Aufmacherbild

NFL-Vorschau 2011: AFC EAST

Sie gehört aktuell zu den größten Rivalitäten in der NFL, jene zwischen den New England Patriots und den New York Jets. Drei Mal trafen die beiden Franchises der AFC East vergangene Saison aufeinander - und der Trash Talk war dabei ständiger Begleiter. In der Postseason ließen die New Yorker ihren großen Worten aber noch größere Taten folgen und eliminierten das beste Team der Regular Season auf dessen Boden 28:21.

Die Jets mussten sich jedoch im Anschluss im Championship Game den Steelers nach einer desaströsen, weil punktelosen ersten Hälfte 19:24 geschlagen geben und verpassten erneut den Einzug in die Super Bowl. Patriots und Jets werden einen neuerlichen Anlauf auf die Endspiel-Teilnahme nehmen. Von dieser dürfen die Miami Dolphins und die Buffalo Bills, jene Teams, die diese Division komplettieren, wohl nur träumen.

LAOLA1 wirft einen genauen Blick auf die vier Teams der AFC East:

 

NEW ENGLAND PATRIOTS

 

Ausgangslage

Und jährlich grüßt das Murmeltier. Die Patriots sind natürlich auch heuer wieder ein heißer Favorit auf den Gewinn der Super Bowl. Vergangene Saison war die Mannschaft aus Massachusetts die beste der Regular Season, gewann 14 Mal und verlor nur zwei Spiele. In der Postseason war dennoch gleich Schluss – gegen die New York Jets, die man im Dezember zuvor noch 45:3 abschoss.

Seit der Spielzeit 2007/08 mit der bitteren Super-Bowl-Niederlage gegen die New York Giants, die eine Perfect Saison mit ausschließlich Siegen verhinderte, warten die Fans auf eine Saison mit einem Postseason-Triumph. 2008/09 gar nicht dabei – trotz 11-5-Bilanz (!), 09/10 kam das Aus im Wild Card Game gegen die Baltimore Ravens (14:33). Selbstredend, auf was die Patriots heuer aus sind…

Prognose

Die Franchise rund um Superstar-Quarterback Tom Brady geht auch deswegen wieder als hoher Favorit in die Saison, da sie sich in der Offseason wieder verstärken konnte. Der prominenteste Neuzugang heißt Chad Ochocinco. Der Receiver kam von den Bengals und soll neben Wes Welker und Deion Branch zu einer weiteren Hauptanspielstation Bradys werden. In der Defensive konnten die Patriots auch zuschlagen: Defensive Lineman Albert Haynesworth kam von den Washington Redskins, Defensive End Shaun Ellis vom großen Erzrivalen, den Jets.

Schmerzvolle Abgänge gibt es nicht, überraschend wurde noch Safety Brandon Meriweather abgegeben. Pro-Bowler und Guard Brian Waters kam noch dazu. Es ist, wie es ist: Head Coach Bill Belichick und sein Ensemble gilt es heuer wieder zu schlagen. Sie werden sich aber wohl wieder nicht viel mehr als zwei Niederlagen in der Regular Season einfangen. Die Postseason wird sich locker ausgehen, ab dann müssen sie wieder zu alter Playoff-Stärke zurückfinden.

LAOLA1-Tipp

Platz 1 in der AFC East.

 

NEW YORK JETS

Ausgangslange

Und jährlich grüßt das Murmeltier – zumindest zum dritten Mal in Folge. Der wortgewaltige Head Coach  der New York Jets, Rex Ryan, ruft zum Sturm auf den Super-Bowl-Titel aus. Bislang scheiterte die „Gang Green“ in der Ära Ryan zwei Mal kurz vor dem Einzug ins Endspiel, im AFC-Championship-Game. Um das große Ziel 43 Jahre nach dem ersten und einzigen Triumph endlich zu schaffen, wurde wieder aufgerüstet.

In diesem Fall vor allem mit Plaxico Burress. Die Jets verpflichteten damit einen überaus fähigen Receiver, aber auch einen großen Unsicherheitsfaktor: Schließlich war der 34-Jährige 20 Monate in Haft. Burress, 2008 Super-Bowl-Held des Stadtrivalen NY Giants, hatte sich in einem Nachtklub ins Bein geschossen. Wie sehr sich die Jets mit seiner Verpflichtung ins Knie schießen werden, gilt abzuwarten. Er fühle sich, als sei er nie weg gewesen. Der Wahrheitsgehalt wird sich in der Red Zone weisen, denn für Passempfänge in diesem Bereich von Quarterback Mark Sanchez wurde der Receiver geholt. Ebenso wie Derrick Mason (37). Braylon Edwards (49ers) und Universal-Spieler Brad Smith (Bills) mussten hingegen abgegeben werden.

Prognose

Mark Sanchez blickt seiner dritten Saison entgegen, zwei Mal stand er bislang im AFC Championship Game. Nun soll der große Wurf gelingen. Dafür muss sich auch der 24-Jährige steigern. Vergangenes Jahr bekam er eine Steigerung zum Vorjahr schon hin. Shonn Greene muss als Starter auf der Running-Back-Position das gute Laufspiel der Jets fortsetzen, LaDainian Tomlinson ist ein mehr als guter Backup.

Die Verteidigung wurde verjüngt, dafür musste Defensive End Shaun Ellis – zu den Patriots – gehen. Die komplette Offseason-Handlungsweise ist seitens Rex Ryan riskant, dem Head Coach ist es aber zuzutrauen, dass er die richtigen Schritte gesetzt hat. Am Unterhaltungswert sind die Jets Liga-Krösus, hält die Offensive mit den zuletzt gezeigten Defensiv-Leistungen mit, dann könnten die „Flight Boys“ erstmals seit 1969 wieder den ganz großen Coup landen. Dafür braucht es auch nicht Platz eins in der AFC East, denn dieser wird wohl knapp an die Patriots gehen…

LAOLA1-Tipp

Platz 2 in der AFC East.

 

MIAMI DOLPHINS

 

 

Ausgangslage

Die Dolphins haben vergangene Saison mit sieben Siegen und neun Niederlagen die Playoffs verpasst. Wäre die Heimschwäche nicht so eklatant gewesen, wäre sich die Postseason vielleicht ausgegangen – nur ein von acht Malen konnte Miami vor eigenem Publikum gewinnen. Zu wenig, um die Patriots und die Jets in der Division zu schlagen.

In der Offseason zeigten die Verantwortlichen nicht viel Vertrauen in ihre sportlichen Hauptverantwortlichen: Es wurde mit Jim Harbaugh, nun 49ers-Head-Coach, über den Trainer-Job, den Tony Sparano inne hat, gesprochen. Zudem zeigte man Interesse an Broncos-Quarterback Kyle Orton, der scheinbar Chad Henne hätte ablösen sollen. Beides ist nicht geschehen, einen guten Eindruck macht das freilich nicht.

Prognose

In der Defensive haben sich die Dolphins in erster Linie mit Linebacker Kevin Burnett verstärkt, offensiv ist die neue Nummer eins auf der Position des Running Backs Reggie Bush. Ob dieser 16 Spiele so entsprechend marschieren kann, wie erhofft, gilt es allerdings abzuwarten. Zudem sollte Receiver Brandon Marshmall mehr zeigen, als vergangene Saison.

An und für sich ist davon auszugehen, dass sich die Dolphins gegenüber der Vorsaison steigern können. Das Problem: Mit den Patriots und den Jets haben sie zwei Super-Bowl-Anwärter in der eigenen Division, was die Playoff-Teilnahme eher unwahrscheinlich macht. Sollte das der Fall sein, muss sich Tony Sparano wohl wirklich verabschieden.

LAOLA1-Tipp

Platz 3 in der AFC East.

 

BUFFALO BILLS



  

Ausgangslage

Lange, lange ist es her, dass sich die Bills für die Postseason qualifizieren konnten. 1999 war das für den vierfachen Super-Bowl-Teilnehmer - von 1990 bis 1993 verloren sie vier Mal in Folge das Endspiel - bislang das letzte Mal der Fall. Die Chancen stehen nicht nur aufgrund der vorhandenen Konkurrenz in der eigenen Division auch heuer nicht unbedingt gut.

Zu Gute muss Buffalo gehalten werden, dass es 2010 eine wesentlich bessere Bilanz als 4-12 haben hätte können - gegen drei spätere Playoff-Starter wurde in der Overtime verloren, drei Mal unterlag man mit weniger als einem Score Unterschied. Für eine bessere Bilanz sorgen soll der neue Head Coach der Bills, der 59-Jährige Chan Gailey, der zuletzt bei den Kansas City Chiefs Offensive Coordinator war.

Prognose

Die Bills haben die frühe Position im Draft 2011 für die Selektion eines Defensivspielers genutzt, Defensive End Marcell Dareus ist neu dabei. Die Laufspiel-Verteidigung war vergangene Saison die große Achillesferse der Bills, in dieser Kategorie war man Letzer. Das muss sich ebenso verbessern, wie Ryan Fitzpatrick. Für den Quarterback geht es in dieser Saison wohl um seine Zukunft bei den Bills.

Am Free Agent Markt war Buffalo nicht sehr umtriebig, mit Brad Smith wurde von den Jets ein Allrounder verpflichtet - Wide Receiver, Returner, Passgeber in einer Wildcat-Offense, der 27-Jährige kann sicherlich helfen. Die Bills werden eine bessere Saison als die vergangene spielen, aber das Erreichen einer positiven Bilanz ist unrealistisch - Platz vier in der AFC East allerdings nicht.

LAOLA1-Tipp

Platz 4 in der AFC East.


Bernhard Kastler

Mehr zum Thema Zum Seitenanfang»