Das Powerranking der NFL

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NFL-Powerranking nach Week 17

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Es ist das Jahr der überragenden Quarterback-Leistungen, genauso wie das Jahr der überraschenden Playoff-Teams.

In Detroit und San Francisco wusste man bereits gar nicht mehr, wie sich diese Postseason anfühlt. Als Houston Texan hat man es gar nie gewusst. Auch Cincinnati darf man durchaus in die Kategorie Überraschung einreihen.

Dafür ließen einige der „üblichen Playoff-Verdächtigen“ wie Philadelphia, Indianapolis oder – wieder einmal - San Diego gewaltig aus.

Auch das letzte LAOLA1-Powerranking dieser Saison ordnet die Kräfteverhältnisse in der NFL ein.

Diesmal mit der Ausnahmeregelung, dass die zwölf Playoff-Teams automatisch auch an den ersten zwölf Plätzen positioniert wurden (rot gefärbt), und wir den übrigen 20 Teams mit kleinen Verbesserungshinweisen eine konstruktive Offseason wünschen.

(Anmerkung: In Klammer befindet sich die Platzierung des jeweiligen Teams im Powerranking nach Week 14)

1 (1) GREEN BAY PACKERS (15 Siege – 1 Niederlage): Spät, aber doch hat es das Team der Saison noch erwischt. Underdog Kansas City verhinderte die Perfect Season der Packers. Dennoch keine Frage: Der Gewinn der Super Bowl führt auch heuer wieder über den Titelverteidiger. Beängstigend für die Konkurrenz: Das Werkl rennt auch ohne Aaron Rodgers. Als sich der Superstar in Woche 17 eine Pause gönnte, stellte Ersatz Matt Flynn gegen Detroit mit 480 Passing Yards und sechs Touchdown-Pässen jeweils Packers-Rekorde auf – nicht schlecht in einer von Rodgers und Brett Favre geprägten Franchise…

2 (3) NEW ORLEANS SAINTS (13-3): Zu früh freuen sollte man sich in Green Bay jedoch nicht. Das Team der Stunde sind nämlich die Saints. Mit acht Erfolgen en suite ließ New Orleans die Regular Season ausklingen, zuletzt folgte ein Schützenfest dem anderen. Drew Brees torpedierte mit 5476 Passing-Yards den Uralt-Rekord von Quarterback-Legende Dan Marino. Zur Erinnerung: In Woche 1 fehlte den Saints beim 34:42 in Green Bay nur ein Yard zum möglichen Ausgleich. Aktuell spricht viel für eine Neuauflage des Showdowns der letzten beiden Champions im NFC-Finale.

3 (5) NEW ENGLAND PATRIOTS (13-3): Wie New Orleans feierte New England zuletzt acht Siege in Folge, wie Brees übertraf Tom Brady (5235 Passing-Yards) den legendären Marino-Bestwert. Die Playoffs zu Hause in Foxborough bestreiten zu dürfen, ist fraglos das Trumpf-Ass der Patriots. In den vergangenen beiden Heimspielen gegen Miami und Buffalo geriet New England jedoch mit 0:17 beziehungsweise 0:21 in Rückstand. Vorsicht: Gegen Teams wie Baltimore oder Pittsburgh geht ein derartiger Tiefschlaf zu Spielbeginn schnell einmal ins Auge…

4 (2) BALTIMORE RAVENS (12-4): Wie New England in der Wild-Card-Runde spielfrei. Die Ravens sind zwar immer wieder für einen Umfaller gut (zuletzt gegen San Diego), bieten als Team trotzdem wohl das beste Paket der AFC an. Eine derart gravierende Schwachstelle, wie etwa die Passverteidigung bei den Patriots, ist nicht auszumachen. Zudem plagt sich die Truppe von Head Coach John Harbaugh nicht mit solch schweren Verletzungssorgen wie Rivale Pittsburgh. Soll heißen: Die heurigen Playoffs stellen für das nicht mehr taufrische Baltimore-Team eine Art „Jetzt-oder-Nie“-Situation dar. Dass die Ravens in den Playoffs auswärts bei New England bestehen können, haben sie bereits vor zwei Jahren bewiesen…

Führt Baltimores Weg in dieser Saison in die Super Bowl?

5 (7) SAN FRANCISCO 49ERS (13-3): Quervergleiche zum Fußball sind schwierig und auch selten zulässig, versuchen wir es trotzdem: Wären die 49ers ein Nationalteam des runden Leders, dann wohl Italien zur Hochblüte des Catenaccio. Defensiv machten die Kalifornier sehr beachtlich dicht, offensiv beschränkten sie sich auf ein möglichst risikoarmes, effizientes Vorgehen. Ob dies in der Postseason gegen offensive Supermächte wie den wahrscheinlichen Gegner New Orleans oder Green Bay reicht? Schwer vorstellbar. Mit der ersten Playoff-Teilnahme seit neun Jahren – und das sogar mit Freilos in der ersten Runde - können die Niners diese Saison aber dennoch schon längst als Erfolg abhaken.

6 (4): PITTSBURGH STEELERS (12-4): Es ist wahrlich Geschmacksache, ob man New England, Baltimore oder eben Pittsburgh zum Favoriten in der AFC kürt. Addiert man Playoff-Erfahrung (drei Super-Bowl-Teilnahmen seit 2006) und Klasse des Rosters, haben in der Summe womöglich sogar die Steelers die Nase voran. Wären da nicht die vielen Fragezeichen. Erstens vergeigte Pittsburgh mit einer Pleite in San Francisco das mögliche Freilos in der Wild-Card-Runde und muss zudem in den Playoffs auswärts antreten. Und zweitens hätte man die spielfreie Woche ob der chronischen Verletzungssorgen dringend gebraucht. Quarterback Ben Roethlisberger ist alles, nur nicht fit. Am letzten Spieltag verlor man auch noch Running Back Rashard Mendenhall mit einem Kreuzbandriss.

7 (10) ATLANTA FALCONS (10-6): Letzte Saison sicherte sich Atlanta mit der besten Bilanz der NFC das Heimrecht während der Playoffs und hielt gleich in der ersten Partie gegen die heißen Packers diesem Druck nicht Stand. Heuer stehen die Falcons nicht im Rampenlicht, die Favoriten sind andere. Vielleicht tun sich Matt Ryan und Co. mit der Außenseiterrolle leichter. Denn die Leistungsträger sind im Prinzip dieselben wie im vergangenen Jahr, mit Rookie-Receiver Julio Jones ist sogar noch eine brandgefährliche Waffe dazugekommen.

8 (12) NEW YORK GIANTS (9-7): Beinahe wären die Giants ein Opfer ihres hammerharten Schedules geworden. Die wahren Pflichtsiege haben Eli Manning und Co. jedoch eingefahren – zwei Mal gegen Divisions-Rivale Dallas, zudem das Derby gegen die Jets. Die New Yorker befinden sich längst im Playoff-Modus und können zumindest mit ihrem Passangriff (Shootingstar Victor Cruz!) jedem Team gefährlich werden. Wer weiß, vielleicht wacht ja auch noch das Laufspiel auf…

9 (6) HOUSTON TEXANS (10-6): Vermutlich die Wundertüte dieser Playoffs. Die Texans sind erstmals in ihrer Franchise-Geschichte Teil der Postseason, und niemand weiß wirklich, was man von ihnen erwarten darf. Ja, die Defense ist ein Traum, ja, das Laufspiel um Arian Foster ist eine Sensation, ja, mit einem fitten Andre Johnson ginge auch durch die Luft etwas. Die Zutaten für einen langen Playoff-Lauf wären vorhanden, müsste man auf der Quarterback-Position nicht auf die dritte Option vertrauen. T. J. Yates ist ein mittelmäßig talentierter Rookie, und so spielt er auch. Ob er dem Druck gewachsen ist, ist fraglich. Bitter, dass Notnagel Jake Delhomme auch keine verlässliche Alternative darstellt.

Stafford führte Lions in die Playoffs

10 (11) DETROIT LIONS (10-6): Durststrecke beendet! Seit 1999 mussten die leidgeprüften Fans der Lions auf eine Playoff-Teilnahme warten. Auch wenn das Postseason-Vergnügen ob des Gastspiels in New Orleans vermutlich nur ein kurzes ist, könnte dieses Erfolgserlebnis die Basis für eine erfolgreichere Ära darstellen. Gar nicht hoch genug einzuschätzen sind die Verdienste von Quarterback Matthew Stafford, der nach der Gehirnerschütterung von Running Back Jahvid Best ohne durchschlagkräftiges Laufspiel auskommen musste. Eigentlich unfassbar, dass seine 5038 Passing-Yards und 41 Touchdown-Pässe nicht für eine Pro-Bowl-Nominierung reichten!

11 (14) CINCINNATI BENGALS (9-7): Wow! Eine als Jahr des Umbruchs angedachte Saison endet völlig unverhofft mit einer Playoff-Teilnahme – und das als Mitglied der starken AFC North. Das kaltschnäuzige Rookie-Duo Andy Dalton/A.J. Green könnte im Laufe dieses NFL-Jahrzehnts noch einige Spuren hinterlassen. Ohne ein Spielverderber sein zu wollen, sei jedoch darauf verwiesen, dass Cincinnatis Erfolg auch mit dem relativ soften Schedule zu begründen ist. Gegen Teams mit positiver Bilanz am Ende der Saison schnitt man mit einem Sieg und sechs Niederlagen indessen sehr mäßig ab. So gesehen kein Fehler, dass Auftaktgegner Houston aktuell das eine oder andere Problem hat…

12 (8) DENVER BRONCOS (8-8): Drei Niederlagen zum Saisonabschluss, trotzdem irgendwie in die Playoffs gestolpert. Tim Tebow weiß wohl selbst nicht so genau, womit er sich das verdient hat. Da sich in Colorado ohnehin alles um „Gottes Günstling“ dreht, sei an dieser Stelle einmal ausdrücklich das hervorragende Coaching von John Fox erwähnt. Dieser fand mit limitierten Mitteln Wege zu gewinnen und hat in Jahr eins in Denver seinen unrühmlichen Carolina-Abgang (nur zwei Siege letzte Saison) vergessen gemacht. Ob der in den letzten Matches schwer überfordert wirkende Tebow in den Playoffs die Kurve kratzt? Es wäre eine Wiederauferstehung nach drei Niederlagen…

13 (13) TENNESSEE TITANS (9-7): Wer ist Best of the Rest? Es ist nicht gerade einfach, sich heuer für das stärkste, nicht für die Playoffs qualifizierte Team zu entscheiden. Berechtigte Einwände kann man gegen jedes vorbringen. Gegen Tennessee zum Beispiel die unsagbare Dummheit, die Playoff-Teilnahme letztlich mit einer Niederlage gegen Kellerkind Indianapolis liegenzulassen. Dennoch hat die „Graue Maus“ aus Nashville im Jahr eins nach dem Abgang von Langzeit-Head-Coach Jeff Fisher eine überraschend solide Saison gespielt. Die Idee, Oldie Matt Hasselbeck als Übergang zum und Mentor für den zukünftigen Quarterback Jake Locker zu engagieren, war keine schlechte. Zudem sollte man nicht vergessen, dass sich mit Kenny Britt die vielleicht beste Offensivkraft bereits früh in der Saison verletzte.

14 (15) ARIZONA CARDINALS (8-8): Hut ab! In sieben der letzten neun Partien gingen die Cardinals als Sieger vom Platz. Ein bemerkenswerter Aufwärtstrend, der ob der Dominanz von San Francisco in der NFC West etwas unterging. Aufbauen lässt sich darauf umso mehr. Ein zweiter starker Receiver, der Larry Fitzgerald entlastet, ist Pflicht. Zudem verspricht die Quarterback-Frage Spannung. Der teuer verpflichtete Kevin Kolb, der den Saisonstart vergeigte, oder doch lieber Nobody John Skelton, dessen Handschrift der versöhnliche Saisonabschluss trägt?

15 (17) SAN DIEGO CHARGERS (8-8): Die Unvollendeten! Jedes Team findet bisweilen Wege, sich ins eigene Bein zu schießen - San Diego scheint dafür sogar ein Navigationsgerät zu haben. Die Kalifornier standen sich in den letzten Jahren schon öfter selbst im Weg, die aktuelle Saison dient als Paradebeispiel. Nach jeweils vier Siegen in den fünf ersten und fünf letzten Saison-Spielen nicht in die Playoffs zu kommen, ist generell ein Kunststück, in der mediokren AFC West umso mehr. Der zögerliche Head Coach Norv Turner und der umstrittene GM A.J. Smith, dessen Draft-Ausbeute in den vergangenen Jahren arg zu wünschen übrig ließ, dürfen dennoch bleiben. Verfügte man vor nicht allzu langer Zeit noch über einen der besten Roster der Liga, ist nun wohl ein Umbruch angesagt. Die Gefahr, dass der starke Quarterback Philip Rivers titelmäßig wirklich unvollendet bleibt, ist groß.

Philadelphia bewies wenigstens zum Saisonausklang Charakter

16 (21) PHILADELPHIA EAGLES (8-8): Die Wahl zur größten Enttäuschung der Saison hat das vermeintliche „Dream Team“ mit einem Erdrutschsieg für sich entschieden, kaum ein Fettnäpfchen wurde ausgelassen. Hohn und Spott ernteten die gerupften Adler während der Saison ohnehin genügend, also seien einige positive Fakten erwähnt: Vier Siege zum Saison-Abschluss zeugen von Charakter und widersprechen dem Ruf einer Söldner-Truppe. Auf manchen Positionen (etwa der überragende Running Back LeSean McCoy; Quarterback Michael Vick, sofern fit) wird man auch kommende Saison überragend besetzt sein. Und vor allem sollte es sich nicht als Fehler erweisen, Langzeit-Head-Coach Andy Reid auch in schlechten Zeiten wie diesen die Treue zu halten. Für gute Zeiten hat das Schwergewicht ohnehin schon oft genug gesorgt…

17 (16) DALLAS COWBOYS (8-8): Mit den Gründen, wie in aller Welt es die Cowboys auch heuer nicht in die Postseason schaffen konnten, ließe sich wohl ein Buch füllen. So genießt das Icen des eigenen Kickers von Head Coach Jason Garrett bei der Pleite in Arizona jetzt schon Legenden-Status. Fakt ist: Dieses Team ist zwar gut, durchaus Postseason-tauglich, aber vom Talent her nicht reif für einen Titel – man denke nur an die löchrige Secondary. Der Anspruch ist jedoch in Dallas noch eine Spur mehr als anderswo die Super Bowl. Ob Tony Romo diesem gerecht werden kann? Der Quarterback legte eine statistisch gute Saison hin. Seinen Ruf, die wichtigen Spiele nicht gewinnen zu können, hat er jedoch einzementiert. Und mit diesem Ruf lebt es sich in der NFL alles andere als ungeniert…

18 (9) NEW YORK JETS (8-8): Pfui! Der Eindruck, den die „Gang Green“ in den letzten drei Wochen, in denen man sich mit drei Niederlagen selbst aller Playoff-Chancen beraubte, hinterließ, war ein katastrophaler – und das ist noch ein mildes Urteil. Jeder gegen jeden und alle gegen Santonio Holmes lautete offenkundig das Motto im „Big Apple“. Der von den dürftigen Leistungen von Quarterback Mark Sanchez frustrierte Receiver offenbarte sich in der heiklen Saison-Phase als „Locker-Room-Cancer“ und wurde im letzten Saisonspiel gegen Miami am Ende sogar gebencht. Eine Maßnahme, die wiederum Head Coach Rex Ryan gar nicht mitbekam. Dem Großmaul scheint der Chaoshaufen, den er sein Team nennt, langsam aber sicher zu entgleiten. Vor Saisonbeginn hatte Ryan noch den Super-Bowl-Triumph garantiert. Nun erwartet ihn eine ungemütliche Offseason – mit Garantie…

19 (18) SEATTLE SEAHAWKS (7-9): Ähnlich wie bei Divisions-Rivale Arizona tröstet die starke zweite Saisonhälfte über den kapitalen Fehlstart hinweg. Man darf nicht müde werden, es zu betonen: Head Coach Pete Carroll muss in seinem dritten Jahr im Nordwesten endlich eine Langzeit-Lösung auf der Quarterback-Position anbieten. Dass diese nicht im aktuellen Roster zu finden ist, haben Tarvaris Jackson und Charlie Whitehurst bewiesen. Außerdem wäre es mehr als ratsam, sich mit dem in seinem „Contract Year“ plötzlich bärenstarken Running Back Marshawn Lynch auf eine Vertragsverlängerung zu einigen…

20 (23) CAROLINA PANTHERS (6-10): Dieses Jahrzehnt wird vom Spektakel der Cam-Newton-Show mitgeprägt werden. Okay, keine fürchterlich gewagte Prognose, aber wer hätte das vor einem Jahr noch gedacht (Wer kann sich noch an Jake Delhomme oder Jimmy Clausen erinnern?)? Damit die Panthers nicht als eines jener Teams in die Geschichte eingehen, die mit einem Offensiv-Feuerwerk für glänzende Augen sorgen, bei denen aber unterm Strich kein Titel übrig bleibt, muss dringender als dringend dieser Rohrkrepierer namens Defense in Schuss gebracht werden. An dieser Stelle kommt Head Coach Ron Rivera ins Spiel. Der gute Herr hat einen defensiven Background. Im zweiten Jahr seiner Amtszeit müssen diesbezüglich Fortschritte zu erkennen sein. Die Rückkehr von Star-Linebacker Jon Beason nach seinem Achillessehnenriss sollte dabei helfen.

21 (22) MIAMI DOLPHINS (6-10): Ein Name: Jeff Fisher! Miami ist der Favorit im Rennen um den „Hauptpreis“ am heurigen Head-Coach-Markt. Die Verpflichtung des langjährigen Tennessee-Masterminds wäre Gold wert. Viel fehlt nämlich nicht, um aus den Dolphins zumindest ein Playoff-Team zu basteln. Dass viele Ingredienzen bereits vorhanden sind, zeigte die durchaus ansprechende zweite Saisonhälfte. In dieser schlug sich auch der eigentliche Backup-Quarterback Matt Moore recht beachtlich. Ob er wirklich die endgültige Lösung als Starter ist, sei jedoch dahingestellt.

Palmer: Außer Spesen nichts gewesen

22 (20) OAKLAND RAIDERS (8-8): Mal ganz im Ernst: Wollen manche Teams nicht in die Playoffs? Am Talent-Level ist es bei den Raiders nicht gescheitert. Woran dann? Gute Frage. Sicher, die Verletzung von Running Back Darren McFadden war bitter, jene von Quarterback Jason Campbell ebenso. Die Verpflichtung von Carson Palmer fällt wohl in die Kategorie: Außer enormen Spesen nichts gewesen. Alles keine Ausreden, um vier der letzten fünf Spiele zu vergeigen und sich nicht die schwache AFC West zu sichern. Unter dem Strich bezwang sich das Team aus der Bay Area wohl mit seiner Disziplinlosigkeit selbst. Niemand kassierte mehr Strafen. Höchste Zeit, erwachsen zu werden!

23 (19) CHICAGO BEARS (8-8): Wer hätte zu einem Zeitpunkt, als die Bears bei einer Bilanz von sieben Siegen nach zehn Spielen hielten, daran gedacht, dass sie sich nicht für die Playoffs qualifizieren würden? Wohl niemand. Die Konsequenz aus diesem Kollaps ist eine interessante, aber tendenziell richtige. Anstatt reflexartig Head Coach Lovie Smith zu feuern, bekam General Manager Jerry Angelo nach elf Jahren die Arbeitspapiere in die Hand gedrückt. Letztlich fällt es in seinen Verantwortungsbereich, dass der Kader zu viele Löcher aufwies. Vor allem hatte man für den Worst Case, dass sich Quarterback Jay Cutler und Running Back Mat Forte verletzen, keine Lösung parat. Ersatz-Spielmacher Caleb Hanie war ein kapitaler Fehlgriff, der die Postseason kostete. PS.: Welches Team liefert sich als nächstes dem entlassenen Offensive-Coordinator-„Genie“ Mike Martz aus…?

24 (25) KANSAS CITY CHIEFS (7-9): Was für eine Achterbahnfahrt! Katastrophaler Saisonstart, sensationelles Zwischenhoch, unverständliches Zwischentief, anständiger Abschluss unter (Interims)-Head-Coach Romeo Crennel samt „Wunder“ gegen Green Bay. Immer wenn man glaubte, Kansas City hat die Kurve gekratzt, erfolgte ein Rückschlag – und umgekehrt. Das nennt man in der Fachsprache wohl unberechenbar. Wenigstens unterstrichen die Chiefs phasenweise ihr Potenzial, das kommende Saison nach der Rückkehr der verletzten Star-Spieler wie Jamaal Charles, Eric Berry oder Matt Cassel eine Spur konstanter abgerufen werden sollte.

25 (26) BUFFALO BILLS (6-10): Auweiah! Ein Kollaps, wie er im Buche steht. Schade, denn lange Zeit schienen die frech aufspielenden Bills im Windschatten von Detroit und San Francisco eine weitere Sensation dieser Saison zu werden. Letztlich konnte Buffalo sein riesiges Verletzungspech nicht verkraften, acht Pleiten in den letzten neun Spielen sind dennoch schwer entschuldbar. Der größte Fehler, den die Bills jetzt machen könnten, wäre, die Nerven wegzuschmeißen. Die eingeschlagene Richtung unter Head Coach Chan Gailey stimmt. Mit Dave Wannstedt einen erfahrenen Coach zum Defensive Coordinator zu befördern, sollte der fragilen Abwehr gut tun.

26 (24) WASHINGTON REDSKINS (5-11): Hat irgendjemand das Gefühl, dass im zweiten Jahr unter Promi-Head-Coach Mike Shanahan die Trendwende zum Guten gelungen ist? Nicht wirklich. Freilich, in einzelnen Spielphasen sind immer wieder durchaus positive Ansätze zu erkennen, mehr aber auch nicht. Ganz oben auf der Prioritätenliste für die Offseason steht die Verpflichtung eines fähigen Quarterbacks. Im kommenden Draft befinden sich einige Talente. Rex Grossman ist jedenfalls nicht die Lösung.

Die Albtraum-Saison könnte sich für Indy als Glück erweisen

27 (29) JACKSONVILLE JAGUARS (5-11): Mit Respektabstand krönte sich Maurice Jones-Drew zum Rushing-Leader der NFL. Dem Running Back gebührt größter Respekt. Die Jaguars haben ab kommender Saison mit Shahid Khan einen neuen Owner, was neue Impulse mit sich bringen sollte. Eine Schlüsselfrage: Traut man es dem enttäuschenden Rookie-Quarterback Blaine Gabbert wirklich zu, die Franchise entscheidend voranzubringen. Nicht wenige Stimmen plädieren dafür, den ungewöhnlichen Schritt zu wagen, und im kommenden Draft erneut früh einen Spielmacher zu wählen.

28 (27) CLEVELAND BROWNS (4-12): Eine weitere verlorene Saison. Sagen wir so: Die Passverteidigung ist sensationell (im Schnitt 184,9 Yards sind der zweitbeste Wert der NFL), alles andere kann getrost in Frage gestellt werden.  Auch Quarterback Colt McCoy, der vom Kaliber her wohl doch nur ein anständiger Backup ist.

29 (28) MINNESOTA VIKINGS (3-13): So schnell kann es gehen: Vor zwei Jahren noch im Conference-Finale, nun die drittschlechteste Bilanz der Liga. Die schwere Knieverletzung von Superstar Adrian Peterson streute noch einmal zusätzlich Salz in die Wunden einer Saison zum Vergessen. Was tun? Erstens dringend die erbärmliche Secondary verstärken, zweitens hoffen, dass Christian Ponder wirklich die Lösung als Quarterback ist, und drittens beten, dass Peterson wieder zu alter Leistungsstärke zurückfindet. Wenn nicht, drohen in der anspruchsvollen NFC North magere Jahre.

30 (30) TAMPA BAY BUCCANEERS (4-12): So schnell kann es gehen II: Im Oktober noch eine der heißesten Aktien, stehen die Bucs zehn Niederlagen in Folge später  vor den Trümmern ihrer Saison. Der Kollaps eines jungen, hoffnungsvollen Teams, über das Head Coach Raheem Morris offenkundig im Saisonverlauf die Kontrolle verloren hat. Ob dessen Nachfolger Tampa Bay wieder in die Spur bringt, ist offen. So groß das Potenzial auch sein mag, diese Saison könnte den Neuaufbau in Florida weit zurückgeworfen haben.

31 (32) INDIANAPOLIS COLTS (2-14): Na da schau her! Mit überraschenden Erfolgen gegen Tennessee und Houston ersparten sich die Colts die unfassbare Peinigung einer sieglosen Saison, die dem langjährigen Mastermind Bill Polian auch so den Kopf kostete. Nun, Deckel drauf und her mit Andrew Luck! Dann könnte sich diese Albtraum-Saison auf Jahre hinaus bezahlt machen. Achja, da wär noch was: Was tun mit Peyton Manning…?

32 (31) ST. LOUIS RAMS (2-14): Wir wollen keine Miesepeter sein, also beenden wir die heurige Powerranking-Saison ausschließlich mit positiven Hinweisen: Quarterback-Juwel Sam Bradford wird sich nicht jede Saison so hartnäckig mit Verletzungen plagen. Mit dem gefeuerten Head Coach Steve Spagnuolo ist für alle anderen Teams ein fähiger Defensive Coordinator am Markt. Und für die Rams gilt wie für alle anderen enttäuschten Teams: There’s always a next season!

Peter Altmann

 

Wem drückt ihr in den Playoffs die Daumen? Wer sind für euch Gewinner und Verlierer der Regular Season?

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