NFL-Vorschau 2011: AFC WEST

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Nicht die San Diego Chargers zogen 2010 in die Postseason ein - sondern die Kansas City Chiefs qualifizierten sich in der AFC West.

Während die Oakland Raiders ebenfalls nicht weit von der Spitze entfernt lagen, schloss Denver als klarer Letzter ab. Nun werden die Karten neu gemischt und es sieht nicht so aus, als würde sich dieses Bild wiederholen.

LAOLA1 wirft einen genauen Blick auf die vier Teams der AFC West:

KANSAS CITY CHIEFS

 

 

Ausgangslage

Es war am Ende schon überraschend, dass die Chiefs in den Playoffs landeten. Das lag allerdings auch eher daran, dass die Chargers mehr an sich scheiterten als an Kansas City. Im Wild Card Game war dann für das Team von Todd Haley ohnehin Schluss, die Baltimore Ravens erwiesen sich als sehr unbeliebter Gegner im Arrowhead Stadium - 7:30 verloren die Chiefs, die erstmals seit 2003 als Division-Sieger in die Playoffs gezogen waren.

Auch wenn es eine Überraschung war, die Leistung darf nicht geschmälert werden: Matt Cassel zeigte, dass er auch ohne Patriots gewinnen kann, und Running Back Jamaal Charles hatte als Running Back ein beachtliches Jahr. Der 24-Jährige musste nur Houstons Arian Foster in der Gesamtwertung den Vortritt lassen, in der Teamstatistik lagen die Chiefs sogar ganz vorne. Ob die Offensive allerdings wieder so erfolgreich ist, bleibt abzuwarten - denn Offensive Coordinator Charlie Weis, er half in diesem Amt bei den Super-Bowl-Triumphen 2002 und 2004 der Patriots mit, ist nicht mehr da.

Prognose

In der Offensive wurde insofern aufgerüstet, als dass Top-Receiver Dwayne Bowe nicht mehr alleine auf weiter Flur ist und Cassel mit Steve Breaston, gekommen von Arizona, sowie Nr.-26-Draft-Pick Jonathan Baldwin mehr Möglichkeiten hat. Die Defensive zeigt sich jung und hungrig.

Wenn das Laufspiel ähnlich erfolgreich wie 2010 ist und das Passspiel durch die Veränderungen verbessert wird, sieht Kansas City wieder einer erfolgreichen Saison entgegen - auch wenn die Chancen, die Chargers in der eigenen Division zu schlagen, gering sind.

LAOLA1-Tipp

Platz 2 in der AFC West.

 

SAN DIEGO CHARGERS

 

 

Ausgangslage

Es war ein wahres Wunder, dass es die San Diego Chargers vergangene Saison nicht in die Postseason schafften - wirklich ein Wunder. Jeweils die beste Offensive und Defensive in der Teamstatistik. In der Passspiel-Verteidigung waren sie ebenfalls die Nummer eins, Philip Rivers warf als Quarterback zudem die meisten Yards. Trotz all diesen Statistiken mussten sich die Kalifornier mit einer 9-7-Bilanz zufrieden geben. Für eine Wild Card war das gegenüber den Ravens (12-4) und den Jets (11-5) zu wenig.

So etwas wird der Mannschaft von Norv Turner wohl nicht noch einmal passieren, zumal die Qualität nach wie vor für jene spricht. Rivers gehört zweifellos zu den Besseren seiner Zunft. Zudem muss der Spielmacher nicht wieder zehn Spiele ohne Anspielstation Vincent Jackson auskommen, der vergangene Saison aufgrund seines Holdouts diese Anzahl an Spielen verpasste.

Prognose

Für die Chargers ist es eigentlich angerichtet: Die Mannschaft ist nach wie vor sehr stark, nur ein Bruchteil der Experten setzt auf einen anderen Division-Sieger als das Turner-Team. Das liegt vermutlich auch darin begründet, dass das Augenmerk in der Offseason auf die Defensive gerichtet werden konnte, um nicht noch einmal so ein blaues Wunder zu erleben.

Alles andere als die Qualifikation für die Playoffs wäre eine wahnsinnige Überraschung, sollte es wieder nicht gelingen, war es definitiv die letzte Saison für Norv Turner. 

LAOLA1-Tipp

Platz 1 in der AFC West.

OAKLAND RAIDERS

 

 

Ausgangslage

Die Raiders belegten in der vergangenen Saison mit acht Siegen und acht Niederlagen den dritten Platz in der AFC West. Ausgeglichen war auch die Performance: In der Pass-Verteidigung und im Laufspiel waren die Kalifornier vorne zu finden, im Passspiel und in der Laufspiel-Verteidigung hinten anzutreffen.

Nach einigen schlechten Jahren war die vergangene Saison wieder einmal ein Schritt nach vorne für die Franchise, die seit 2002 auf den nächsten Einzug in die Playoffs wartet. Die Raiders gehen nach zwei Spielzeiten mit einem neuen Head Coach in die Saison: Offensive Coordinator Hue Jackson hat das Kommando von Tom Cable übernommen. Der Nachfolger Jacksons ist der erfahrene 64-jährige Al Saunders, der zuletzt Konsulent der Ravens-Offensive war.

Prognose

Interessant: Oakland hatte 2010 alle Duelle gegen die Division-Rivalen gewonnen, aber nur zwei gegen die anderen. Das Ziel für Oakland diese Saison muss es sein, eine positive Bilanz zu schaffen. Das wird sich allerdings schwierig gestalten. Jason Campbell wird wohl als Starting-Quarterback die Saison eröffnen. Er wirft solide (13 Touchdowns, 8 Interceptions), aber gilt nicht als der ultimative Winner-Typ. Trent Edwards kam von den Jaguars und wird für Konkurrenzdruck sorgen, in der dritten Runde wurde Terrelle Pryor (Ohio State) gedraftet.

Mit Cornerback Nnamdi Ashomugha verließ der gefragteste Free Agent der kurzen Offseason die Westküste gen Philadelphia. Auch der Verlust von Zach Miller, der 25-jährige Tight End wechselte zu den Seahawks, wird schmerzen. Qualitativ ausgleichen konnten die Raiders diese Verluste nicht. Die Hoffnungen ruhen auch auf den Running Backs Darren McFadden und Michael Bush. Es wird wohl auf das Division-Duell mit den Broncos um Platz drei rauslaufen, dieses wird wohl gewonnen.

LAOLA1-Tipp

Platz 3 in der AFC West.

 

DENVER BRONCOS

 

 

Ausgangslage

Die Broncos belegten 2010 den letzten Platz in der Division, mit der bescheidenen Bilanz von vier Siegen und zwölf Niederlagen. Die wichtigste Frage in der Offseason war jene nach dem startenden Quarterback: Kyle Orton oder Tim Tebow? Die Antwort lautet aktuell Orton, der aber nicht die Lösung für die komplette Saison sein muss.

Zudem hat die Franchise aus Denver gröbere Probleme als diese Frage. Im Laufspiel, in der Pass- und Laufspiel-Verteidigung war die Mannschaft jeweils unter den letzten sieben zu finden. Mit Neo-Head-Coach John Fox soll ein überaus erfahrener Trainer die Broncos zurück zu alter Stärke führen. Der 55-Jährige, der mit den Panthers 2004 in der Super Bowl XXXVIII den Patriots unterlegen war, kam allerdings auch vom schlechtesten Team der vergangenen Saison - eben aus Carolina.

Prognose

Die Broncos wurden generell mit einem neuen Betreuerstab ausgestattet, auch die Defensive wurde umgesattelt. Denver draftete mit Von Miller einen Linebacker an zweiter Stelle, der somit Nummer-1-Anwärter auf den Defensive-Rookie-of-the-year ist. Zudem kehrt Elivis Dumervile nach einer Saison Pause, der Defensive End hatte sich einen Muskelriss zugezogen, zurück und steht nun wieder bereit. Es gilt abzuwarten, ob die Broncos eine bessere Defensive auf den Platz bringen.

Ob offensiv mit Orton nicht auf das falsche Pferd gesetzt wird? Tebow war 2010 der Draft-Pick Nummer 25, kam mit einem Haufen an Titeln und Auszeichnungen aus seiner Zeit bei den Florida Gators nach Colorado - das fehlende Vertrauen in den laufstarken Quarterback könnte nicht gerade förderlich für seine Entwicklung sein. Unabhängig dessen ist eine Steigerung zur Vorsaison zu erwarten, dennoch lautet der...

LAOLA1-Tipp

Platz 4 in der AFC West.

Bernhard Kastler

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