Skandal-Call erhitzt die NFL-Gemüter

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Fehlentscheidungen von Schiedsrichtern sind im Sport allgegenwärtig.

Auch in der NFL, wo sie aufgrund der großen Anzahl an Unparteiischen und der Möglichkeit des Video-Reviews aber eher selten vorkommen.

Was sich im "Monday Night Game" zwischen den Seattle Seahawks und den Green Bay Packers ereignete, grenzte aber bereits an Slapstick.

In letzter Sekunde

Was war passiert? Beim Stand von 7:12 aus Sicht der gastgebenden Seahawks wirft Quarterback Russell Wilson von der 24-Yard-Linie in der letzten Spielsekunde eine Hail Mary in die Endzone.

Dort steht Golden Tate, der einen - aus Sicht der Schiedsrichter - regulären Touchdown-Pass fängt und so seinem Team den Sieg beschert.

Dem Schiri-Team unterlaufen dabei aber gleich zwei Fehler: Tate stößt in der Endzone zunächst Sam Shields weg - die Offensive Pass Interference wird aber übersehen.

Schiris bei Call uneinig

Danach fängt Packers-Safety M.D. Jennings eigentlich den Ball ab, Tate bekommt aber noch eine Hand dran, ehe beide Spieler zu Boden gehen.

Am Boden wird um den Ball gerangelt, zwei Unparteiische stehen daneben. Einer gibt den Touchdown, der zweite nicht. Nach Video-Studium entscheidet der Head-Referee auf Touchdown.

Die Green Bay Packers treten vom Feld ab und laufen erst nach zehn Minuten noch einmal auf, damit die Seahawks ihren Extra Point ausführen können.

"Das bizzarste Ende, das ich je gesehen habe", lautete das Fazit eines Kommentators auf ESPN.

Experten sehen Fehlentscheidung

Was sagt das Regelwerk über derartige Situationen? Hier der Original-Auszug:

"If a pass is caught simultaneously by two eligible opponents, and both retain it, the ball belongs tot he passers."

Ein Faktum, das man zugunsten der Seahawks auslegen könnte. Allerdings sehen die meisten Experten diesen Zusatz nicht erfüllt:

"It is not a simultaneous catch if a player gains control first and an opponent subsequently gains joint control."

Auf den großen Sport-Seiten der USA wird heftig diskutiert, ein Verteidiger der Schiedsrichter-Entscheidung hat sich bislang noch nicht gefunden.

Derartige Fehlentscheidungen sind zudem Wasser auf die Mühlen der NFL-Schiedsrichter, die aufgrund eines Tarifstreits derzeit von einem Lockout betroffen sind. Aktuell pfeifen in der NFL daher nur "Ersatz-Refs".

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