72. Sieg für Loeb, Stohl krönt Comeback mit WM-Punkt

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Citroen jubelt am anderen Ende der Welt über einen Doppel-Sieg.

Weltmeister Sebastien Loeb (FRA) sichert sich bei der Neuseeland-Rallye seinen 72-WM-Sieg und verweist Teamkollege Mikko Hirvonen (FIN) um 29,6 Sekunden auf Rang zwei. Ford-Werkspilot Petter Solberg wird mit über eineinhalb Minuten Rückstand Dritter. Manfred Stohl freut sich über einen WM-Punkt.

Stohl erreicht das Ziel

Ende gut, alles gut. So lässt sich der Einsatz von Manfred Stohl und Co-Pilotin Ilka Minor in ihrem ersten WM-Lauf seit der Wales-Rallye 2007, praktisch ohne Vorbereitungszeit zusammenfassen. Das Duo springt in Neuseeland kurzfristig für das Brazil World Rally Team und deren Ford Fiesta WRC ein, da Stammpilot Daniel Oliveira noch an seiner Gesundung, nach überstandener Krankheit arbeitet.

Der Brasilianer wird aber beim nächsten WM-Lauf wieder im Cockpit sitzen und Manfred Stohl geht dann erneut seine gewohnten Rolle als Teamchef nach.

Vier WM-Punkte für Brazil WRT

Die Bilanz von Stohl/Minor in Neuseeland kann sich sehen lassen. Die gewünschte Top-Ten-Platzierung wird erreicht, der Wiener verbucht in der Fahrer-WM-Wertung einen Punkt und hinterlässt beim Comeback damit seine Spuren. Da Ken Block (USA) und Dani Sordo (ESP) mit ihren Teams nicht für die Weltmeisterschaft eingeschrieben sind, belegt das Brazil World Rallye Team den achten Platz und sichert sich dank Stohl vier WM-Zähler.

Der Schlusstag gestaltet sich eher ruhig, auf Grund der wechselnden  Wetterbedingungen aber durchaus schwierig. Es regnet gewaltig, aber an gewissen Abschnitten zeigt sich auch die Sonne.

Stohl profitiert von Tänak-Unfall

Stohls Glück im Unglück: Der Este Ott Tänak matcht sich mit dem Belgier Thierry Neuville und parkt seinen Ford Fiesta WRC auf der 20. von 22 Sonderprüfungen nach einem Überschlag in der Botanik. Damit zieht Stohl in die Top Ten ein.

An der Spitze gibt es keine Veränderungen mehr. Das Citroen-Duo Sebastien Loeb und Mikko Hirvonen feiert einen ungefährdeten Doppel-Erfolg.

Stohl: "Es war supergeil!"

Für Manfred Stohl bringt der Neuseeland-Start viele positive Aspekte: "Es war supergeil wieder einmal in der WM zu fahren. Meine Ziele sind fast alle aufgegangen, leider sind nur wenige Piloten ausgefallen, sonst wäre der Endrang noch besser gewesen", bilanziert der 39-Jährige.

Was den Wiener nach seiner 127. WM-Rallye besonders freut: "Das Auto hat nach den mehr als 400 Sonderprüfungskilometern keinen einzigen Kratzer, wir haben nicht einmal eine Stossstange gebraucht. Das Auto braucht man nur zu waschen und könnte es zwecks Verkauf in eine Auslage stellen."

Genugtuung nach 127. WM-Start

Als Genugtuung sieht Stohl: "Ich habe das Autofahren nicht verlernt, das habe ich die ganze Rallye über bewiesen, speziell aber mit einem dritten Gesamtrang auf SP 19. Auch mit den Zeiten war ich sehr zufrieden, dieser Einsatz hilft mir auch zukünftig als Teamchef, da ich viele neue Erfahrungen in die Praxis einbringen kann."

Und Stohl weiß auch, wer den Einsatz am anderen Ende der Welt erst ermöglichte: "Ganz wichtig ist es mir, mich bei meinem Freund Walter Grubmüller zu bedanken. Er hat mir mit der Werbung für die Privatklinik VIMC Vienna International Medical Clinic finanziell geholfen, dies trifft auch auf Daniel Oliveira und dem Brazil World Rallye Team zu, sie haben mir ein echtes, vorgezogenes Geburtstaggeschenk bereitet."

Co-Pilotin Minor zufrieden

Auch Co-Pilotin Ilka Minor war mit der Leistung zufrieden: "Die Zusammenarbeit mit Manfred war wie früher. Wir sind eine absolut fehlerfreie Rallye gefahren die auch mir unendlich viel Spass bereitet hat. Dass wir in etwa eine Sekunde am Kilometer auf die Spitze verloren haben, liegt in unserer fünfjährigen Absenz von der WM und ist damit auch durchaus verständlich.”           

Endstand der Neuseeland-Rallye 2012 nach 22 Sonderprüfungen:

1. Sebastien Loeb/Daniel Elena  (FRA/MON - Citroen DS3 WRC)

2. Mikko Hirvonen/Jarno Lehtinen (FIN/FIN - Citroen DS3 WRC)  + 29,6 Sek

3. Petter Solberg/Chris Patterson (NOR/GBR - Ford Fiesta RS WRC) + 1:36,4 Min

4. Evgeny Novikov/Denis Giraudet (RUS/FRA -Ford Fiesta RS WRC) + 2:13,6 Min

5. Thierry Neuville/Nicolas  (BEL/BEL - Citroen DS3 WRC) + 2:42,4 Min

6. Dani Sordo/Carlos del Barrio (ESP/ESP  - Mini Cooper WRC) + 3:03,1 Min

7. Jari Matti Latvala/Mikka Antila (FIN/FIN - Ford Fiesta RS WRC) + 4:52,9 Min

8. Armindo Araujo/Miguel Ramhalo (POR/POR - Mini Cooper WRC) + 9:36,4 Min

9. Ken Block/Alex Gelsomino (USA/USA - Ford Fiesta RS WRC) + 10:30,4 Min

10. Manfred Stohl/Ilka Minor (AUT/AUT - Ford Fiesta RS WRC) + 11:26,3 Min

11. Jari Ketomaa/Mika Stenberg (FIN/FIN - Ford Fiesta RS WRC) + 12:35,7 Min

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