Und es kam doch wie erwartet

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So fulminant und spektakulär die diesjährigen NBA-Playoffs begannen, so fulminant und spektakulär versprechen sie auch in die Endphase zu gehen. In den Conference Finals kommt es jeweils zum Traumfinale zwischen den beiden besten Teams der Regular Season.

Im Westen steigt die Neuauflage der West-Finals von 2012 zwischen den topgesetzten San Antonio Spurs und den Oklahoma City Thunder. Eigentlich sind die Texaner zu favorisieren, aber in der Saison gelang Kevin Durant & Co. der "Sweep" und auch vor zwei Jahren setzte sich OKC durch.

Auch im Osten kommt es zu einer Revanche. Die Indiana Pacers und Champion Miami Heat stehen sich, wie im Vorjahr, erneut in den Conference Finals gegenüber. Allerdings genießen diesmal die Pacers, die nach einigen internen Schwierigkeiten doch noch rechtzeitig auf Touren zu kommen scheinen, den Heimvorteil.

Welchen Teams gelingt der Sprung in die NBA Finals? LAOLA1 blickt auf die Matchups:

INDIANA PACERS (1) - MIAMI HEAT (2)

Ausgangslage:

Seit der Niederlage im siebenten Spiel der letztjährigen Conference Finals gegen die Miami Heat, brennen die Indiana Pacers auf Revanche. Dem Traum vom NBA-Final-Einzug ordneten die Mannen aus Indianapolis in diesem Jahr alles unter. Abgesehen vom mentalen "Breakdown" und der damit in Verbindung stehenden sportlichen Krise, sind die Pacers drauf und dran, ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen. Oder gibt es dafür eine bessere Ausgangs-Position als Heimrecht in den Conference Finals?

Auch das Veteranen-Ensemble der Brooklyn Nets war für die Miami Heat alles andere als ein Hindernis. Das Team aus Florida "cruist" zwar nicht mehr wie in der Regular Season durch die Spiele, so richtig gefordert wurde der Champion aber bislang auch nicht. Das wird sich jetzt zweifelsohne ändern, die Eastern Conference hat ihr mit Spannung erwartetes Traum-Finale.

 

Bisherige Duelle:

Brennpunkte:

  • Roy Hibbert

    Zunächst als "Agent Doppel Null" durch den Kakao gezogen, wirkt Roy Hibbert, das Herzstück der Indiana-Defense, seit dem gemeinsamen Angel-Trip mit seinen Team-Kollegen Paul George und George Hill wie ausgewechselt. In der Conference-Semifinal-Serie gegen Washington war von den Problemen um den Pacers-Big-Man kaum noch was zu sehen. Doch war es wirklich der Angel-Trip, oder war es viel mehr das bessere Matchup? Der Wizards-Front-Court um Nene und Marcin Gortat ermöglichte es Hibbert näher am eigenen Korb zu operieren als Sportkamerad Pero Antic (Atlanta) in der Serie zuvor, was sich positiv auf die Team-Defense auswirkte. Nun wartet aber mit Chris Bosh erneut ein Gegenspieler, der eher als Schütze, denn als Post-Geiger bekannt ist. Auch wenn es den Heat dadurch gelingt Hibbert und der Pacers-Defense den Zahn zu ziehen, kann der 2,18-Meter-Hühne in der Offensive immer noch zum Faktor werden. 14 Punkte pro Spiel erzielte der Pivot in dieser Saison gegen Miami. Nur gegen Toronto, Phoenix und Milwaukee war Hibbert durchschlagskräftiger, doch die Heat könnten mit Greg Oden kontern oder mit Udonis Haslem überraschen.

  • Unterschiedliche Systeme

    Seit der Final-Niederlage gegen Dallas im Jahr 2011 feilte Heat-Coach Erik Spoelstra unermüdlich am Spielstil seines Teams. "Pace & Space", positionsloser Basketball und eine gefürchtete Trap-Defense sind drei der Charakteristika des miamischen Systems, der Grundlage zweier Meisterschaften. Etwas traditioneller hält es Pacers-Coach Frank Vogel, der mit Hibbert und David West über zwei herausragende Big-Man im klassischen Sinn verfügt, die für die beste Defense der Liga hauptverantwortlich sind. Die große Achillesferse der Mannen aus Indianapolis bleibt jedoch die Offense, die vergleichsweise varianten- und bewegungsarm ist, mit mangelhaftem Spacing daherkommt und zu sehr auf Isolations von Paul George vertraut. "Defense wins championships", aber ohne Offense keine Serie. Miami kann hinten genug und vorne mehr als Indiana.

  • Erstmals gefordert

    Der Weg in die Conference Finals hätte für beide Teams nicht unterschiedlicher verlaufen können. Während die Pacers zum Auftakt gegen Atlanta über sieben harte Spiele gehen mussten und auch die Wizards (4:2) sich nicht gerade als "Jausen"-Gegner erwiesen, wurden LeBron James & Co. gegen die Charlotte Bobcats (4:0) und die Brookly Nets (4:1) kaum gefordert. Das wird sich nun ändern, denn die Pacers sind für die Duelle gegen die Heat "gebaut" und werden dem Team aus Florida alles abverlangen. Der Champion hat jedoch in den vergangenen Jahren mehrfach bewiesen, dass er im Stande ist, den Schalter umzulegen und in den wichtigen Momenten zur Bestform aufzulaufen. Gelingt es erneut?

Datum
Heim Gast Ergebnis
10.12.
PACERS Heat 90:84
18.12.
HEAT Pacers 97:94
26.3.
PACERS Heat 84:83
11.4.
HEAT Pacers 98:86

SAN ANTONIO SPURS (1) - OKLAHOMA CITY THUNDER (2)

Ausgangslage:

Nach einer mehr als engen Auftakt-Serie gegen die Dallas Mavericks zeigten die San Antonio Spurs spätestens in der Semifinal-Serie gegen Portland warum sie auch heuer wieder als großer Favorit auf den Titel gelten. In der Regular Season offenbarten die Texaner jedoch ungewohnte Schwächen gegen die elitären Teams der NBA. Beispiel gefällig? Gegen die Thunder hatten die Spurs in sämtlichen vier Spielen das Nachsehen.

Die schlechte Nachricht zuerst. Die Oklahoma City Thunder müssen in der entscheidenden Phase des Jahres erneut auf einen wichtigen Leistungsträger verzichten. Nachdem im Vorjahr Point Guard Russell Westbrook mit Knieverletzung ausschied, fehlt den Thunder ab sofort "Ringbeschützer" Serge Ibaka verletzungsbedingt. Doch OKC ist mannschaftlich wieder einen Schritt weiter als im Vorjahr und hat mit Kevin Durant den "wertvollsten Spieler" in den eigenen Reihen. Ob es reicht?

 

Bisherige Duelle:

LAOLA1-Tipp:
Bell Preusser Schauhuber Schmidt
4:2 HEAT 4:2 HEAT 4:2 HEAT 4:3 HEAT

Brennpunkte:

  • Verletzungen

    Dass Verletzungen Playoff-Serien entscheiden können ist kein Geheimnis. Der Ausfall von Power-Forward Serge Ibaka wiegt für Oklahoma City besonders schwer. Der spanische Nationalspieler fungiert bei den Thunder gemeinsam mit Kendrick Perkins als Defensiv-Anker und "Ringbeschützer". Mit 2,7 Blocks pro Spiel rangiert er ligaweit diesbezüglich hinter Anthony Davis (New Orleans) auf Rang zwei. Der 24-Jährige arbeitet zudem unermüdlich an den Brettern (8,8 Rebounds), ist in der Offensive (15,1 Punkte) längst die verlässliche dritte Scoring-Option hinter Kevin Durant und Russell Westbrook und wird mehr und mehr zum Stretch-Vierer. Die Thunder müssen damit erneut ohne einen ihrer wichtigsten Spieler auskommen. Zwar ist OKC in einem Jahr weiter gewachsen, jedoch kann kein Team den Ausfall von einem seiner drei besten Spieler kompensieren. Apropos: Die Spurs bangen um Tony Parker, der an einer Oberschenkel-Blessur laboriert. Mit ihm steht und fällt das Spiel der Texaner. Es deutet jedoch viel darauf hin, als könne der Franzose spielen, womit der Vorteil bei San Antonio bleibt.

  • Sticht die Durantula?

    Kevin Durant spielt die Saison seines Lebens, die die Association kürzlich mit dem "Most-Valuable-Player"-Award honorierte. Es ist daher unschwer zu erraten, worauf Gregg Popovich seine Verteidigungs-Strategie anpassen wird. Den gegnerischen Superstar einzudämmen gelang den Spurs im übrigen schon in Runde eins gegen Dallas (Nowitzki) und in Runde zwei gegen Portland (Aldridge). Durant wird aber trotzdem einen Weg finden müssen, dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken, denn das gesamte Spiel der Thunder ist auf den Superstar und seinen kongenialen Partner Russell Westbrook ausgelegt. Die wenig variantenreiche Offense baut zur Gänze auf dem OKC-Scorer-Duo auf, das offene Würfe ermöglichen, zumindest aber Lücken in der Defense reißen, soll. Doch welche Antwort hat Thunder-Coach Scott Brooks parat, wenn Plan A nicht klappt? Das Coaching-Matchup gegen Popovich ist jedenfalls nur schwer zu gewinnen, auch weil die Rollen- und Bankspieler der Spurs besser sind als ihre Gegenüber. Man hat fast das Gefühl jeder Popovich-Schützlng kann eine Serie entscheiden. 
  • Angstgegner

    Neben "Allzweckwaffe" Durant und der (jugendlichen) Athletik spricht auch die psychologische Komponente für Oklahoma City. Die Thunder gingen in sämtlichen vier Regular-Season-Duellen mit San Antonio als Sieger vom Parkett und auch die jüngste Playoff-Serie zwischen den beiden Teams endete zugunsten von Durant & Co. In den Western Conference Finals 2012 hieß es - trotz einer 2:0-Führung der Spurs - am Ende 4:2 für Oklahoma. Es ist außerdem gar nicht das Jahr San Antonios. Die Texaner heimsten alle ihre Titel in "ungeraden" Jahren ein (1999, 2003, 2005, 2007). Demzufolge hätte jedoch auch im Vorjahr der Titel herausspringen "müssen" und da kam es ja bekanntlich anders.

Datum
Heim Auswärts Ergebnis
27.11.
THUNDER Spurs 94:88
21.12.
Spurs THUNDER 100:113
22.1.
Spurs THUNDER 105:111
3.4.
THUNDER SPURS 106:94

Kevin Bell

LAOLA1-Tipp:
Bell Preusser Schauhuber Schmidt
4:2 SPURS 4:3 SPURS 4:1 SPURS 4:2 SPURS
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