Fehltritte von Suh und Johnson

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Und da sind wir auch schon wieder.

Mancher mag unsere Rubrik vergangene Woche vermisst haben. Völlig zu Recht.

Die Awesome-and-Awful-Redaktion glänzte durch kollektive Abwesenheit – manch einer würde es Urlaub nennen, wir würden es gerne als Bye-Week bezeichnen.

Nichtsdestoweniger haben wir natürlich den zwölften Spieltag der besten Profi-Liga – möglicherweise eine etwas subjektive Einschätzung, aber was soll‘s – komplett verfolgt.

Das Thanksgiving-Wochenende hatte es echt in sich, also: Let’s get awesome and awful – Week 12:


THE AWESOME

Thanks(giving) NFL

Nach diesem Wochenende sollte die National Football League in National Football Love umbenannt werden. Viele Punkte und große Spannung prägten das Thanksgiving-Wochenende – wir sagen herzlich Danke! Die Kollegen von ESPN hatten es bereits vor dem Sunday Night Game treffend via Facebook und Twitter formuliert: „610 combined points. 10 one-score games. Seriously, thank you NFL.“ Mit dem 13:9 der Steelers bei den Chiefs kam noch eine spannende Partie dazu und mit dem 49:24-Feuerwerk der Saints gegen die Giants im Monday Night Game ein Highscore-Spiel. Kann Thanksgiving nicht immer sein…?

 

 „Breesus“

Apropos Feuerwerk in New Orleans: Drew Brees war gegen die Giants einmal mehr on fire, warf vier Touchdowns (insgesamt nun 27) und erlief einen selbst. Hinsichtlich erworfener Touchdowns muss sich der Super-Bowl-MVP von 2010 zwar hinter seinem Nachfolger Aaron Rodgers  (33) und Vorgänger Tom Brady (28) anstellen – der NFL-Saison-Rekord (Brady/50/2007) ist diesbezüglich auch nicht wirklich zu erreichen – aber der Rekord hinsichtlich Passing Yards ist mehr als in Reichweite für Brees. Dolphins-Legende Dan Marino stellte diesen 1984 mit 5084 Yards auf. Der Saints-QB hält als Erster in dieser Kategorie bei 3689 Yards, braucht also in fünf Spielen noch 1396 Yards, 272,2 pro Partie – aktuell hält er bei einem Schnitt von 335,4. Dieser Rekord ist ein Klacks für „Breesus“…

 

Green Bay Packers

Wir müssten sie eigentlich jede Woche erwähnen, aber diese Rubrik heißt ja nicht „Packers and Awful“ – auch wenn es die Freunde von Käse freuen würde. Nach dieser Woche hat es sich der Titelverteidiger aber redlich verdient, nicht nur, weil mit dem 27:15 in Detroit der elfte Sieg im elften Spiel eingefahren wurde und die Perfect (Regular) Season nur noch fünf Spiele entfernt ist. Rodgers und Co. haben es zum ersten Mal in der Franchise-Geschichte geschafft, die ersten elf Spiele einer Saison zu gewinnen. Und die Packers gibt es schon 92 Jahre – nach Adam Riese also seit 1919, so lange wie Kapfenberg. Ein herzliches „Gut gemacht“ nach Wisconsin! Bleibt nur noch die Frage, wer soll die Mannschaft mit den Käseköpfen als Fans noch aufhalten? Noch kann das Käse-Fondue für den neuerlichen Super-Bowl-Sieg nicht angerichtet werden…

 

THE AWFUL

Ndamukong Suh

Ndamukong, Ndamukong, Ndamukong – was ist mit du, Suh? Sein ehemaliger College-Kumpane Calvin Pace von den New York Jets meint: „Er ist außer Kontrolle.“ Ja, das trifft es wohl ganz gut. Der Defensive Tackle der Detroit Lions war im Duell mit den Green Bay Packers wieder einmal von allen guten Geistern verlassen. Nach einem üblen – weil gezielten – Tritt auf den Arm von Packers-Guard Evan Dietrich-Smith wurde Suh vom Spiel ausgeschlossen. Wenn es doch nur sein erstes Blackout gewesen wäre? Der „Löwe“ ist in den vergangenen beiden Saisonen fünf Mal auf dem Feld ähnlich aufgefallen. Deswegen sperrt ihn die NFL nun auch für zwei Spiele und er fehlt den Lions gegen die Saints und Vikings. Nach dem Spiel meinte Suh übrigens, es wäre keine Absicht gewesen – natürlich nicht, Ndamukong…

 

Stevie Johnson

Suh könnte sich eine große Scheibe von Stevie Johnson abschneiden. Der Bills-Receiver hat sich nämlich für seinen Fehler entschuldigt, nachdem er ihn auch eingesehen hatte. Was war passiert? Beim Gastspiel Buffalos bei den New York Jets jubelte Johnson nach seinem Touchdown. Der „Bill“ dachte sich, er sei besonders lustig und mimte sein Gegenüber Plaxico Burress, der sich 2008 versehentlich in seinen eigenen Fuß geschossen hatte. Dann machte Johnson auch noch einen auf Flugzeug (Jet), das abstürzt. Es folgte eine 15-Yard-Strafe wegen übertriebenen Jubels, der folgende Kick wurde versemmelt und die Jets glichen kurz vor der Pause aus. Kurz vor Schluss verpasste Johnson auch noch einen leichten Catch, der den Bills womöglich noch den Sieg eingebracht hätte. Was sagt uns das? Man kann sich auch ganz gut ohne Schießeisen in den eigenen Fuß schießen…

 

Dwayne Bowe

Als die härteste Kampfmaschine unter der Sonne wird Dwayne Bowe nach diesem Wochenende nicht mehr in die NFL-Geschichtsbücher eingehen – gut, dass wäre er so oder so nicht. Aber auch von einem Receiver kann man sich etwas Robustheit erwarten, vor allem wenn es um den Sieg und die Playoffs geht. Seine Kansas City Chiefs lagen zu Hause gegen die Pittsburgh Steelers 9:13 hinten – nur noch rund 40 Sekunden waren zu spielen. Quarterback Tyler Palko versuchte bei 1st and 15 an der eigenen 40-Yard-Linie einen weiten Pass auf seinen Passempfänger – und der wurde hinter Bowe abgefangen. Okay, der Pass war nicht perfekt geworfen, aber was machte der so genannte Star-Receiver? Er versuchte nicht einmal den Ball zu fangen, gab mit seinen 188 Zentimetern nicht einmal die Hände in die Höhe und sprang mit den Armen verschränkt in die Luft – offenbar aus Angst vor den Gegnern. Ziemlich lahm, Herr Bowe!

 

Bernhard Kastler

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