Der tiefe Fall der Dallas Mavericks

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Für die Dallas Mavericks ist die Saison zu Ende.

Erst als dritter Titelverteidiger müssen sich die Texaner in der ersten Runde aus den Playoffs verabschieden. Und das gleich mit einem Sweep.

Gegen die Oklahoma City Thunder setzte es vier Niederlagen in Folge - der bezeichnende Schlusspunkt für die gescheiterte „Mission Titelverteidigung“.

Die Gründe dafür sind mannigfaltig. LAOLA1 findet einige:

Die Personalpolitik

In der Sommerpause musste Besitzer Mark Cuban wichtige Stützen ziehen lassen. Tyson Chandler, der heuer zum besten Defensivspieler ausgezeichnet wurde, war der namhafteste Verlust. Auch J.J. Barea, der eine wichtige Rolle in den Playoffs und vor allem im Finale spielte, wurde nur ein Einjahresvertrag angeboten. Für den Puerto Ricaner war das „enttäuschend“ und er entschied sich letztlich für ein Vierjahres-Engagement bei den Minnesota Timberwolves. Auch weitere Stützen wie Caron Butler und DeShawn Stevenson verließen das Team nach dem Titelgewinn. Als Ersatz für diese Abgänge wurden Spieler verpflichtet, die schon lange über ihrem Zenit sind. Vince Carter ist hierfür das Paradebeispiel. Der Titel der schlechtesten Personalentscheidung geht aber an die Verpflichtung von Lamar Odom. Dieser durchlebte eine enorm schwierige Offseason, in der sein Cousin erschossen wurde und er Insasse eines Wagens war, der einen Jugendlichen überfuhr und tötete. Von dieser erholte sich der „Best Sixth Man“ von 2011 nicht und konnte zum Spiel der Mavericks nichts Wertvolles beitragen.

Das hohe Alter

Die Mavericks sind mit Abstand das älteste Team der Liga. Das machte sich auch in der Serie gegen Oklahoma City bemerkbar. Gegen ein ungewöhnlich junges und frisches Team waren die Mavericks zu langsam und kamen oft einen Schritt zu spät. Vor allem die Guards Jason Kidd (39) und Jason Terry (34), die positionsbedingt auf Flinkheit angewiesen sind, sahen kein Licht gegen die 23-jährigen Russell Westbrook und James Harden. So sehr die San Antonio Spurs heuer beweisen, wie man mit alten und erfahrenen Spielern Erfolg haben kann, so sehr zeigen die Mavericks die Nachteile des hohen Altersschnitts auf. Die NBA-Opas mussten der durch den Lockout verkürzten Saison Tribut zollen und wirkten ausgelaugt wie nie zuvor.

Die One-Man-Show

Wie so oft konnte in Spiel vier niemand mit Dirk Nowitzki mithalten. Der Deutsche musste viel zu oft den Alleinunterhalter für die Texaner machen. Er hatte zwar Teamkollegen wie Delonte West, die mit einiger Zuverlässigkeit in den Korb treffen, aber wenn es darauf ankommt, musste fast immer „Dirkules“ ein Riesen-Spiel abliefern. Nowitzki war in allen vier Playoff-Spielen der Topscorer der gestürzten Champions und brachte das Problem auf den Punkt: „Wenn man in dieser Liga ein Elite-Team sein will, muss man mindestens zwei oder drei Spieler haben, die das Spiel immer an sich reißen können. Sie hatten einfach mehr Waffen als wir.“ Dass ein Held alleine nicht reicht, erfahren auch die New York Knicks derzeit auf die harte Tour. Dort erleidet Carmelo Anthony ein ähnliches Schicksal wie Nowitzki.

Die schwachen Endphasen

Crunch Time? Ein Begriff, den in Dallas kaum einer kennt. Im entscheidenden vierten Viertel zogen die Mavericks mit Ausnahme des dritten Spiels, in dem schon alles entschieden war, den Kürzeren. Die ersten zwei Spiele wurden gar erst in den Schlusssekunden entschieden. Während die Thunder ihre entscheidenden Würfe verwerteten, ließen die Mavs aus und verloren zwei Spiele mit insgesamt drei Punkten Unterschied. Im letzten, entscheidenden Spiel verschlief der Titelverteidiger das Schlussviertel gar komplett. Zehn Minuten vor Ende des Spiels schien das Spiel dank einer 86:73-Führung entschieden. Ein Irrtum – ein 23:5-Lauf der Thunder besiegelte das vorzeitige Ausscheiden. Auch im ersten Spiel wurde ein 92:85-Vorsprung aus der Hand gegeben.

Martin Schauhuber

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