Überraschungs-Coup: Asomugha nach Philadelphia

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Der dickste Fisch dieser NFL-Free-Agency zappelt im Netz der Philadelphia Eagles.

Und das durchaus überraschend.

Viel war spekuliert worden, für welches Team sich Nnamdi Asomugha entscheiden wird. Der 30-Jährige, in den letzten acht Jahren bei den Oakland Raiders unter Vertrag, gilt als einer der besten Cornerbacks der Liga.

Erst galten die San Francisco 49ers, praktischerweise auf der anderen Seite der Bay Area angesiedelt und intensiv auf der Suche nach einem fähigen Passverteidiger, als möglicher neuer Arbeitgeber. Auch die löchrige Pass Defense der Houston Texans hätte sich über tatkräftige Unterstützung gefreut.

60 Millionen für fünf Jahre

Zuletzt spitze sich das Rennen um Asomugha auf ein vermeintliches Duell zwischen den New York Jets und den Dallas Cowboys zu.

Philadelphia? Bei den für gewöhnlich gut informierten NFL-Berichterstattern nicht einmal eine Randnotiz.

Spät stieg die Franchise aus der Stadt der brüderlichen Liebe ins Feilschen um den Superstar ein und überzeugte ihn einerseits mit einem 60 Millionen Dollar schweren Fünfjahres-Vertrag (25 Millionen Dollar garantiert), andererseits mit der Chance auf die Super Bowl – beim Loser-Team aus Oakland durfte Asomugha von der Vince-Lombardi-Trophy in den letzten Jahren nicht einmal träumen.

Im Dress der Raiders gelangen dem Inbegriff eines „Shutdown Corners“ in den letzten vier Saisonen zwar nur vier Interceptions, dies liegt aber hauptsächlich daran, dass die gegnerischen Quarterbacks nur höchst ungern in seine Richtung werfen.

„Du kannst nie genug Cornerbacks haben“

„Er ist einer besten - wenn nicht der beste - Cornerbacks der NFL. Er ist eine großartige Ergänzung unserer Gruppe an Cornerbacks“, freute sich Head Coach Andy Reid diebisch über den prominenten Neuzugang.

Philadelphia, das in der Vorsaison noch 31 Touchdown-Pässe zuließ (Franchise-Negativrekord), verfügt nun über eine der profiliertesten Passverteidigungen der Liga.

Denn schon vor der Verpflichtung Asomughas sicherte man sich im Zuge des Trades von Quarterback Kevin Kolb nach Arizona mit Dominique Rodgers-Cromartie einen weiteren Probowl-Cornerback. Mit Asante Samuel hatte man einen vierfachen Probowler bereits unter Vertrag.

„Wir betrachten auch den dritten Cornerback als Starter. Denn die NFL ist eine passlastige Liga, du kannst daher nie genug Cornerbacks haben“, verdeutlichte General Manager Howie Roseman.

Auch Vince Young nach Philadelphia

Dieser durfte sich über einen weiteren Coup freuen. Im Schatten des Asomugha-Deals ging die Verpflichtung von Vince Young ein wenig unter.

Der Quarterback, der sein Talent in Tennessee nie über einen längeren Zeitraum abrufen konnte und im Unfrieden von den Titans verabschiedet wurde, bekommt bei den Eagles eine neue Chance.

Der 28-Jährige unterschreibt einen Einjahres-Vertrag und wird als Backup des ähnlich veranlagten Superstars Michael Vick dienen.

Traum vom ersten Super-Bowl-Gewinn

Zur Erinnerung: Auch Vick bekam, nach seiner Haftstrafe bereits abgeschrieben, in Philadelphia eine Möglichkeit zum Comeback und nutzte diese auf fulminante Art und Weise.

Mit Defensive End Jason Babin (Tennessee) engagierte Philly zudem einen weiteren Probowler, den vierten binnen zwei Tagen.

Die Eagles-Fans, die das Gefühl, eine Super Bowl zu gewinnen, nur vom Hörensagen kennen, dürfen nun mehr denn je von der Vince-Lombardi-Trophy träumen.

Peter Altmann

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