schönsten Football-Jahreszeit beim Dilettieren zuzusehen…

19 (14) TAMPA BAY BUCCANEERS (6-7): Leider ist es so gekommen, wie wir es im letzten Powerranking befürchtet haben. Das Restprogramm hat sich für die Spaß-Truppe aus Florida als zu schwer erwiesen, die Playoff-Träume sind nach drei Niederlagen in Folge wohl geplatzt. Nicht zu rechnen war dabei jedoch mit dem Umfaller gegen Philadelphia. Aber Schwamm drüber, mit dieser Passverteidigung wäre in der Postseason außer wertvoller Erfahrung ohnehin nichts zu holen gewesen. Wenigstens weiß man genau, woran man in der Offseason basteln muss. Der Rest schaut recht zukunftsträchtig aus.

Was ist bloß mit Saints-Superstar Drew Brees los?

20 (11) NEW ORLEANS SAINTS (5-8): Drew Brees, where are you? Gut, gegen San Francisco, in Atlanta und bei den New York Giants kann man verlieren. Aber neun Interceptions in diesen drei Partien sind eines Superstar-Quarterbacks unwürdig. Zudem ist auch noch seine TD-Pass-Rekord-Serie gerissen. Alles in allem funktioniert es einfach nicht, wenn man im Alleingang zu viele Löcher stopfen will/muss.

21 (25) CLEVELAND BROWNS (5-8): Wir haben schon zuletzt kein Hehl daraus gemacht, wie sehr wir die Arbeit in Cleveland respektieren. Jetzt ließen die Browns endlich auch Ergebnisse folgen – drei Siege in Folge sind aller Ehren wert, auch wenn zwei der Gegner Oakland und Kansas City hießen. Dennoch: Die Aufbauarbeit fruchtet langsam. Womit wir bei einer kniffligen Frage wären: Wie agiert Jimmy Haslam? Der gute Mann ist seit kurzem Owner der Browns, und neue Besitzer bedeuten meist neues Personal. Vielleicht wäre es im konkreten Fall nicht unklug, sich zumindest noch ein Jahr anzusehen, was GM Tom Heckert und Head Coach Pat Shurmur aus diesem Team herausholen.

22 (26) MIAMI DOLPHINS (5-8): Alle Achtung vor dem Sieg gegen Seattle, gegen New England und in San Francisco kann man zweifelsohne verlieren. Die Lehre dieser Saison ist, dass man es mit Rookie-Quarterback Ryan Tannehill weiterhin probieren kann, ihn aber mit vernünftigen Anspielstationen ausstatten sollte. Wenigstens der Fluch, dass die meisten hochkarätigen Free Agents einen weiten Bogen um Miami machen, sollte vom durchaus begabten Head Coach Joe Philbin besiegt worden sein. Denn das lag in der jüngeren Vergangenheit eher an der Führungsetage der Dolphins und weniger an der Lebensqualität in Miami…

23 (19) DETROIT LIONS (4-9): 4006 Passings-Yards – keine schlechte Ausbeute für Matthew Stafford. Damit rangiert er mickrige 22 Yards hinter Drew Brees ligaweit auf Rang zwei. In den Ergebnissen schlägt sich das nicht nieder, die letzten fünf Begegnungen gingen allesamt verloren – in engen Spielen versagen die Nervenbündel aus Michigan besonders gerne. Letztlich ist diese Defense zu schlecht und das Laufspiel zu durchschnittlich für eine erneute Playoff-Qualifikation. Dreht man in der Offseason an den richtigen Schrauben, ist für 2013 aber allemal genug Potenzial vorhanden.

24 (29) CAROLINA PANTHERS (4-9): Na also, es geht doch! Der Sieg gegen Atlanta zeigte, welches Potenzial in Cam Newton schlummert. Die Niederlage in der Woche davor in Kansas City zeigte jedoch auch, wie wenig Potenzial in diesem Kader steckt. Wenigstens landete man in den vergangenen beiden Drafts mit den Erstrunden-Picks Newton und Linebacker Luke Kuechly Volltreffer. Das Fundament steht also beiderseits des Balls, man müsste nur darauf aufbauen.

25 (21) BUFFALO BILLS (5-8): Dieses Team ist nicht Fisch und nicht Fleisch. Jetzt, wo sich die zwischenzeitlich abenteuerliche Defense ein wenig erfangen hat, versinkt die nicht gänzlich talentfreie Offense im Erdboden. Die Frage, warum der hochveranlagte RB C.J. Spiller in der bisherigen Saison nur einmal mehr als 20 Mal den Ball bekam, sei erlaubt. Warum lässt man ihn nicht dieses Team tragen, so wie es beispielsweise Minnesota mit Adrian Peterson macht?

26 (23) SAN DIEGO CHARGERS (5-8): Manchmal erübrigen sich die Worte, die Taten sprechen für sich. Was soll man auch über ein Team sagen, dass nur einen vierten Versuch des Gegners über 29 Yards stoppen muss, um zu gewinnen, das aber nicht schafft? So geschehen gegen Baltimore. Ein Neustart ohne GM A.J. Smith und Head Coach Norv Turner ist höchste Zeit, um aus der Philip-Rivers-Ära vielleicht doch noch etwas rauszukitzeln. Der QB wurde letzte Woche 31, wird also auch nicht jünger…

27 (20) TENNESSEE TITANS (4-9): Drei Niederlagen en suite, Deckel drauf! Die restliche Saison hat noch genau einen Zweck: Herauszufinden, ob Jake Locker wirklich die Quarterback-Lösung für die Zukunft ist. Nicht mehr, aber auch nicht weniger, und doch so wichtig. Im Moment deutet nicht viel darauf hin, auch wenn man die massiven Verletzungssorgen in der O-Line als kleine Entschuldigung gelten lassen kann.

Ist Foles die Lösung für Philly?

28 (28) PHILADELPHIA EAGLES (4-9): Auf Vick folgt Nick! Die Ära von Michael Vick ist beendet, jene von Nick Foles hat begonnen. Der Rookie-QB hinterließ zuletzt in der Tat einen starken Eindruck. Dies darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, welch katastrophale Entwicklung diese Franchise (im Sommer 2011 noch besser bekannt als „Dream Team“) in den vergangenen zwei Saisonen genommen hat. Vor dem überraschenden Sieg in Tampa gingen acht Matches in Serie verloren. Andy Reid, der aktuell längstdienende Head Coach der NFL, hat mit einigen fragwürdigen Personalentscheidungen viel an Glaubwürdigkeit eingebüßt. Es wird interessant zu beobachten, ob ihn der Foles-Move retten kann. Gelingt ein versöhnlicher Saisonausklang, wird er vielleicht ja doch mit dem Neuaufbau betraut.

29 (31) JACKSONVILLE JAGUARS (2-11): Wie man das mieseste Quartett der Liga anordnet, ist wohl Geschmackssache, wenn auch eine Frage des schlechten Geschmacks. Wir starten mit Jacksonville, tendenziell weil sich die Jaguars im Rahmen ihrer bescheidenen Möglichkeiten nicht hängen lassen. Quarterback Chad Henne spielt wieder wie Chad Henne (und das heißt nichts Gutes), in Abwesenheit des verletzten Superstars Maurice Jones-Drew darf sich mit einem gewissen Montell Owens inzwischen der dritte Starting-RB abmühen. Die Defense ist brav, aber viel zu harmlos – gerade einmal 14 Sacks in 13 Spielen sagen alles. Das übertreffen andernorts einzelne Spieler locker…

30 (32) KANSAS CITY CHIEFS (2-11): Oh boy! Wir ersparen uns jeden sportlichen Kommentar, das wäre angesichts der Tragödie um Jovan Belcher auch nicht angebracht. Der Linebacker erschoss erst seine Freundin und richtete sich anschließend vor den Augen von Head Coach Romeo Crennel und GM Scott Pioli selbst. Fürchterlich. Die Chiefs gewannen gegen Carolina Spiel eins nach diesem Amoklauf – schade, dass sie ihr Potenzial nur in dieser emotionalen Ausnahmesituation abrufen konnten. In Kansas City hilft nur ein totaler Neustart.

31 (30) OAKLAND RAIDERS (3-10): Sechs Pleiten in Folge – die Raiders sind so schlecht, es fällt schwer, konkrete Manöverkritik zu betreiben. Vor allem die Defense ist mit im Schnitt 30,9 Gegenpunkten weit jenseits von Gut und Böse. Nicht uncharmant ist indes der mancherorts geäußerte Vorschlag, dem jungen QB Terrelle Pryor in den verbleibenden drei Spielen eine Chance zu geben. Man sollte zumindest testen, wofür man 2011 einen Drittrunden-Pick verwendet hat.

32 (27) ARIZONA CARDINALS (4-9): Erstens: Schämt euch! Zweitens: Schämt euch! Drittens: Schämt euch! Das 0:58 in Seattle war eine der schlimmsten Selbstaufgaben der jüngeren NFL-Geschichte. Wurde man angesichts des peinlichen QB-Theaters schon in den Wochen zuvor den Eindruck nicht los, dass Head Coach Ken Whisenhunt aus der Wüste geschickt werden will, darf man nun getrost analysieren, dass er sein Team offiziell verloren hat. Das Arbeitsamt ruft. Er wird genügend Zeit haben, über die Frage nachzudenken, wie man nach einem perfekten Saisonstart mit vier Siegen neun Mal in Folge verlieren kann. Eine schlüssige Antwort darauf gibt es nicht. Bei einem Team, das sich 0:58 wegfegen lässt, ist sie aber womöglich auf charakterlicher Ebene zu finden…

Peter Altmann

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