Was bisher geschah...

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Was bisher geschah - der Playoff-Überblick

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Die NBA-Playoffs sind in vollem Gange.

Einige Teams stehen bereits am Rande des Abgrunds, während manche Serien nach wie vor für Hochspannung sorgen.

LAOLA1 wirft nach den ersten zwei bzw. drei Spielen jeder Serie einen Blick auf den bisherigen Verlauf und präsentiert den Schlüssel zum Aufstieg:

Oklahoma City Thunder - Houston Rockets 2:0

Bitter, bitter, bitter für die Thunder. Wie erwartet startete der Einser-Seed mit zwei Siegen in die Homecoming-Serie von James Harden.

Mit Russell Westbrooks Verletzung in Spiel zwei begleitete die Führung aber ein gigantischer Wermutstropfen. Ein übermotiviertes Einsteigen von Rookie Patrick Beverley, der zum Steal ansetzte, während Westbrook an die Seitenlinie zum Timeout dribbelte, verursachte eine Meniskusverletzung beim Star-Guard.

Nach der fälligen Operation wird "RWB", der bisher weder auf der High School, noch auf dem College, noch in der NBA auch nur ein einziges Spiel verpasste, auf unbestimmte Zeit ausfallen - ein Comeback in einer späten Phase der Playoffs ist je nach Heilungsverlauf möglich.

Die große Frage lautet nun: Können die Thunder ohne ihren Motor überleben? Mit Reggie Jackson und Derek Fisher ist der Vorjahres-Finalist auf der Eins nicht unbedingt tief besetzt, der Trade von Eric Maynor nach Portland könnte GM Sam Presti nun in den Rücken fallen.

In Spiel drei werden alle Augen auf Kevin Durant gerichtet sein. Von ihm werden die meisten Zuseher erwarten, das Spiel an sich zu reißen - das weiß aber auch Rockets-Cheftaktiker Kevin McHale.

Miami Heat - Milwaukee Bucks 3:0

Exakt wie erwartet läuft die Serie zwischen dem besten und schlechtesten Playoff-Team der Regular Season. Die Heat ziehen in einer beliebigen Phase des Spiels für zehn Minuten die Daumenschrauben an und entscheiden das Spiel für sich.

Mal früher, mal später - der ausschlaggebende Run scheint nur eine Frage der Zeit zu sein. Auch wenn die Bucks alles geben und durchaus hart spielen, ist der Talentunterschied der beiden Teams nur schwer zu übersehen.

Die Serie ist zwar bereits gelaufen, die Bucks werden aber versuchen, sich mit möglichst viel Würde und nach Möglichkeit auch mit einem Sieg aus der Affäre zu ziehen. Dafür muss sich aber etwas gravierend ändern.

Am wahrscheinlichsten scheint eine ausgefallene taktische Maßnahme von Head Coach Jim Boylan. Ultra-Small-Ball mit einem Forward als Center und der Hoffnung auf einen Wurf-Lauf wäre genauso möglich wie ein neues Defensiv-Konzept gegen LeBron James.

San Antonio Spurs - Los Angeles Lakers 3:0

Ach, was wäre wenn... - ein Satz, den man im violett-gelben Teil von Los Angeles in den nächsten Tagen und Wochen wohl öfter hören wird.

Die Spurs haben leichtes Spiel mit den Lakers, was nicht zuletzt auf das Fehlen von Kobe Bryant und Steve Nash zurückführen ist. Wenngleich sich das Fehlen der Stars stark bemerkbar macht, ist es nicht das einzige Problem der Kalifornier.

Tim Duncan, Tony Parker und Co. nützen in der Offense immer wieder Sekundenschlaf-artige Aussetzer und halbherzige Aktionen von vermeintlichen Top-Verteidigern wie Dwight Howard und Metta World Peace.

Vor allem in Spiel drei, in dem die Lakers verletzungsbedingt gleich auf vier Guards (Bryant, Nash, Jodie Meeks und Steve Blake) verzichten mussten, spazierten Parker und Co. zu 120 Punkten. Nach der höchsten Playoff-Niederlage der Franchise-Geschichte fasste Earl Clark die Lage prägnant zusammen: "Verdammt, das ist mies."

New York Knicks - Boston Celtics 3:0

Überraschend deutlich, die Zweite. Die Knicks wachsen defensiv über sich hinaus und sorgen damit dafür, dass die Celtics ihrer reichen Playoff-Geschichte neue Minus-Rekorde hinzufügen. In Spiel eins war es das punkteärmste Viertel, in Spiel zwei die punkteärmste Halbzeit - beide Male wurden dadurch ordentliche erste Halbzeiten zunichte gemacht.

Ausschlaggebend dabei waren unter anderem starke Defense-Leistungen der Knicks-Rollenspieler. Flinke Steals von Pablo Prigioni und Jason Kidd und saftige Blocks von Kenyon Martin machten Kevin Garnett und Co. in den entscheidenden Minuten den Garaus.

Will Boston das Unmögliche möglich machen und die Serie drehen, liegt der Schlüssel auf der Hand: Offense, Offense, Offense. Das derzeitige, primär auf statisches Spiel und Paul Pierce ausgelegte Konzept funktioniert offenkundig nicht. Zudem müssen die Celtics sorgfältiger mit dem Ballbesitz umgehen, eine Turnover-Differenz von 16 zugunsten der Knicks ist Playoff-Spitzenwert.

Denver Nuggets - Golden State Warriors 1:2

Das einzige Duell, in dem sich bisher eine echte Überraschung anbahnt. Angeführt von einem entfesselten Stephen Curry entschieden die Warriors zwei Highscoring-Games in einem ihren Namen angepassten Stil für sich. Die Teams sind sich weitgehend ebenbürtig - es ist kein Zufall, dass zwei der drei Spiele mit zwei Punkten Unterschied entschieden wurden.

Den Weg in die zweite Runde haben sich beide Teams in den jeweiligen siegreichen Spielen vorgezeichnet, gravierende Änderungen sind nicht vonnöten. Die "Dubs" müssen sich wie gehabt auf ihre prächtige Wurfleistung verlassen und hoffen, dass Currys als Glasknöchel verschriene Gelenke der Belastung standhalten.

Die Nuggets müssen sich auf ihre Qualitäten zurückbesinnen und das Team den Star sein lassen. Nach Andre Millers herausragendem Spiel eins kann man George Karl nur schwer einen Vorwurf machen, seinen Veteran auch in der dritten Partie zeitweise zum Mittelpunkt des Spiels zu machen.

In Anbetracht des Riesen-Spiels von Ty Lawson scheint aber jede Possession, bei der der völlig desolat agierende Miller den Ball aus der Nähe betrachten durfte, verschwendet. Zudem lässt die Defensiv-Leistung der Nuggets-Center Kosta Koufos und Javale McGee bereits die ganze Serie zu Wünschen übrig, sodass in Spiel drei der nur 2,03m große Wilson Chandler an der Fünf startete.

Indiana Pacers - Atlanta Hawks 2:0

Ja, auch diese Serie existiert. Im Schatten der aufregenden Matchups liefern sich die Pacers und Hawks ein Duell, das erwartungsgemäß verläuft - und gleichzeitig völlig überraschend. Wie zu erwarten war, ließ sich der dritte Seed die Butter auf dem heimischen Court nicht vom Brot nehmen.

Nicht zu rechnen war allerdings mit der Offensiv-Power der Pacers. Waren sie mit 94,7 Punkten pro Spiel in der Regular Season nur müde Nummer 23, sind sie mit 110 Zählern pro Partie nun das drittbeste Team der noch sehr jungen Playoffs.

Einen großen Anteil daran hat Most Improved Player Paul George, der in Spiel eins mit einem Triple-Double ein kräftiges Ausrufezeichen setzte und seinen eigenen Playoff-Rekord im zweiten Spiel mit 27 Punkten gleich überbot.

So sehr sich der 22-Jährige Lorbeeren auch verdient hat, muss man der Defense der Hawks einen Vorwurf machen. Nach 82 Saisonspielen dürfte man abseits des Balles durchaus koordinierter und geschlossener agieren, dazu schleichen sich immer wieder kostspielige Fehler ein. Gegen einen George in dieser Form gewinnt man so keine Serie.

Los Angeles Clippers - Memphis Grizzlies 2:1

Noch hat kein Team seinen Heimvorteil aus der Hand gegeben. Nach zwei Clippers-Siegen im Staples Center (einer davon nach einem herausragenden Buzzer-Beater von Chris Paul) schlugen die Grizzlies auf heimischem Boden zurück.

Mit Defense und Einsatz - den Qualitäten, die vor der Serie als größter Pluspunkt von Marc Gasol und Co. galten - übernahmen sie das Kommando und würgten Superstar Paul sowie dessen Ersatzmann Eric Bledsoe völlig ab.

Die Marschrichtung für die kommenden Spiele ist damit für beide Teams klar. Die Grizzlies müssen versuchen, ihr Patentrezept abermals umzusetzen und sowohl am Rebound, als auch in der Zone zu regieren und den Backcourt der Clips dabei nicht zur Entfaltung kommen lassen.

Blake Griffin und Co. müssen sich indes am Riemen reißen, aufstehen und ihren Kontrahenten die Stirn bieten. Ein weiteres Blackout von CP3 wie in Spiel drei wird wohl ausbleiben, aber der Point Guard kann nicht alles im Alleingang erledigen. Gut, kann er - aber er sollte es nicht müssen.

Brooklyn Nets - Chicago Bulls 1:2

Die Bulls sind auf ihre Defense angewiesen. Das wusste man schon, in Spiel eins machten die Nets diese Tatsache aber überdeutlich. In Abwesenheit des verletzten Joakim Noah nahmen Deron Williams und Brook Lopez das Team aus Illinois fein säuberlich auseinander.

In Spiel zwei und drei war die Bulls-Verteidigung wieder eine klassische der Marke Tom Thibodeau. Statt 106 Zählern ließ man nur 82 bzw. 76 zu, die Offense-Effizienz der Nets war mit 62,2 Punkten pro 100 Possessions (Letzter der Regular Season: Wizards 97,8 pro 100!) ebenso wie die Wurfquote (35,4% und 34,6%) schlicht und ergreifend grausam. Tiefpunkt war ein 1-von-26-"Lauf" in Spiel drei.

Auch hier liegt die Devise für beide Teams auf der Hand: Mehr. Punkte. Machen. Die Nets haben bereits bewiesen, dass sie es können - hilfreich wäre es, wenn ein Spieler, der nicht auf den Namen Williams, Lopez, Johnson oder Watson hört, die Offense mitträgt.

Die Offense-Schwierigkeiten der Bulls sind in 82 Regular-Season-Box-Scores ausreichend dokumentiert - trotzdem ist auch hier noch Luft nach oben. Carlos Boozer muss seine Form halten, Noah und Luol Deng in Ballbesitz etwas effizienter werden.

 

Martin Schauhuber

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