Manege frei für den Jets-Zirkus

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AFC East oder die Frage: Bringt's Sanchez?

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Die AFC East stellte im Februar mit den New England Patriots einen Super-Bowl-Teilnehmer - der Titel ging aber zum dritten Mal in Folge an die NFC.

Nichtsdestoweniger haben die Patrioten ihre Division ab der Saisonhälfte dominiert, holten sich mit acht Siegen in Folge souverän den Titel der AFC East sowie das Heimrecht für die Postseason.

Die New York Jets verpassten mit drei Niederlagen in den letzten drei Spielen und Team-Gezanke medienwirksam die Playoffs, Buffalo brach nach tollem Start ein, Miamis Aufholjagd kam letztlich zu spät. Und heuer?

Für LAOLA1 checken Peter Altmann, Bernhard Kastler und Martin Schauhuber in einer achtteiligen Serie die jeweiligen Divisions. Die AFC East hat sich Bernhard Kastler unter den Nagel gerissen.

NEW ENGLAND PATRIOTS (Season 2011: 13-3)


THE (OFF)SEASON-TALK

Seit 2001 haben die Patriots die AFC East nur zwei Mal nicht gewonnen. Im Jahr 2008 etwa, in dem sich Quarterback-Superstar Tom Brady im ersten Saisonspiel das Kreuzband gerissen hatte und für die restliche Spielzeit ausfiel. In diesen Zeitraum fallen drei Super-Bowl-Siege bei fünf Teilnahmen, die zwei Niederlagen erlitt New England jeweils gegen die New York Giants, zuletzt erst heuer am 5. Februar.

New England war zweifellos das Team der Nullerjahre und gehört auch in diesem Jahrzehnt zum Besten, was die NFL zu bieten hat. Brady befindet sich mit 35 Jahren zwar schon im späten Herbst seiner Karriere, doch erst in der vergangenen Spielzeit stellte der zukünftige Hall-of-Famer mit 5235 Yards neue persönliche Bestleistung auf, nicht einmal in seiner 50-Touchdown-Rekordsaison 2007 schaffte er das.

An der bombastischen (Passing-)Offense gab es vergangene Saison - vor allem ab Spiel neun - ohnehin kaum etwas auszusetzen. Die Defense, vor allem die Secondary (Pass-Defense 2011: 31.), bereitete dafür große Sorgen. Deswegen holte man sich im Draft auch von den sieben Picks sechs Verteidiger. Für die aktive Head-Coach-Legende Bill Belichick waren die Leistungen dahingehend schlichtweg inakzeptabel. Und weil die Patriots aufgrund von früheren Deals noch länger in Picks schwimmen, ist diese Draft-Performance keineswegs überraschend.

THE MAN2WATCH - ROB GRONKOWSKI

Was hat der Tight End für eine Saison hinter sich! Mit 17 Touchdowns sorgte der "Gronker" - oder "Gronkenstein", je nach Bedürfnis - für einen neuen Rekordwert auf seiner Position. Im Conference Final gegen die Ravens verletzte sich der 23-Jährige am Knöchel und spielte mit einem getapten Fuß das große Endspiel.

Es wurde viel spekuliert, ob dies womöglich der Grund für die Niederlage gewesen sei, schließlich präsentierten sich seine Kollegen nicht gerade fangsicher, der Brady-Interception ging ein Pass auf Gronkowski voraus und bei der "Hail Mary" Sekunden vor Schluss kam er genau einen Schritt zu spät. Was wäre mit einem heilen Fuß gewesen?

Man darf gespannt sein, wie sich die gegnerische Verteidigungen nun auf das "Monster" einstellen werden. Problem für die Kontrahenten: Mit Aaron Herandez und nun auch noch Jake Ballard (von den Giants gekommen, aktuell aber auf der Verletztenliste) haben die Pats weitere Top-Tight-Ends. Mit Rückkehrer Josh McDaniels hat New England übrigens auch einen neuen Offensive Coordinator, der arbeitete aber schon in der vergangenen Postseason mit. Also auch kein Problem.

THE PICKS

Die Offense gehört zu den besten der Liga, neben Star-Receiver Wes Welker holten die Pats Brandon Lloyd aus Denver, der seine Klasse schon gezeigt hat. Das Laufspiel soll forciert werden, nach dem Abgang von Ben-Jarvus Green-Ellis vor allem durch Steven Ridley. Die Defense wurde verstärkt. Alles andere als der Division-Gewinn wäre eine Überraschung.

Und so entscheiden sich die NFL-Redakteure von LAOLA1.

NEW YORK JETS (Season 2011: 8-8)


THE (OFF)SEASON-TALK

Bei den Jets lediglich drei Absätze über ihre Offseason und mögliche Auswirkungen auf die neue Saison zu verlieren - das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Wir versuchen es trotzdem. Kurzer Rückblick: Mit drei Niederlagen en suite verbockte "Gang Green" 2011 die dritte Playoff-Teilnahme en suite. Im letzten Spiel in Miami kam es sogar zum Eklat, als Star-Receiver Santonio Holmes sich selbst aus dem Huddle nahm bzw. genommen wurde. Und das war erst der Anfang.

Kurz nach dem vorzeitigen Saisonende kam alles ans Tageslicht. Die Differenzen zwischen Quarterback Mark Sanchez und Holmes, sowie das Misstrauen, das ein Großteil der Mannschaft gegenüber ihrem Spielmacher hatte. Weiters gab Head Coach Rex Ryan, seines Zeichens das Großmaul der Liga, zu, "den Puls des Teams" verloren zu haben. Kurzum: Die Jets waren ein intriganter Sauhaufen, das Gespött der Liga und mussten auch noch zusehen, wie der Stadtrivale Giants die Super Bowl holte. Tja, was macht man in so einer Situation?

Richtig, man setzt noch einen drauf. Erst verlängert man getreu dem Motto "Wir stehen hinter dir" den Vertrag von Sanchez vorzeitig, um ihm dann Tim Tebow ins Genick zu setzen. Der gläubige Fan-Magnet  und das Medienphänomen der vergangenen Saison (Hier zur Story). Die Franchise hielt zwar klar fest, dass Sanchez der Starter ist, sollte er sich aber einen Fehlstart leisten, dann ist in der Medien-Hauptstadt ordentlich etwas los. Hinzu kommt, dass Sanchez in der Preseason - die zugegeben nichts aussagen muss - nicht gescort hat (das Daten von Eva Longoria zählt nicht). Tebow hat bei den vier Niederlagen auch keinen Touchdown geworfen. Nur der Backup-Backup Greg McElroy einmal...

THE MAN2WATCH - MARK SANCHEZ

Mark Sanchez ist nicht so schlecht, wie er hingestellt wird. Darüber ist sich die Mehrheit der Experten einig. Vergangene Saison machte der 25-Jährige natürlich auch Fehler, verbesserte sich aber in seinem dritten NFL-Jahr erneut in allen Kategorien - er warf zwar mehr Interceptions als 2010, aber gleichzeitig auch deutlich mehr Touchdowns. Und zur Erinnerung: Sanchez führte die Jets in seinen ersten beiden Saisonen jeweils ins AFC-Championship-Game.

Zudem wurde der Kalifornier vergangene Saison oftmals genug von seiner O-Line im Stich gelassen, vor allem Right Tackle Wayne Hunter war ein gefundenes Fressen für die Pass Rusher der Liga. Dieser wurde nun während der Preseason von Austin Howard ersetzt. Somit sind auch die Ausreden vorbei. Sanchez muss als Teamleader auftreten (mittlerweile soll die Chemie auch wieder stimmen) und seine Mannschaft zum Erfolg führen, darf sich auch nicht wie in der Vergangenheit billige Interceptions leisten. Das weiß er.

Das Gute an der Verpflichtung von Tebow: Sanchez spürt nun Druck. Vergangenes Jahr ohne echte Konkurrenz war es zu gemütlich für ihn, wurde kritisiert. Sein Backup soll ihn aber in erster Linie unterstützen: Wie das oft genannte Wildcat-Package unter dem neuen Offensive Coordinator Tony Sparano aussieht, das wurde in der Preseason noch verheimlicht. Ein Geheimnis ist ebenso, wen Sanchez, der 80 bis 90 Prozent der Snaps ausführen soll, mit Pässen füttert. Am Sonntag gegen die Bills ist Rookie Stephen Hill, der von den Anlagen her Nachfolger von Plaxico Burress ist, Nummer-2-Receiver. Dann gibt es noch Chaz Schilens aus Oakland und Jeremy Kerley - Ersterer ist kein Burner, Zweiterer braucht noch. Es blickt aber ohnehin alles auf Sanchez und Tebow. Man darf gespannt sein, ob das alles fruchtet.

THE PICKS

Die Jets waren trotz Super-Bowl-Sieg der Giants das Offseason-Thema in NYC. Ob sportlich positive Schlagzeilen folgen, gilt abzuwarten. Die Defense gehört mit Star-Cornerback Darrelle Revis zu den besseren der Liga, der letztes Jahr schwache Pass Rush sollte heuer besser funktionieren. Die Offense wird zeigen, wohin die Reise geht. Die ist eine Wundertüte. Ryan spricht im Gesamten vom besten Team, das er nun in seinem vierten Jahr vorfindet. Folgen den Worten auch Taten?

Und so entscheiden sich die NFL-Redakteure von LAOLA1.

MIAMI DOLPHINS (Season 2011: 6-10)

 


THE (OFF)SEASON-TALK

Die erste Hälfte der vergangenen Saison war für die Dolphins einfach nur zum Vergessen: 0-7 lautete die Bilanz. In den folgenden neun Spielen konnte die Franchise aus Florida den Spieß noch halbwegs drehen und kam letztlich auf eine 6-10-Bilanz. Head Coach Tony Sparano brachte das nichts mehr, er musste nach Week 14 gehen. In der Offseason stand wieder einmal das Thema Quarterback im Mittelpunkt.

Die unendliche Suche nach einem neuen Dan Marino. Seit die Legende 2000 zurücktrat, gaben sich 17 Spielmacher die Klinke in die Hand, keiner war dabei eine Langzeitlösung. Heuer versuchten die Dolphins u.a. 49ers-Quarterback Alex Smith und Green-Bay-Backup Matt Flynn zu gewinnen. Ersterer machte sich nur einen schönen Tag in Miami, da davon auszugehen war, dass San Francisco ihn früher oder später wieder unter Vertrag nehmen würde. Letzterer entschied sich für Seattle, obwohl sein ehemaliger Offensive Coordinator Joe Philbin nun Head Coach in Miami ist.

So wurde in der ersten Runde des heurigen Drafts ein neuer Quarterback geholt: Ryan Tannehill. Der Nummer-8-Pick kam von Texas A&M und setzte sich im Duell mit Matt Moore, der den Großteil der vergangenen Saison warf, durch. Somit wird erneut dasselbe Lied gespielt: Neuer Quarterback soll Miami zurück auf die Siegerstraße führen. Auf Brandon Marshall kann Tannehill die Pässe nicht werfen, der Star-Receiver wurde zu den Chicago Bears getradet. Für Reggie Bush kein Grund, an Optimismus zu verlieren: "Ich will die Super Bowl gewinnen", so der Star-Running-Back Reggie Bush im LAOLA1-Talk.

THE MAN2WATCH - JOE PHILBIN

Den Jänner dieses Jahres wird der neue Head Coach der Miami Dolphins nie vergessen, aufgrund eines tragischen Ereignisses. Wie sein Eagles-Pendant Andy Reid in der Offseason verlor der damalige Offensive Coordinator Green Bays seinen Sohn. Wie Reid ging er Tage später seiner Arbeit nach - und verlor mit den Packers das Divisional-Playoff-Game gegen die New York Giants. Eine herbe Niederlage für den Dominator der Regular Season (15-1), aber in Relation zu den Ereignissen zuvor völlig belanglos.

Noch im selben Monat setzte sich Philbin gegen Dolphins-Interims-Coach Todd Bowles und Denver-OC Mike McCoy durch und wurde zum zehnten Head Coach der Miami Dolphins bestimmt. Der 51-Jährige machte Green Bays Offensive zur gefährlichsten der Liga, nun soll er Miami über kurz oder lang in die erste Postseason seit 2008 führen. Doch das ist noch ein weiter Weg, muss Philbin bei seiner ersten Head-Coach-Station in der NFL ordentlich an der Mannschaft feilen.

In der Defensive hat er dabei weniger Sorgen, vor allem was die Lauf-Verteidigung betrifft. Da ließ Miami in der vergangenen Saison die drittwenigsten Yards zu. In der Offensive sieht es schon anders aus, vor allem was das Passspiel betrifft. Davone Bess, Brian Hartline, Legedu Naanee, Marlon Moore und Rishard Matthews heißen die Anspielstationen für den Rookie-Quarterback. Das wird wohl schwierig, ist für Offensiv-Experten Philbin aber eine große Herausforderung. Zumindest ist mit Anthony Fasano ein passabler Tight End zugegen.

THE PICKS

Reggie Bush alleine wird die Offense nicht herausreißen können, Ryan Tannehill aber wird sich diese Saison als Rookie schwer tun. Viel zu tun für Head Coach Philbin, dessen neue Mannschaft aber gegen Ende der vergangenen Saison gezeigt hat, dass sie etwas drauf hat. Dennoch bleibt wohl nur der letzte Platz in der Division.

Und so entscheiden sich die NFL-Redakteure von LAOLA1.

BUFFALO BILLS (Season 2011: 6-10)


THE (OFF)SEASON-TALK

Die vergangene Saison hatte für die Buffalo Bills großartig begonnen. Mit einer 5-2-Bilanz sorgten sie für wahre Begeisterungsstürme im Bundesstaat New York. Dabei sollte es nicht bleiben, es folgte ein Absturz sondergleichen. Nur noch eine Partie konnte in der restlichen Saison gewonnen werden, die Playoffs wurden mit einer 6-10-Bilanz klar verpasst.

Die Bills haderten dabei mit riesigem Verletzungspech, mehrere Starter, u.a. Running Back Fred Jackson, mussten die Saison vorzeitig beenden. Doch der Auftakt der Saison war vielversprechend und es scheint, als würde die Mannschaft rund um Quarterback Ryan Fitzpatrick den nächsten Schritt machen. In der Offseason landeten die Bills einen wahren Coup und verpflichteten Free Agent Mario Williams.

Zum Defensive End kommen wir gleich noch näher. Der Pass Rush war ein zentrales Problem vergangene Saison, mit nur 29 Sacks waren sie das drittschwächste Team in dieser Kategorie. So holten sie mit Mark Anderson von den Patriots gleich noch einen weiteren Defensive End, der erst 2011 zehn Sacks verbuchen konnte. Das Laufspiel mit Jackson und C.J. Spiller funktioniert - und wenn es das tut, dann hält auch das Passspiel mit.

THE MAN2WATCH - MARIO WILLIAMS

Was Peyton Manning in der Free Agency für die Offense war, war Mario Williams für die Defense: der absolute Jackpot. Wie der Quarterback ist auch der Defensive End ein ehemaliger Nummer-1-Pick - der 27-Jährige wurde 2006 von den Houston Texans an dieser Position gedraftet.

Seither hat Williams auch für kein anderers Team gespielt. Nun unterschrieb er für sechs Jahre, wo er 100 Millionen Dollar einstreifen kann, 50 sind ihm bereits sicher. Die Frage, die sich naturgemäß stellt, ist er das Geld auch wert?

Denn freilich ist die jüngere Vergangenheit keine, auf die er gerne zurückblickt: Zwei Mal hintereinander musste Williams, der 2007 (14) und 2008 (12) auf mehr als zehn Sacks kam, seine Saison frühzeitig beenden. Vergangene Spielzeit bereits nach dem fünften Spieltag. Williams kann zweifellos ein Playmaker sein, doch erst nach den ersten Wochen wird man sehen, ob er noch der Alte ist.

THE PICKS

Das sympathische Loser-Team, das Anfang der 90er vier Mal hintereinander die Super Bowl verlor, will sich erstmals seit 1999 wieder für die Postseaon qualifizieren. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht. Sollten die Bills defensiv ein besseres Bild abgeben, wovon nicht nur wegen der Free Agency auszugehen ist, denn im Draft wurde Cornerback Stephon Gilmore an zehn gezogen, und Verletzungen ausbleiben, dann könnten die Jets ihren zweiten Rang abgeben müssen. Gleich zum Auftakt kommt es zum direkten Duell!

Und so entscheiden sich die NFL-Redakteure von LAOLA1.

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