Peugeot startet mit Staraufgebot in Dakar-Comeback

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Für das Comeback bei der Rallye Dakar nach einem Vierteljahrhundert bietet Peugeot das "Who's who" der Szene auf.

Stephane Peterhansel gewann insgesamt elfmal diesen legendären Offroad-Extrem-Bewerb, Cyril Despres siegte fünfmal mit dem Motorrad, der zweifache Rallye-Weltmeister Carlos Sainz triumphierte einmal. Mit diesem Star-Trio will man die Serie der Minis nach drei Siegen beenden.

"Wir wissen, dass wir schnell sind"

Peugeot ist erstmals seit Ari Vatanens Erfolg 1990 wieder am Start und will die Dakar auch gleich gewinnen. Trotz akribischer Vorbereitung werden die 13 Etappen, die ab Sonntag von Buenos Aires aus unter die Räder genommen werden, eine Fahrt ins Ungewisse.

"Das größte Problem, das wir haben, ist die Tatsache, dass wir wissen, dass wir schnell sind - wir wissen aber nicht, wie schnell wir im Vergleich zu den anderen sind", betonte der Franzose Peterhansel vor dem Auftakt.

"Mit einem neuen Auto ist es wahrscheinlicher, dass etwas schiefgeht", befürchtete der fünffache Gewinner der Autowertung. Zuletzt siegte er 2013 in einem Mini, im Vorjahr wurde er Zweiter.

Im Gegensatz zu den Allrad-Minis von Titelverteidiger Nani Roma und dessen Kollegen des deutschen X-raid-Teams treten Peterhandel, Sainz und Despres in Autos mit Heckantrieb an. Der bisher letzte Sieg eines zweiradangetriebenen Wagens datiert aus dem Jahr 2000.

Mini ist der Maßstab

Um sich auf das Abenteuer in Südamerika von Argentinien über Chile nach Bolivien und wieder zurück nach Argentinien mit der Zieldurchfahrt am 17. Jänner vorzubereiten, absolvierten die Peugeot-Piloten Testfahrten in Marokko.

"Ich habe dort sicherlich schon 15 Mal in meiner Karriere getestet, aber so schnell bin ich dabei noch nie gefahren", stellte Peterhansel erfreut fest.

Roma hatte im Vorjahr für den dritten Mini-Sieg in Serie nach zwei Erfolgen Peterhansels gesorgt. "Im Jänner müssen wir wieder unsere Leistungsstärke beweisen", betonte der Spanier.

Der Mini ALL4 Racing sei derzeit der Maßstab in der Cross-Country-Rallye. "Aber die Dakar bietet immer noch besondere Herausforderungen", sagte Roma.

Piloten auch als Mechaniker gefordert

Zum Beispiel eine Marathon-Etappe, die erstmals seit 2005 wieder im Programm ist. Die Schwierigkeit: Die Fahrer und Co-Piloten sind auf sich alleine gestellt, Hilfe von außen gibt es nicht. Nur gegenseitige Hilfe unter den Piloten und Beifahrern ist erlaubt.

Also baute das X-raid-Team auch spezielle Teambuilding-Maßnahmen in seine Vorbereitung ein. Die Crews trafen sich auf einer Finca im Norden von Teneriffa. Vom gemeinsamen Kochen bis zu gemeinsamen Bergtouren - das Gemeinschaftsgefühl sollte gestärkt werden.

Die Piloten müssen auch in der Lage sein, selbst notwendige Reparaturen vorzunehmen. "Wenn während der Prüfung etwas passiert, stehen die Piloten unter starkem Druck und Stress. Wenn sie vorher geübt haben, wie man Teile wechselt, gehen sie mit mehr Ruhe an die Sache heran und sind damit auch schneller", erklärt X-raid Ingenieur Joan Navarro.

Neben Roma starten der Argentinier Orlando Terranova sowie der Pole Krzysztof Holowczyc für den deutschen Rennstall.

Auch Toyota und Hummer wollen mitmischen

Nasser Al-Attiyah aus Katar fährt ebenfalls in einem Mini um seinen zweiten Dakar-Sieg. 2011 hatte er in einem VW gewonnen, im Vorjahr war er im Mini Gesamt-Dritter.

Nach mehreren Tests entschied sich der 44-Jährige, der 2012 in London Olympia-Dritter im Skeet-Schießen war, für heuer erneut für einen Mini. "Das ist eindeutig das beste Auto für die Dakar, solide und verlässlich."

In den Kampf des Titelverteidigers gegen die Herausforderer könnte sich aber auch der Südafrikaner Giniel de Villiers im Toyota Hilux einmischen.

Wiedergutmachung nach einer völlig verkorksten Dakar vor einem Jahr will Robby Gordon im Hummer. "Ich komme nicht, um mich zu entspannen, sondern um zu gewinnen", betonte der US-Amerikaner. Vor ihnen allen liegen rund 9.000 Kilometer Offroad-Herausforderung.

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