Güssings Heard in Wien brutal attackiert

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Die Carefuel Güssing Knights sind das Team der Stunde in der ABL.

Mit nur zwei Legionären im Kader wurden in den ersten drei Runden drei Siege eingefahren. Die Südburgenländer, bislang in der Endtabelle noch nie besser als Neunte, sind Tabellenzweiter.

In der vergangenen Woche wurde Lokalrivale Fürstenfeld in einem packenden Sky-Live-Spiel nach Verlängerung bezwungen, am Montag setzte es mit 62:76 (Spielbericht) im Derby gegen die Oberwart Gunners die erste Saison-Niederlage.

Große Euphorie herrschte in der "Ökostadt" - allerdings nur bis Donnerstag Vormittag.

Durch einen tragischen Vorfall hat sich die Stimmung um 180 Grad gedreht, Betroffenheit und Niedergeschlagenheit machte sich breit:

US-Legionär Marcus Heard wurde am trainingsfreien Mittwochabend in Wien beim Fortgehen auf das Brutalste attackiert und bangt nun sogar um seine Karriere.

 

Brutal gegen das Knie getreten

Der 26-jährige Power Forward war mit Teamkollegen in einem Lokal unterwegs, als er vor der Toilette von zwei Mädchen angesprochen und nach seiner Nummer gefragt wurde.

Plötzlich wurde er von der Seite von einem offenbar eifersüchtigen Mann mit einem Schlag angegriffen, ein Handgemenge wurde aber relativ rasch aufgelöst, Heard von der Security nach draußen geführt.

Die Situation schien bereinigt, doch als der 2,01 Meter große Hüne noch seine Jacke von der Garderobe holen wollte, kam ihm der Kontrahent entgegen.

Der Übeltäter, möglicherweise ein Kampfsportler, trat Heard brutal gegen das Knie und trat die Flucht an, bevor die Polizei eintraf.

Karriere in Gefahr

Hoffte man anfangs in Güssing noch, dass Heard - bereits das dritte Jahr ein Knight - schon im Jänner wieder spielen könnte, wurde bei einer Untersuchung das erschütternde Ausmaß der Verletzung bekannt.

Kreuzband, Innenband, Seitenband, Meniskus, ja sogar Sehnen der Oberschenkelmuskulatur sind gerissen.

Ob Heard je wieder Leistungssport betreiben kann, ist offen. Für die aktuelle Saison fällt er auf jeden Fall aus.

Charakterlich top

Der charakterlich einwandfreie US-Amerikaner ist über jeden Zweifel erhaben, in Güssing ist man davon überzeugt, dass er an dem Disput völlig unschuldig ist.

"Marcus ist ein super Typ, sehr besonnen und hat sich bislang nichts zu Schulden kommen lassen, außer vielleicht einen Strafzettel wegen Falschparkens", legt Coach Robert Langer für "Heardy" die Hand ins Feuer.

Die Güssinger setzen nun alles daran, einen guten Arzt für die Operation zu finden und die Ausforschung des Täters voranzutreiben.

Den Knights steht eine schwierige Zeit bevor. "Die Burschen sind völlig niedergeschlagen und können sich schwer auf das Sportliche konzentrieren", so Langer.

 

Hubert Schmidt

 

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