Filmriss bei "Mr. Hollywood" - Petter Solberg tritt ab

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Die Rallye-WM verliert einen echten Farbtupfen und Publikumsliebling.

Mit Petter Solberg tritt neben dem neunfach-Champion Sebastien Loeb eine der großen Attraktionen ab. "Mister Hollywood" garantierte ein Spektakel und fuhr sich mit seinem aggressiven und waghalsigen Stil in die Herzen der Fans.

Abseits der Rallye-Pfade galt Solberg stets als willkommener Interview-Partner. Der ehemalige norwegische Meister im Discotanzen war stets für starke Aussagen, blumige Beschreibungen seiner Abflüge und seine Nähe zu den Fans bekannt.

Kein Cockpit bei M-Sport

Der Weltmeister von 2003 steht nach dem Ausstieg von Ford ohne Cockpit da und legt seine Karriere (vorerst) auf Eis.

Der 38 Jährige hatte auf ein weiteres Jahr im Ford Fiesta WRC gehofft, doch der Traum platzte bei den Verhandlungen mit M-Sport.

Solberg gibt enttäuscht bekannt: "Das war es. Jetzt bleibt mir wohl nur noch der Rücktritt!"

"Ich wäre ohne Gehalt gefahren!"

Rückblickend erklärt er: "Ich bin dankbar für die gemachten Erfahrungen während meiner 15 Jahre in der Weltmeisterschaft. Es ist schade, dass ich jetzt gehen muss. Ich wäre gerne noch ein paar Jahre weitergefahren, aber ich musste erkennen, dass ich 2013 kein WM-Programm realisieren kann. Ich habe zwar gesagt, dass ich ohne Gehalt fahren würde, aber ich will nicht dafür bezahlen. Das bedeutet aber nicht, dass man mich niemals wieder in einem World Rally Car sehen wird!"

Solberg hatte seine WM-Karriere bei Ford begonnen, eher er zu Subaru wechselte und dort Weltmeister 2003 wurde.

Letzter Sieg datiert ins Jahr 2005

2005 gewann Solberg in Schweden und Mexiko und feierte bei der Wales-Rallye GP im Subaru Impreza seinen 13. und bislang letzten WM-Sieg. Nach dem Ausstieg der Japaner kämpfte er als Privatier gegen die Werkspiloten.  Für 2012 ergatterte er neben dem Finnen Latvala ein Ford-Cockpit. Doch eine Vielzahl von Fahrfehlern verhinderten die erhofften Ergebnisse. Solberg schaffte immerhin als jeweils Dritter fünf Mal den Sprung aufs Podest.

Nachdem M-Sport-Chef Malcolm Wilson in der Vorwoche Mads Östberg als neue Nummer-1 bestimmte, wurde die Luft für Solberg immer dünner.

"Mitgift" spricht für Novikov

Vor allem der russische Youngster Evgeny Novikov machte deutlich, dass ihm die Zukunft gehört und gilt nach der Entscheidung von Solberg als heißester Kandidat für das zweite Werkscockpit. Nicht nur dessen diesjährige Entwicklung spricht für Novikov, auch die kolportierte Mitgift von 2,5 Millionen Euro ist ein klares Argument für eine Verpflichtung.

Diese Summe wollte Solberg nicht mehr aufbringen. Allerdings zeigte er Verständnis für die Entscheidung von Wilson: "Ich sehe die schwierige finanzielle Situation des Teams in der Saison 2013 und wünsche ihnen das Beste für die Zukunft."

Dank an seine vielen Fans

Zum Abschied bedankte sich Solberg bei seinen Fans. "Sie haben mich durch alle Höhen und Tiefen begleitet und unterstützt. Dies war einer der wesentlichen Gründe, weshalb ich es so genossen habe, was ich getan habe. Ich hoffe, dass sie Verständnis zeigen und mich bei meinen kommenden Unternehmungen weiterhin verfolgen werdet. Ich verspreche, es wird es wert sein", meinte der Norweger.

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