Gore kein Problem für die San Francisco 49ers

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In unserer kleinen, aber (hoffentlich) feinen Rubrik haben wir an dieser Stelle schon einmal – sogar im Titel – erwähnt: Es ist aus, wenn es aus ist.

Das gilt auch für die Produktion dieser Artikel: Wir beginnen erst zu schreiben, wenn die Uhr im letzten Spiel des Wochenendes 00:00 zeigt – oder zumindest meistens.

Der achte Spieltag hat wieder einmal gezeigt, in der Nacht auf Dienstag tun sich NFL-Themen auf, die in „Awesome und Awful“ zu berücksichtigen sind.

So viel dazu - let’s get Awesome and Awful – Week 8:

THE AWESOME

Frank Gore

In Abwesenheit der Green Bay Packers, die Bye-Week hatten, ist dieses Wochenende San Francisco der Nabel der Football-Welt – 6-1-Bilanz! Die 49ers sind ja nicht mehr wiederzuerkennen, oder doch? Eigentlich hat jene Franchise, die seit 2003 nicht mehr Playoffs gespielt hat, gegenüber zur Vorsaison nicht viel verändert. Neo-Head-Coach Jim Harbaugh setzt wie Ex-Trainer Mike Singletary auf Defense und Laufspiel. Und Laufspiel ist gleichzusetzen mit Frank Gore. Der Running Back hat zum vierten Mal en suite 125 Yards erlaufen und dabei einen Touchdown erzielt. Das haben seit 1970 nur vier Spieler gschafft, zudem ist Gore – was Rushing Yards betrifft – nun Nummer zwei der ewigen Bestenliste der 49ers. Damit ist klar: Momentan Gore kein Problem für die 49ers, mit diesem Laufspiel und der Defense sechs Siege und eine Niederlage stehen zu haben!

 

St. Louis Rams

Die MLB hat auf das NFL-Team abgefärbt! Im Beisein einiger frischgebackener World-Series-Gewinner der St. Louis Cardinals haben die Rams den ersten Sieg der Saison eingefahren. Aber nicht gegen die Colts, Dolphins – also einem anderen Team ohne Sieg. Sondern gegen die New Orleans Saints – dem superheißen Playoff-Kandidaten aus Louisiana. Gut, natürlich haben Brees und Co. in St. Louis alles andere als einen guten Tag erwischt, aber klar ist auch: Wer eine der besten Offenses so lange in Schach halten kann und in den ersten sechs Spielen eine der schlechtesten Defenses hatte, der ist vielleicht doch nicht so schlecht. Und außerdem wurde ja mit A.J. Feely das Spiel gewonnen, der ist Nummer-2-Quarterback. Der eigentliche Starter Sam Bradford verletzt. Also: Bravo Rams, und Saints: Also wirklich…

 

Pittsburgh Steelers

Na bitte, geht doch! Der Steel Curtain – Stahl-Vorhang wie man in Linz sagen würde – hängt noch immer im Heinz Field. Die bisherigen Saisonleistungen, weil schwankend, ließen das bezweifeln, aber der Sieg gegen die New England Patriots zweifellos nicht. Wer Tom Brady nicht ins Spiel kommen lässt, hat es immer noch drauf. Dass es läuft, ist auch daran zu erkennen, wenn Safety Troy Polamalu einen Wes Welker wie ein Hund aufspürt und ihm im Nacken hängt, als ginge es ums Überleben. Diese gefürchtete Defense gab zwei Tage vor Allerheiligen mehr als nur ein deutliches Lebenszeichen von sich. Auf diese Weise können sie jeden in den Steel Curtain einwickeln und nach Hause schicken. Nächste Woche: Baltimore vs. Pittsburgh – für Liebhaber des defensiven Footballs ist das wie ein Date mit Gisele Bündchen!

 

THE AWFUL

Phil Rivers

„Das ist ein sehr ungewöhnlicher Weg, ein Spiel nicht zu gewinnen.“ Ja, so kann man es auch sagen, Norv Turner, Head Coach der San Diego Chargers. Oder man beschreibt es so wie wir: „Blöder geht es wohl kaum, ein Spiel zu verlieren.“  Knapp eine Minute vor Ende der Partie stand es in Kansas City 20:20. Es war alles angerichtet für das Field Goal zum Sieg der Chargers – schließlich stand man bei 1st and 10 bereits an der 15-Yard-Marke der Hausherren. Aber das bringt eben alles nichts, wenn man als Quarterback – in diesem Fall als Phil River – beim Snap den Ball nicht festhalten kann, dieser herumkugelt und Chiefs-Linebacker Andy Studebaker sich auf das Ei catcht. Folge: Overtime und Niederlage Nummer drei für die Chargers. Dafür haben sie indirekt NFL-Geschichte geschrieben: Noch nie hat ein Team – in diesem Fall die Chiefs – nach drei Niederlagen zu Beginn später in der Saison die Führung in der Division inne gehabt. Kein Trost für den Divison-Rivalen…

 

Julian Edelman

Erstens: Es gilt die Unschuldsvermutung. Zweitens: Wir nehmen für die weiteren Zeilen einmal an, er hat es getan. Drittens: Natürlich rein hypothetisch. Also: Man(n), Man(n), Man(n) – wir schütteln den Kopf. Was machst du zu Halloween für gruselige Sachen? Als Wide Receiver der New England Patriots – auch wenn man verletzt ist und ansonsten eher eine Backup-Rolle ausfüllt – sollte man nicht um 1:30 Uhr verhaftet werden, nachdem man eine Frau in einer Bar begrabscht hat. Natürlich sagst du, dass du es nicht getan hast, aber es gibt Zeugen. Nachdem du ohne Kaution wieder frei kamst, bekanntest du dich am Dienstag in Boston nicht schuldig, am 10. Jänner ist der nächste Termin. Solltest du verurteilt werden, müssen wir leider festhalten: Diese Aktion war nicht sehr edel, Mann!

 

Mike Shanahan

Es gibt immer ein erstes Mal. Das erste Wort, das man spricht, den ersten Schritt, den man macht, oder das erste Mal – per se. Natürlich gilt das auch für negative Dinge im Leben. Wie das erste Mal Kranksein, das erste Mal Durchfliegen oder das erste Mal ein Spiel zu Null verlieren. Das hat Mike Shanahan nun „geschafft“. Der 59-Jährige ist seit 1984 als Trainer in der NFL tätig und hat noch nie ein Spiel zu Null verloren. Beim Gastspiel seiner Washington Redskins in Buffalo setzte es ein 0:23. Übrigens wurde damit eine Rekordserie gebrochen. Mit 266 Spielen bis zum ersten Shutout führt Shanahan die Liste vor Jim Mora und Norv Turner an. Ob das jemals einer überbieten kann? Zumindest ausgleichen könnte das wer. Denn es gibt oft auch ein zweites Mal…

 

Bernhard Kastler

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