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Ein Trio rittert bei Schneebergland-Rallye um den Sieg

Zweite Auflahe der Schneebergland-Rallye mit Start und Ziel im niederösterreichischen Rohr am Gebirge am 26. und 27. August. Die Prüfungen Kalte Kuchl, Haselrast, der Rundkurs in Schwarzau und Haraseben finden bei Österreichs Driftkönigen Gefallen.

Manfred Stohl, immerhin bei 126 WM-Läufen am Start, ist voll des Lobes über die Streckenführungen. "Die eine oder andere Prüfung hat WM-Niveau. Da ist alles dabei, was ein Rallyeherz höher schlagen lässt."

Druckaufbau der Top-Piloten

Im Vorfeld des sechsten von acht Meisterschaftsläufen schieben sich die Sieganwärter gegenseitig die Favoritenrolle zu. Wohl auch mit dem Hintergedanken, am Ende, nach 18 Sunderprüfungen mit einer Gesamtlänge von 142 km, selber als Sieger über die Zielrampe zu fahren.

Druck aufbauen, und das möglichst für den Gegner: So lautet offensichtlich das Motto der Sieganwärter bei der Schneebergland-Rallye 2011.

"Das wird die schwierigste Rallye", erklärt Manfred Stohl und meint damit  nicht seinen Start im Erdgas-Mitsubishi, sondern die Ausgangslage für Titelfavorit Beppo Harrach. "Er hat heuer fünf Mal gewonnen. Jeder erwartet eine Fortsetzung der Siegesserie. Da baut sich schon eine gewisse Last auf."

Und schlau, wie er ist, spielt Stohl gleich dem nächsten Kontrahenten die Favoritenstellung zu: "Außerdem glaube ich, dass Raimund Baumschlagers Skoda S2000 das absolut beste Auto im Feld ist."

Harrach will den Titel

Die zugeschanzte "Last" nimmt Beppo Harrach nach außen hin gekonnt auf sich: "Wenn man es genau nimmt, ist jede Rally die schwierigste. Aber wenn man die bisherigen Ergebnisse hernimmt, glaube ich, dass wir diese Schwierigkeiten bisher recht gut gemeistert haben. Uns Druck aufzuhalsen, wird nicht gelingen. Uns genügt ein vierter Platz zum Meistertitel. Was soll ich also viel Stress haben?"

Ein mulmiges Gefühl hat Harrach einzig hinsichtlich seines Autos. Beim Rallye-Sprint in Bruckneudorf hat er bei einem Ausritt seinen Mitsubishi nämlich schwer an der hinteren Radaufhängung beschädigt. „

"Die italienische Firma, die diese Teile herstellt, hat bis 29. August Betriebsurlaub. Ich versuche daher schon seit Tagen, die Vertriebsfirma Ralliart Italien zu kontaktieren, damit die vielleicht jemanden erreichen, der für uns kurzfristig aufsperrt und die Teile hergibt." Doch auch das ist nicht so leicht, weil sich die zuständigen Ralliart-Leute zurzeit bei der Deutschland-Rallye befinden.

Harrach fürchtet: "Es könnte knapp werden. Das ist die einzige Aufregung, die ich bezüglich der Schneebergland-Rallye habe."

Baumschlager sieht Harrach als Top-Favorit

Auch Raimund Baumschlager, der bis zuletzt an seinem Skoda S2000 herumgefeilt hat, weist jeden Druck von sich. "Für uns gilt das Gleiche wie heuer bei jeder Rallye. Wir werden versuchen, unser Bestes zu geben. Aber realistisch betrachtet wird es wieder so sein, dass wir mit Harrach nicht mithalten können."

Diese Einschätzung teilt auch der Schneebergland-Hausherr Gerwald Grössing. Der wiederum schiebt neben Harrach auch Stohl einen Teil Sieges-Verantwortung zu. "Ich bin fest überzeugt davon, dass heuer ein Mitsubishi gewinnen wird."

Ob Grössing dabei vielleicht sogar an seinen eigenen gedacht hat?

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