Verletzung zwingt Toseland zum Karriereende

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James Toseland hat mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt vom Rennsport erklärt.

Der 30-Jährige zog am heutigen Freitag die Konsequenzen aus seiner Handgelenksverletzung, welche er sich bei einem Teststurz im Motorland Aragon Mitte des Jahres zugezogen hatte.

Gescheiterter Comeback-Versuch

Am Nürburgring war er am letzten Sonntag im verregneten zweiten Lauf erneut gestürzt, obwohl noch nicht wieder 100-prozentig fit.

Auf seiner Homepage schrieb Toseland: "Ich wollte euch einen persönlichen Brief schreiben, um die Faktoren zu erklären, die mich zur vorzeitigen Beendigung meiner Karriere gezwungen haben und ich möchte die Möglichkeit nutzen allen für ihre unglaubliche Unterstützung, die sie mir in all den Jahren gegeben haben, bedanken."

Handgelenk heilt nie mehr aus

Toseland ließ die Saison 2011 mit der Verletzung in seinem Schreiben noch einmal Revue passieren. Er erinnerte daran, dass seine Ärzte schon nach dem Sturz von Aragon prognostizierten, dass diese Verletzung seine Rennfahrerkarriere beeinflussen und gar beenden könnte.

Doch Toseland ist ein Kämpfer, biss sich durch und kehrte auf das Motorrad zurück. "Wir waren beide [der Arzt und ich] einverstanden, dass wir alles tun würden, damit ich weiter Rennen fahren kann."

"Nachdem ich mich ein paar Rennen lang abmühte und dann auf dem Nürburgring in Deutschland bei schrecklichen Bedingungen stürzte, ging ich diese Woche wieder zu meinem Facharzt, Mike Hayton, und die Diagnose war die schlimmste, auf welche ich mich selbst nur vorbereiten konnte", schilderte der zweifache Superbike-Weltmeister weiter.

Kein professionelles Rennfahren möglich

Toseland musste erkennen, dass die Bewegungsfreiheit in seinem Handgelenk so eingeschränkt ist, dass an ein professionelles Rennfahren nicht zu denken ist.

"Und keine Physiotherapie kann das ändern", musste er traurig einsehen. "Dies alles führte zu dem Urteil, dass es für mich nicht weiter sicher ist, eine Karriere im Motorradrennsport fortzuführen."

Sicherheit der Konkurrenz im Blick

Dem diesjährigen BMW Italia-Pilot ging es dabei vor allem auch um die anderen Fahrer auf der Piste.

"Ich muss die Sicherheit der anderen auf der Strecke beachten, aber auch an meine eigene Sicherheit denken. Mit dem Wissen, dass ich nie wieder vollkommen fit sein werde, um auf dem höchsten Level Rennen zu fahren, ist es auch unfair, einen tollen Platz in der WSBK einem jungen, talentierten Fahrer weg zu nehmen, der komplett fit ist und einen größeren Nutzen davon hat."

"Keine andere Wahl"

"Klarerweise war die Entscheidung schwer. Und es ist wirklich hart den Ratschlag meines Arztes zu befolgen. Aber ich habe zu diesem Zeitpunkt wirklich keine andere Wahl", schreibt der 30-Jährige weiter.

"Ich habe in den letzten paar Monaten alles probiert, was möglich war, aber die traurige Wahrheit ist, dass nichts funktioniert hat und dass mein Handgelenk nie wieder komplett ausheilen wird, um das Gas ordentlich zu drehen und Rechtskurven richtig fahren zu können."

Zweifacher Weltmeister

Toseland 2004 (auf Ducati) und 2007 (auf Honda) Weltmeister in der Superbike. Nach seinem zweiten WM-Titel wechselte der Brite 2008 in die MotoGP, wo er zwei Saisonen für Tech3-Yamaha absolvierte.

Über Rang 6 kam Toseland in der Königsklasse aber nie hinaus.

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