So haben die NFL-Teams gepickt

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So haben die NFL-Teams im Draft 2015 gepickt

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Kaum Überraschungen im NFL Draft 2015!

Der Nummer-1-Pick der Tampa Bay Buccaneers heißt zum 80-jährigen Jubiläum in Chicago wie erwartet Jameis Winston (QB) von Florida State.

Ebenfalls wenig überraschend folgt ihm Marcus Mariota (QB) von Oregon, der von den Tennessee Titans an zwei gezogen wird. Die beiden Heisman-Trophy-Gewinner treffen in der ersten Woche aufeinander.

An drei sichert sich Jacksonville Jaguars Defensive End Dante Fowler Jr., die Oakland Raiders holen sich an vier den Top-Receiver dieses Drafts, Amari Cooper von Alabama.

Das vielerorts erwartete Trade-Feuerwerk bleibt beinahe gänzlich aus - letztlich gibt es nur deren zwei, und die erweisen sich als überschaubar spektakulär.

Wie gewohnt widmet LAOLA1 der ersten Runde eine Analyse.

(Hier zum Abgleich unser Mock-Draft)

#1 QB JAMEIS WINSTON (TAMPA BAY BUCCANEERS)

Surprise, surprise. Not! Die Tampa Bay Buccaneers haben - endlich - ihren Franchise-Quarterback, und die Überraschung hält sich in Grenzen, dass es Jameis Winston ist. Dass das Team aus Florida den 21-Jährigen gegenüber Marcus Mariota vorziehen würde, war schon im Vorfeld durchgesickert. Letztlich eine Philosophie-Frage. Die Antwort bezüglich der Richtigkeit wird es erst in einigen Jahren geben. Sportlich kann sich Winston definitiv auszahlen, sofern er fokussiert bleibt. Seinen Ruf als Troublemaker sollte er besser ablegen. Da die Bucs mit Mike Evans einen der aufregendsten jungen Receiver im Roster haben, könnte sich ein spektakuläres Duo entwickeln.

#2 QB MARCUS MARIOTA (TENNESSEE TITANS)

Trade? Nein, danke! Dass Mariota an Nummer zwei gehen würde, war absehbar. Zu Tennessee selbst? Nur bedingt. Zu viele Trade-Gerüchte gab es um den Heisman-Trophy-Gewinner von der Oregon University. Doch die Titans entschieden sich dafür, selbst das Juwel zu picken, auch wenn seine Spielweise nur bedingt zum System von Head Coach Ken Whisenhunt passt. Aber Mariota könnte zu gut werden, um ihn als Team, das einen guten Spielmacher braucht, der Konkurrenz zu überlassen. Für den bisherigen Hoffnungsträger Zach Mettenberger sind das natürlich keine guten Nachrichten. Zahlreiche Experten hatten damit spekuliert, dass Tennessee weiter auf den Youngster setzt.

Winston und Mariota blieben Chicago fern, Dante Fowler war zur Stelle

#3 OLB DANTE FOWLER (JACKSONVILLE JAGUARS):

Da kann man Head Coach Gus Bradley nur gratulieren. Seine Defense bekommt einen mächtigen Pass Rusher - eine Schlüsselposition, die das Team aus Florida schon länger nicht zufriedenstellend besetzen konnte. Entwickelt sich Fowler wie erwartet, gibt er der Jaguars-Verteidigung einen riesigen Boost.

#4 WR AMARI COOPER (OAKLAND RAIDERS)

Soooo oft haben die Oakland Raiders in den vergangenen Jahren kein Lob verdient. Aber dieser Pick macht Sinn. Mit Derek Carr hat der ewige Nachzüglicher einen hoffnungsvollen Jungstar auf der QB-Position, also ist es zu 100 Prozent richtig, ihn mit einem potenziellen Nummer-1-Receiver auszustatten. Und Cooper gilt als der beste Passempfänger dieser Draft-Klasse.

#5 OT BRANDON SCHERFF (WASHINGTON REDSKINS)

Die erste Überraschung! Dass Scherff bereits an Nummer 5 gezogen wird, war nicht zu erwarten. Aber dies ist ein guter No-Nonsense-Pick. Lineman floppen selten, haben lange Karrieren und sind - wenngleich selten im Rampenlicht - für den Teamerfolg immens wichtig. Robert Griffin III, sofern er spielt, besser zu schützen, ist sinnvoll. Man sollte in der Hauptstadt jedoch hoffen, dass Leonard Williams kein Superstar wird. Dass der DE nach dem fünften Pick noch zu haben sein würde, hätte kaum jemand gedacht!

#6 DE LEONARD WILLIAMS (NEW YORK JETS)

Die Jets sagen Danke! Dass Williams verfügbar sein würde, haben sie nicht gedacht, also mussten sie natürlich zuschlagen. Wird der Defensive End ein Superstar, wie viele Medienvertreter erwarten, dann sind das natürlich großartige Nachrichten für die Defense. Williams zu Sheldon Richardson und Muhammad Wilkerson? Boom! Die Offense, in den vergangenen Jahren der wunde Punkt der "Gang Green", wartet indessen weiter seit 2009 (Mark Sanchez) auf eine Verstärkung in der ersten Draft-Runde. In diesem Fall jedoch nachvollziehbar. Und nur so nebenbei: Noch immer kein Trade - dabei waren gerade zu Beginn viele erwartet worden...

#7 WR KEVIN WHITE (CHICAGO BEARS)

Riesiger Jubel in der Draft City! Im ersten Draft in Chicagoseit 1964 wissen die Bears, was sie ihren Fans schuldig sind - einen Skill-Position-Spieler. Der Roster weist einige Lücken auf, aber den Abgang von Brandon Marshall zu kompensieren, passt gut. Mal gute News für Jay Cutler, der mit Alshon Jeffery und White ein junges und starkes Receiver-Duo haben sollte.

#8 OLB VIC BEASLEY (ATLANTA FALCONS):

1+1=2. Genau so leicht wie diese Rechnung war es, nun diesen Pick zu erraten. Atlanta suchte dringend einen Pass Rusher, Beasley galt als potenzieller Top-5-Pick. Eine mehr als logische Entscheidung.

#9 OT ERECK FLOWERS (NEW YORK GIANTS)

Das zweite New Yorker Team entscheidet sich für einen Lineman in der Offense. Die Wahl fällt auch deswegen auf den jungen Mann aus Miami, weil dieser variabel einsetzbar ist, unter anderem auch als Left Tackle. Quarterback Eli Manning ist für jeden fähigen Bewacher dankbar.

#10 RB TODD GURLEY (ST. LOUIS RAMS)

Nach drei Jahren geht wieder ein Running Back in der ersten Runde an ein Team - und noch dazu in den ersten Zehn. Er war von Beginn weg das Top-RB-Prospect, wird gerne auch mit Marshawn Lynch verglichen - nun spielt er in der selben Division und kann der Rams-Offense eine entscheidene Dimension mehr geben. 

#11 CB TRAE WAYNES (MINNESOTA VIKINGS)

Head Coach Mike Zimmer liebt Cornerbacks und gilt als einer der besten Coaches für diese Position - so gesehen kommt diese Wahl nicht überraschend. Zumal die Vikings in der Secondary ihre liebe Not haben. Waynes ist der erste Secondary-Spieler in diesem Draft, der gezogen wird.

Shelton überzeugt mit Leistung und Kleidung

#12 DT DANNY SHELTON (CLEVELAND BROWNS)

Als eines der beiden Teams, die zwei First-Round-Picks zur Verfügung haben, nützen die Browns die Chance und stopfen ein Loch in der Verteidigung. Vor allem für die Laufverteidigung musste etwas getan werden. Shelton ist an 12 eine gute Wahl. Seine Kleiderwahl am Draft-Abend eine überaus interessante. 

#13 OT ANDRUS PEAT (NEW ORLEANS SAINTS)

Da wird sich Drew Brees aber freuen. Der Tackle aus Stanford wird den Superstar-Quarterback ab sofort wie seinen Augapfel bewachen. Manche haben ihn schon weiter vorne gesehen, doch hat er so seine Probleme mit der Konstanz. Die kann Peat nun in the "Big Easy" in Griff bekommen.

#14 WR DEVANTE PARKER (MIAMI DOLPHINS)

Keine Überraschung! Der Receiver war an dieser Stelle noch zu haben und da greifen die Dolphins natürlich zu. Quarterback Ryan Tannehill braucht eine Waffe wie Parker, nachdem Mike Wallace nun auch nicht mehr da ist.

#15 RB MELVIN GORDON (SAN DIEGO CHARGERS)

TRADE! Es hat lange gedauert, aber da haben wir unseren ersten Trade des Abends. San Diego tauschte mit San Franisco. Das hat freilich einen triftigen Grund. Die Chargers wollten diesen Running Back und ihn sich nicht von Houston wegnehmen lassen. Nach Ryan Matthews' Abschied eine nachvollziehbare Wahl.

#16 CB KEVIN JOHNSON (HOUSTON TEXANS)

Viele haben mit einem Receiver gerechnet, nun ist es ein Cornerback geworden. Das macht insofern Sinn, als dass mehrere Teams ein Auge auf Johnson geworfen haben. Und gegen Andrew Luck ist ein Cornerback immer eine gute Wahl.

#17 DE ARIK ARMSTEAD (SAN FRANCISCO 49ERS)

Nach dem Trade mit San Diego bekommen die 49ers heuer noch einen Viertrunder zusätzlich sowie nächstes Jahr einen Fünftrunder - für zwei Spots! Und nach diesem guten Geschäft haben die Niners auch noch jenen Spieler erhalten, der ihnen am öftesten zugeschrieben wurde. Armstead kommt aus Oregon und wird das Loch nach prominenten Rücktritten verkleinern.

#18 CB MARCUS PETERS (KANSAS CITY CHIEFS)

Und der nächste Cornerback ist weg - bereits der dritte in der ersten Runde. Für die Chiefs war Peters der kompletteste Corner auf dem Board und so fühlen sie sich mit dem jungen Mann aus Washington wohl. Mal sehen, ob das so bleibt.

#19 C CAMERON ERVING (CLEVELAND BROWNS)

Mit dem zweiten Cleveland-Pick wählen die Browns einen in der Line universell einsetzbaren Tackle. Der kann eine halbe Saison Left Tackle spielen und die andere Center. Apropos: Langfristig könnte er so eine Alternative zu Alex Mack darstellen.

Nelson Agholor verstärkt die Offense der Philadelphia Eagles

#20 WR NELSON AGHOLOR (PHILADELPHIA EAGLES)

Die guten Cornerbacks waren schon weg, da boostet Chip Kelly seine Offense. Mit Agholor von USC kommt ein Receiver, den man an dieser Stelle erwarten durfte. Zudem ist er ein Punt Returner. Diese Doppelfunktion schadet sowieso nie.

#21 OT CEDRIC OGBUEHI (CINCINNATI BENGALS)

Der Left Tackle schafft es zu den Bengals. Eine solide Wahl, wie man es von  Cincinnati und Head Coach Marvin Lewis gewohnt ist.

#22 DE BUD DUPREE (PITTSBURGH STEELERS)

Es war klar, dass die Steelers in der Verteidigung etwas tun würden. Es ist auch ein Edge Rusher geworden. Und weil es Pittsburgh ist, handelt es sich - in diesem Fall um Bud Dupree - traditionell um jemanden, der nach hinten gerutscht ist.

#23 DE SHANE RAY (DENVER BRONCOS)

TRADE! Die Broncos traden für fünf Spots hoch und tauschen mit den Detroit Lions. Dafür holen sie sich Shane Ray, der zuletzt wegen Marihuana-Besitzes Troubles mit der Polizei hatte. Sein Glück: In Colorado ist es legal! #MileHIGH Plus: Als Spieler ist der Pass Rusher auch auf der Höhe. Ohne seine Off-Field-Probleme wäre er wohl ein Top-10-Pick geworden. Nun ist er eine interessante Ergänzung zu Von Miller und DeMarcus Ware.

#24 OT D.J. HUMPHRIES (ARIZONA CARDINALS)

Kann sofort starten und das ist bei einem alternden Quarterback wie Carson Palmer nicht unwesentlich. Hätte auch schon früher gehen können, aber nicht zwingend. Erste Runde war klar. Vielleicht kann man sich mit einer weiter verbesserten Line ein QB-Dilemma wie in der Vorsaison ersparen.

#25 LB SHAQ THOMPSON (CAROLINA PANTHERS)

Eine Überraschung, da er für die erste Runde ein Reach sein könnte. Die meisten Experten haben ihn in der zweiten Runde gesehen. Immerhin ein vielseitiger Spieler, der zum Beispiel auch Safety spielen kann.

Perriman ist bei den Ravens gelandet

#26 WR BRESHAD PERRIMAN (BALTIMORE RAVENS)

Nach dem Abgang von Torrey Smith mussten die Ravens diesen Draft mit einem starken Receiver im Gepäck verlassen. Das ist ihnen mit Perriman gelungen. Sein Speed ist auf jeden Fall ein Upgrade. QB Joe Flacco wird es definitiv freuen.

#27 CB BYRON JONES (DALLAS COWBOYS)

Wir hatten es schon im Mock Draft geschrieben: Man möge bitte schnell mal alle guten Cornerbacks der Cowboys aufzählen... Eben! Keine weiteren Fragen, euer Ehren, ähhh Jerry Jones! Man kann über den Dallas-Owner sagen, was man will, aber das ist kein unkluger Pick.

#28 G LAKEN TOMLINSON (DETROIT LIONS)

Kein zwingender Erstrunden-Pick, aber wie gesagt: Die Line aufzurüsten, ist nie ein Fehler. Und wenn man an den Kandidaten, den man ins Auge gefasst hat, glaubt - nur zu! Dem Laufspiel der Lions sollte es helfen. Außerdem hat Detroit durch den Trade mit Denver zwei weitere Picks (Fünftrunder in diesem Jahr und 2016) hinzugewonnen.

#29 WR PHILLIP DORSETT (INDIANAPOLIS COLTS)

Wir sind ehrlich, wir haben gemischte Gefühle: Dorsett ist ein cooler Receiver, kann man ohne Zweifel machen. Mit Andrew Luck als QB dürfte er eher früher als später auch am Radar von Fantasy-Football-Spielern auftauchen. Aber, und das ist ein großes Aber: Die Colts glauben, dass sie JETZT um die Super Bowl mitspielen können. Dafür haben sie die Offense bereits in der Offseason aufgerüstet und u.a. Andre Johnson als Ergänzung zu T.Y. Hilton verpflichtet. Die Defense indessen war bislang bestenfalls durchschnittlich und bislang deutet wenig darauf hin, das sich das ändert. Hier hätte man im Hinblick auf die Titelträume ein Upgrade erwarten dürfen. Aber gut, das garantiert wohl weiter punktereiche Spiele...

#30 S DAMARIOUS RANDALL (GREEN BAY PACKERS)

Der erste Safety in diesem Draft und man musste nicht zwingend mit ihm rechnen. Aber die Secondary aufzumotzen, ist selten ein Fehler - und Packers-Drafts angesichts ihrer Trefferquote in jüngerer Vergangenheit anzuzweifeln, ist ohnehin gefährlich. Randall gilt als guter Coverage Safety. Gemeinsam mit dem letztjährigen Erstrunder Ha Ha Clinton-Dix kann er über Jahre ein starkes Duo bilden.

#31 LB STEPHONE ANTHONY (NEW ORLEANS SAINTS)

Dies ist der Pick, den New Orleans von Super-Bowl-Verlierer Seattle Seahawks im Jimmy-Graham-Trade bekommen hat. Mit ihrem zweiten Erstrunder helfen die Saints ihrer auch durchaus hilfsbedürftigen Defense, auch wenn man Anthony nicht zwingend in Runde eins erwarten musste. Aber einen Inside Linebacker haben sie jedenfalls gebraucht.

#32 DT MALCOLM BROWN (NEW ENGLAND PATRIOTS)

Die Ära von Vince Wilfork ist beendet, ein potenzieller Ersatz ist nun im Haus. So gesehen hat der Champion definitiv ein Need bedient. Man kann sich jedoch kleinere Fußstapfen für ein Talent vorstellen.


Bernhard Kastler / Peter Altmann

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