"Frau denkt, ich bin verrückt"

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Carlos Sainz: Comeback mit Herausforderung

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Der „alte Mann“ kann es nicht lassen.

Nach einem Jahr Pause klemmt sich Carlos Sainz wieder hinter das Lenkrad und stellt sich dem Abenteuer Dakar.

Der 50-Jährige bestreitet die Wüstenrallye 2013 an der Seite von Nasser Al-Attiyah im neuen Qatar Red Bull Rally Team.

"Etwas Neues und Innovatives“

Die beiden Dakar-Sieger – Sainz gewann 2010, Al-Attiyah war 2011 erfolgreich – werden zwei Buggys pilotieren und sagen den Minis rund um Rekordsieger und Titelverteidiger Stephane Peterhansel den Kampf an.

"Ich freue mich, das Projekt präsentieren zu können. Es ist sehr aufregend für uns, unser Fokus liegt jetzt darauf, die neuen Buggys für die Rallye-Dakar 2013 fertig zu bekommen“, so Al Attiyah bei der Präsentation.

"Ich war in dieses Projekt von Anfang an involviert und habe meine eigenen Erfahrungen bei der Dakar eingebracht, um etwas Neues und Innovatives hervorzubringen."

Lob für den Teamkollegen

"Wir haben uns entschlossen, Nasser mit diesem kleinen Team, aber mit viel Motivation und sehr gutem Spirit zu unterstützen“, begründet Sainz sein Comeback. "Es ist etwas Spezielles, Anderes. Mit Nasser, mir und der Hilfe von Qatar und Red Bull haben wir ein starkes Line-Up."

Von der Entwicklung ist der Spanier begeistert: "Jeder im Team pusht wirklich hart.“ Die Vorlaufzeit war allerdings kurz. "Wir haben das Projekt erst vor rund vier Monaten gestartet", berichtet Al-Attiyah, der sich im August Olympia-Bronze im Tontaubenschießen sicherte.

Sainz ist voll des Lobes für seinen ehemaligen Konkurrenten und neuen Teamkollegen: "Als Teamdirektor eines Dakar-Teams wäre Nasser der erste Fahrer, den ich nehmen würde.“

Vorteile und Nachteile

Der Spanier schilderte die Herausforderungen, die an einen Dakar-Boliden gestellt werden: "Du brauchst ein Auto, das in den Dünen, aber auch auf der Straße gut funktioniert. Das gut bremst, das agil ist – du brauchst einen gutes Kompromiss."

Der soll mit dem neuen Buggy gefunden worden sein, auch wenn Al-Attiyah weiß: "Mit einem Buggy zur Dakar zu kommen, ist eine große Herausforderung.“

Sainz, der seinen Sieg im Werks-Touareg von VW feierte, beschreibt sein neues Arbeitsgerät: "Es hat einen Vorteil bei der Federung, aber einen Nachteil durch den Zweirad-Antrieb. Dafür wieder einen Vorteil beim Motor, aber einen Nachteil bei der Traktion. Wir werden sehen, wie sich das alles gegenseitig kompensiert."

Die Zeit als Gegner

Beide Fahrer streichen heraus, dass noch einiges an Testarbeit wartet. "Wir brauchen noch mehr Zeit mit dem Auto bei unterschiedlichen Bedingungen und müssen noch am Auto arbeiten“, so Sainz. "Aber das Potential ist da.“

Klar ist, dass die Gegner einen Erfahrungsvorsprung haben. Das X-Raid-Team ist seit 2002 bei er Dakar am Start, zunächst mit BMWs, in den letzten Jahren mit Minis.

Auch Toyota rund um Giniel de Villiers und Lucio Alvarez (Dritter und Fünfter 2013) sollte einen weiteren Schritt nach vor gemacht haben.

Mit den Gegnern beschäftigt sich Sainz noch nicht viel, der Fokus liegt am eigenen Auto. "Ein paar kleine Dinge gehören noch geändert, aber das ist ein neues Auto, das ist normal. Das einzige Problem, das wir haben, ist die Zeit. Die ist derzeit unser Gegner." Los geht es am 5. Jänner 2013.

"Meine Frau denkt, ich bin verrückt“

"Wir hoffen, dass wir wettbewerbsfähig sind. Aber wir sind realistisch, das ist das erste Jahr für dieses Projekt“, so Sainz. „Wir wissen, dass es in diesem Jahr nicht einfach wird. Aber du musst einmal starten.“

"Wir kommen mit einer neuen Herausforderung“, ergänzt Al-Attiyah. "Mein Traum ist es, Dakar nochmals mit einem anderen Auto zu gewinnen.“

Als Sainz seiner Familie sein neues Vorhaben präsentierte, hielt sich die Begeisterung jedenfalls in Grenzen: "Meine Frau denkt, ich bin verrückt.“

Einmal mehr zeigt sich: Wer dem Motorsport-Virus verfallen ist, der wird ihn so schnell nicht mehr los.

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