Reif für die NBA

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Anthony Davis hat am wichtigsten Abend seines bisherigen Basketballer-Lebens gerade einmal einen von zehn Würfen aus dem Feld versenkt.

Man könnte meinen, er hätte versagt. Hat er aber gar nicht.

Denn seine Kentucky Wildcats setzten sich im Endspiel der College-Final-Four mit 67:59 gegen Kansas durch. Darüberhinaus wurde der 19-Jährige zum Outstanding Player des Final-Turniers gewählt.

Defensiv immens wertvoll

Und schlechte Partie hat er auch keine gemacht. 16 Rebounds, sechs Blocks, fünf Assists und drei Steals sind aller Ehren wert.

Nur in der Offensive wollte es eben nicht so recht klappen, weshalb der Freshman seinen Kollegen den Vorrang ließ, sich mehr auf die Defensive konzentrierte.

Einmal mehr bewies der Center seine grandiosen Allrounder-Fähigkeiten, die ihm den Sieg bei sämtlichen relevanten Wahlen zum College-Spieler des Jahres einbrachten.

Blocks wie Camby

Sein Coach John Calipari, der in der NBA die New Jersey Nets trainierte, vergleicht den jungen Mann, der sein erstes Jahr am College absolviert, nur zu gerne mit Marcus Camby.

Doch Davis ist nicht nur ein überragender Shotblocker, seine Qualitäten reichen weit darüber hinaus. Er trägt Fastbreaks in atemberaubender Geschwindigkeit vor, reboundet wie eine Maschine und hat auch aus der Distanz ein sicheres Händchen.

Der späte Wachstumsschub

Diese Qualitäten sind seiner körperlichen Entwicklung geschuldet. Denn der Junge aus Chicago war in der High School kein langer „Lackel“, wie er es mit seinen 2,08 Metern heute ist. Zu Beginn seines zweiten High-School-Jahres war er gerade einmal 1,85 Meter groß.

Dementsprechend ließ ihn sein Trainer als Guard auflaufen. Er sei „der kleine Typ, der die Dreier aus dem Eck geworfen hat“ gewesen, erinnert sich Davis. Doch ein Wachstumsschub ließ ihn zum Forward und Center mutieren.

Der US-Amerikaner paart also die basketballerischen Fähigkeiten eines Guards mit den Größenvorteilen eines Centers.

Ein gewagter Vergleich

Rick Pitino, Trainer von Louisville, wagte nach Kentuckys Sieg im Halbfinale gar den Vergleich mit Celtics-Legende Bill Russell.

Um auch nur annähernd in die riesigen Fußstapfen des elffachen NBA-Champs zu treten, ist es für Davis aber noch ein sehr, sehr weiter Weg. Vorerst muss er es erst einmal in die Profi-Liga schaffen.

Kongenialer Partner

Daran besteht aber eigentlich kein Zweifel. Auch nicht daran, dass er unter den ersten Drei gedraftet wird.

Diese Prognose kann auch für seinen Teamkollegen Michael Kidd-Gilchrist abgegeben werden. Der 18-jährige Small Forward war neben Davis die überragende Figur in Kentuckys Team.

Harald Prantl

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