Brasiliens Herren noch ohne Saisonsieg

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Klagenfurt ohne Brasilianer! Nur halb so viel wert?

Anlässlich der EM 2013 wurde Kritik laut, dass mit den brasilianischen und den US-Teams entscheidende Hauptdarsteller fehlen würden.

Bei einem Blick in die Ergebnislisten könnte man in Bezug auf Brasilien die populistische Antwort geben: Na und!

Die Beach-Großmacht ist bei den Herren in dieser Saison keine mehr. Warten doch Brasiliens Männer noch auf einen Sieg auf der World Tour.

Saisonsieger 2014:

"Normal sind die Seriensieger und die Amis und Europäer kommen dann mal dazwischen", ist auch Alex Horst im Gespräch mit LAOLA1.

"Heuer ist es ganz anders, das zeigt, dass es keine schwächeren Teams mehr gibt. Selbst Teams, die aus der Quali kommen, erreichen das Semifinale oder Finale."

In Berlin standen sogar drei Teams aus der Qualifikation am Siegerpodest. Wobei hier mit einem Blick aufs Reglement zurechtgerückt werden muss: Es war je ein Team aus den USA und eines aus Brasilien, die aufgrund der Länder-Quote in die Quali müssen.

Der Vergleich mit der jüngeren Vergangenheit bestätigt jedenfalls den ersten Eindruck: Brasilien hat die Vormacht-Stellung verloren - zumindest vorerst.

Ort Typ Sieger Nation Beste Brasis
Fuzhou Open Nicolai/Lupo ITA 2.
Shanghai Grand Slam Nicolai/Lupo ITA 4.
Puerto Vallarta Open Samoilovs/Smedins LAT 9.
Anapa Open Plavins/Solovejs LAT DNS
Moskau Grand Slam Krasilnikov/Semenov RUS 5.
Berlin Grand Slam Hyden/Bourne USA 3.
Stavanger Grand Slam Dalhausser/Rosenthal USA 2.
Gstaad Grand Slam Dalhausser/Rosenthal USA 2.
Den Haag Grand Slam Fijalek/Prudel POL 3.
Long Beach Grand Slam Dalhausser/Rosenthal USA 5.

Siege 2. 3. Turniere
2014 0 3 2 10
2013 5 4 4 14
2012 4 6 4 12
2011 9 2 3 14
2010 1 6 6 14

Noch 2011 dominierten die Beach-Boys vom Zuckerhut das Geschehen auf den Stränden dieser Welt. Bei 14 Turnieren wurde neun Mal die brasilianische Hymne gespielt.

Aber auch 2013 gab es noch fünf brasilianische Erfolge.

In diesem Jahr steht nach bisher absolvierten zehn Turnieren die Null.

"Problem" ist hausgemacht

Die Gründe? Zum einen hat die Konkurrenz aufgeholt. Immer mehr Verbände setzen auf echte Nationalteams und reisen "breit aufgestellt" zu Turnieren an.

Brasiliens Problem ist aber auch hausgemacht. Der Verband nützt seine neuen - auf Initiative des brasilianischen Weltverbands-Präsidenten eingeführten - Möglichkeiten voll aus und stellt die Teams zusammen.

Vor dieser Saison wurde wieder einmal kräftig durchgemischt. Die Trennung von Emanuel und Alison führte auch zur Zerschlagung des Duos Bruno/Pedro. Die beiden standen 2013 sechs Mal am Siegerpodest und konnten zwei Turniere für sich entscheiden.

Ziel Rio 2016

In dieser Saison wurde Pedro an die Seite von Emanuel gestellt, Bruno verteidigt hinter Alison. Die neuen Teams schafften es zwar drei Mal aufs Podest, aber (noch) nie auf die oberste Stufe.

Noch haben die Brasilianer aber Schonfrist. Denn über allem steht ein großes Ziel: Die Olympischen Spiele 2016 in der Heimat. Da sollen die Gastgeber-Teams ganz oben stehen.

Saison-Ranking 2014:

  Team Punkte
1. Samoilovs/Smedins (LAT) 3.980
2. Dalhausser/Rosenthal (USA) 3.920
3. Herrera/Gavira (ESP) 3.606
5. Bruno/Alison (BRA) 3.450
7. Emanuel/Pedro (BRA) 3.260
17. Ricardo/Alvaro Filho (BRA) 2.300
27. Vitor Felipe/Evandro (BRA) 1.800
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