Doris Schwaiger verlässt den Beach

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Knalleffekt im heimischen Beachvolleyball: Doris Schwaiger-Robl gibt in Baden überraschend ihren sofortigen  Rücktritt bekannt.

„Baden wird mein letztes Turnier sehr“, erklärt die 29-Jährige unter Tränen. Damit werden die Titelverteidigerinnen auch nicht bei der EM in Cagliari mit dabei sein.

Lang gereifte Entscheidung

Die Entscheidung mag für die Öffentlichkeit überraschend sein, für Doris selbst nicht. „Seit 2010 hatte ich immer wieder Tiefs. Ich konnte mich nur noch schwer über das freuen, was ich immer gerne gemacht habe. Ich habe mir immer wieder Auszeiten genommen, aber es wurde immer schwerer.“

Sie habe ihr Bauchgefühl lange ignoriert. "Das war ein Fehler, weil mittlerweile körperliche Beschwerden dazukommen, die ich nicht mehr ignorieren kann und will. Mit fehlt die Motivation, die ganze Zeit gegen irgendwelche Schmerzen und andere Rückschläge anzukämpfen."

Sie habe es nicht mehr geschafft, bei jedem Wetter und bei jeder Stimmung an die Grenzen zu gehen. "Ich hab es immer versucht, war da auch ziemlich verbissen. Ich wollte es mir nie eingestehen, dass es langsam Zeit ist, aufzuhören."

Bilanz auf der World Tour:

Der verspätete Saisonstart in Prag war ausschlaggebend. "Die Frage, ob ich aufhören soll, habe ich mir schon länger gestellt. In Prag haben wir ein super Turnier gespielt, ich konnte mich aber trotzdem nicht richtig freuen. Ich habe mich dann gefragt, ob es noch Sinn macht.“

Zukunft von Steffi offen

Die Antwort war: NEIN. „Es bringt nichts, wenn man sich da drüberquält. Und ich wollte es auch meiner Schwester nicht mehr antun.“

Die angesprochene Schwester wurde letztlich auch überrascht. Wie es bei der um zwei Jahre jüngeren Steffi nun weitergeht, ist offen. „Ich werde mir eine Auszeit nehmen. Es ist ein einschneidendes Erlebnis und ich nehme mir da jetzt Zeit."

Fix ist, dass die Blockspielerin die EM nicht mit einer anderen Partnerin spielen wird. Wer in Zukunft hinter ihr die Bälle ausgraben wird, ist völlig offen: "Ich habe da auch noch keine Kontakte, weil das für mich nie ein Thema war.“

Karriereende stand schon 2012 im Raum

Viel mehr war auch für Stefanie ein Karriereende bereits denkbar. „Nach Olympia 2012 habe ich gemeint, es wäre ein guter Zeitpunkt, um gemeinsam aufzuhören. Wir wollten dann aber nochmal gemeinsam auf Rio 2016 losgehen.“

Dieses Projekt ist nun vom Tisch. „Ich bin froh, dass ich diese Entscheidung getroffen habe. Es ist die richtige“, meint Doris, die sich auf etwas ganz speziell freut: „Ich habe ab Montag erstmals seit 15 Jahren Sommerferien. Und die werden richtig schön.“

"Ein großer Schock"

In der heimischen (Beach-)Volleyball-Szene sorgt der Rücktritt für Betroffenheit.

"Das ist ein großer Schock", meint ÖVV-Präsident Peter Kleinmann. "Ein schwerer Schlag nicht nur für den österreichischen Volleyball, sondern für den Sport im allgemeinen. Die beiden waren heiße Medaillenkandidaten in Rio 2016."

Aus Baden berichtet Philipp Bachtik

 

 

Turniere

Podest

Top 10

Top 25

Gesamt

123

5

56

110

2003

2

0

0

1

2004

5

0

0

1

2005

13

0

1

7

2006

14

0

3

14

2007

15

0

5

14

2008

16

1

9

16

2009

12

1

8

12

2010

12

1

9

12

2011

13

1

7

13

2012

10

0

5

10

2013

10

1

8

10

2014

1

0

1

1

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