Teil11: Zeit der Wiedergutmachung

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Liebe Leserinnen und Leser von Laola1.at,

das war der längste Trip nach Salzburg, den wir als Team dieses Jahr unternommen haben. Das Problem war nur, dass wir eigentlich nach Wien mussten. Mit dem Bus um 17:30 Uhr losgefahren und um 21:30 Uhr in Salzburg als Zwischenstation angekommen, hatte das Hochwasser auch am vergangenen Wochenende die Kontrolle über uns. Letztendlich erreichten wir Wien dann um 2:00 Uhr früh und versuchten noch, eine Mütze Schlaf vor unserem schweren Spiel am nächsten Tag zu bekommen.

Das Spiel gegen die Drachen aus Wien war dann auch genau von dem Kaliber, wie wir es erwartet hatten. Ein anfängliches Hin und Her bis kurz vor der Halbzeit wurde jäh unterbrochen durch ein super Field Goal von Clemens Erlsbacher bei auslaufender Uhr. Diese 17:14-Pausenführung gab uns die Chance auf einen Befreiungsschlag.

Wir wussten, dass wir den Ball zur zweiten Halbzeit bekommen würden, und die Chance einen zwei Score Vorsprung zu Beginn des dritten Viertels zu bekommen war einfach zu verlockend. Unsere Offense erzielte nach Wiederankick souverän die benötigten Punkte und wir konnten den Rest des Spiels unseren Vorsprung verwalten. Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft, denn es war schon ungemein schwer, den Fokus auf die Drachen gerichtet zu halten, während ein ganz großes Spiel schon am Horizont auf uns wartete.

Nun müssen wir uns auf die Calanda Broncos vorbereiten, die uns vor genau einem Jahr eine schwere Niederlage zugefügt haben. Niccolo Machiavelli der Politiker und Philosoph sagte einmal: „Zerstöre deinen Gegner total, denn sonst kommt er zurück und rächt sich für die kleinste Verletzung - bei einer richtig schweren aber kann er das nicht mehr.“

Ich habe schon vor einem Jahr gesagt, dass wir zurückkommen werden, und die Broncos uns noch einmal vor die Kanonen laufen werden. Wir wurden damals von einer Armee schwer angeschlagen. Dass wir am Sonntag wieder im Halbfinale auf sie treffen, zeigt, dass sie damals vergessen hatten, uns komplett auszuknocken. Für uns ist es jedoch am Wichtigsten, unser volles Potenzial auszuspielen, und unser „A-Game“ zu bringen, also unser bestes Spiel bis dato.

Es ist im Endeffekt egal, wer uns im Weg steht, denn wenn man der Beste sein will, dann muss man eben auch den Besten schlagen. Das sind im Moment in Europa unangefochten die Calanda Broncos. Wir werden spätestens am Sonntagabend wissen, ob diese Aussage noch Bestand hat oder nicht.

Bis dahin folgen wir dem Leitsatz, dass es keine Notwendigkeit gibt für Rache. Wir müssen uns nur hinsetzen und zurücklehnen. Die, die uns verletzt haben, werden es selbst vermasseln, und wenn wir Glück haben, dann lässt uns Gott dabei zuschauen.

Apropos zuschauen. Das könnt ihr auch. Kommt am Sonntag zahlreich zum Spiel (14:15 Uhr) ins Innsbrucker Tivoli Stadion und unterstützt uns. Und wer verhindert sein sollte, darf auf keinen Fall raidersTV verpassen. Die Übertragung beginnt um 13:30 Uhr auf www.raidersTV.at.

Euer Shuan Fatah.

 

Shuan Fatah ist Head Coach der SWARCO Raiders. Er schreibt exklusiv für Laola1.at. In seiner ersten Saison bei den Tirolern führte er das Team 2011 zum “Double”-Gewinn (Austrian Bowl und Eurobowl). In seiner Laufbahn als Spieler und Trainer hat der gebürtige Berliner 13 Meistertitel gewonnen.

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