Der Lockout in der NBA ist perfekt

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Die Austragung der nächsten NBA-Saison ist völlig offen.

Wie am Donnerstagabend bekannt wurde, konnten sich Vertreter der NBA und der Spielergewerkschaft (NBPA) nicht auf einen neuen Tarifvertrag einigen.

Keine Gehälter

Damit ist der erste NBA-Lockout seit 13 Jahren perfekt.

Die Profis werden von ihren Vereinen ab Freitag ausgesperrt und bekommen keine Gehälter mehr.

Kontakte zwischen Spielern und ihren Clubs sind verboten, da die seit 2005 geltende Tarifvereinbarung um Mitternacht (New Yorker Zeit) ausläuft.

Liga will viel sparen, Spieler wenig

Die Liga will sparen, so sollen über 20 Teams in der abgelaufenen Saison ein Minus von rund 300 Millionen Dollar erwirtschaftet haben.

Die Spieler dagegen meinen, nur zehn Teams würden rote Zahlen schreiben, und wehren sich gegen geplante Einsparungen von bis zu 800 Millionen.

Stern glaubt an eine befriedigende Lösung für alle: Die Liga soll die bestbezahlte bleiben, dennoch sollen alle Teams schwarze Zahlen schreiben können, damit die NBA ausgeglichener und spannender wird.

Die Klub-Besitzer wollen/schlagen vor:

* einen "flex cap" von 62 Millionen Dollar, der zwar etwas höher als der bisherige salary cap von 58 Mio. ist, dafür aber strikt eingehalten werden muss und daher auch die "luxury tax" (Steuer für Überschreitung des caps) beseitigt.

* eine 2-Milliarden-Dollar-Garantie pro Jahr für die Spieler für eine Kollektivvertragsdauer von zehn Jahren - was zwar nur eine recht kleine Verringerung des bisherigen Betrags von 2,17 Milliarden bedeutet, aber den "Basketball bezogenen Gewinnanteil" der Spieler aufgrund von erwarteten Mehreinnahmen in zehn Jahren von 57 auf rund 40 Prozent verringern könnte.

* 8 Prozent der Gehälter von 2010/11 behalten, da dies der Betrag ist, der das 57-Prozent-Limit übersteigt. Die Spieler sind freilich dagegen.

* eine maximale Vertragslänge von drei Jahren für Spieler, die bei einem neuen Verein unterschreiben (bisher fünf), und von vier Jahren, die bei ihrem Klub verlängern (bisher sechs).

* die Abschaffung von sign-and-trades, um Spieler an ihren Klub zu binden.

* niedriger dotierte Rookie-Verträge.

* eine zehnjährige Vertragsdauer, die Spieler nur fünf Jahre, was mit den neuen TV-Verträgen zusammenfallen würde.


Die Spieler wollen/schlagen vor:

* eine Gehaltsreduktion von 100 Mio. Dollar pro Jahr über fünf Jahre, dafür wollen sie weiter einen "soft cap", garantierte und lange Verträge.

* eine Änderung der Gewinn-Verteilung: Große Märkte wie New York und L.A. können viel mehr Einnahmen lukrieren als kleine Märkte, wodurch ein Ungleichgewicht entsteht.

* eine größere Sign-Trade-Flexibilität.

* das Alterslimit wieder auf 18 reduzieren.

* eine Änderung der Regeln zur Restricted Free Agency.

* Eingeständnisse bei Ausnahmeregelungen zu Gunsten der Klubs.

* einen Beitrag zu Arenen-Bau bzw. -Instandhaltung leisten.

* ein neutrales Schiedsgericht für alle disziplinären Strafen Spiele betreffend - bislang kann das nur ab einer Sperre von zwölf Spielen angerufen werden.


Sollten sich die beiden Parteien nicht einigen können, droht im schlimmsten Fall die gesamte Saison auszufallen.

Zuletzt wurde die Saison 1998/99 wegen Tarifstreitigkeiten erst im Februar begonnen und die Regular Season von 82 auf 50 Spiele verkürzt.

Hoffnung bleibt bestehen

Für die Fans bleibt zu hoffen, dass es die Verhandlungspartner nicht darauf ankommen lassen.

Immerhin vereinbarten beide Seiten nach NBPA-Angaben ein erneutes Treffen "in naher Zukunft", in dem der Abschluss eines neuen Vertrages gelingen könnte.

Die Trainingscamps beginnen erst Anfang September, der Ligastart ist für Mitte Oktober angesetzt. Bis dahin können sich beide Seiten doch noch einigen.

Zunächst ruht aber der komplette NBA-Betrieb.

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